Sackbrut-Virus

SBV

Downloads
Zuletzt geändert: 10.05.2016
Icon

Die Sackbrut ist eine durch ein Virus hervorgerufene Bruterkrankung der Bienen. Das Virus ist aber auch in erwachsenen Bienen nachweisbar und wird durch sie weitergegeben. Das Sackbrutvirus (SBV) hat eine annähernd kugelförmige Gestalt mit einem Durchmesser von etwa 28 Nanometer (1 Nanometer = 1 Millionstel mm) und wurde 1964 von Bailey entdeckt. Es befällt Fett- und Muskelzellen und Tracheenendzellen der Larven sowie Zellen im Nervengewebe und der Hypopharynxdrüse erwachsener Bienen. Die Ansteckung der Jungmaden erfolgt durch Verfütterung von virusbelastetem Futtersaft durch eine unauffällig infizierte Ammenbiene.

Mehr Informationen

Die Sackbrut ist eine durch ein Virus hervorgerufene Bruterkrankung der Bienen. Das Virus ist aber auch in erwachsenen Bienen nachweisbar und wird durch sie weitergegeben. Das Sackbrutvirus (SBV) hat eine annähernd kugelförmige Gestalt mit einem Durchmesser von etwa 28 Nanometer (1 Nanometer = 1 Millionstel mm) und wurde 1964 von Bailey entdeckt. Es befällt Fett- und Muskelzellen und Tracheenendzellen der Larven sowie Zellen im Nervengewebe und der Hypopharynxdrüse erwachsener Bienen. Die Ansteckung der Jungmaden erfolgt durch Verfütterung von virusbelastetem Futtersaft durch eine unauffällig infizierte Ammenbiene.

Mehr Informationen

Symptome

Lückenhaftes Brutnest, Zelldeckel rissig oder löchrig und eingesunken, stehengebliebene Zellen. Die Vorpuppe stirbt ab, es entsteht eine sackförmige Gestalt (Flüssigkeitsansammlung zwischen der alten Maden- und der Puppenhaut, während sich die abgestorbene Larve körnig zersetzt).

Made lässt sich mit einer Pinzette wie ein Sack aus der Zelle herausziehen, Larve zerfällt zu einer wässrig-körnigen Masse; die Made verfärbt sich von vorn nach hinten zunehmend dunkel, der Kopf biegt sich nach oben, trocknet zu einem schwarzbraunen, schiffchenförmigen Schorf mit hakenförmig aufgebogenem Kopfende ein ("Schiffchenkrankheit"); Schorf liegt locker in der unteren Zellrinne (oft ist ursprüngliche Segmentierung der Larve noch erkennbar), kein typischer Geruch.

Auswirkungen auf das Bienenvolk: Brutausfall, verkürzte Lebensdauer. Infizierte Jungbienen unterlassen ihre eigentliche Tätigkeit, nämlich die Fütterung der Larven und werden vorzeitig zu Sammlerinnen, die aber meist keine Pollen mehr sammeln. Wenn doch, dann starke Ansteckungsgefahr für junge Pflegebienen; Futtersaftdrüsen degenerieren (Bienen nehmen keine Pollen als Nahrung mehr auf).

Übertragung

Junge Arbeiterinnen sind am anfälligsten für eine Infektion, die Hauptübertragung scheint durch Verfüttern stattzufinden. Eine transovarielle Übertragung durch eine natürlich infizierte Königin scheint möglich. Die Übertragung im Volk ist experimentell im Labor auslösbar (z. B. durch Injektion von Viruspartikel). Zur Übertragung kommt es auch durch Verfütterung von kontaminiertem Larvenfutter, besonders auch von Pollen; der Nachweis von SBV ist auch in Honig und Gelée Royal möglich. Arbeiterinnen werden durch Entsorgung infizierter Larven und durch Larvenpflege infiziert. Die Rolle der Varroamilbe bei der Übertragung ist ungewiss (experimentelle Übertragung durch Injektion einiger SBV-Partikel in Puppen ist möglich).

Die Übertragung von Volk zu Volk erfolgt durch den Imker (Umhängen von Waben) oder durch Verflug und Räuberei der Bienen.

Vorbeugung

Ständiges Nektarangebot ist anzustreben: Der Futterstrom darf im Volk nie abbrechen, damit Larven stets ausreichend versorgt werden, da bei guter Tracht in der Regel spontane Selbstheilung möglich ist (abhängig vom Hygieneverhalten der Bienen, die die eingegangene Brut ausräumen). Reizfütterung in Trachtlücken (Völker, die unter Futtermangel leiden, sind anfälliger). Putztrieb fördern, Senkung des Varroabefalls, da Sackbrut auch Nebenerscheinung der Varroose ist.
 
Für eine Bekämpfung ist kein Medikament vorhanden.


x