Mykoplasmose des Geflügels

Mycoplasma gallisepticum (MG), Mycoplasma synoviae (MS), Mycoplasma meleagridis (MM)

Zuletzt geändert: 17.05.2021

Tierseuchenkategorien: D E

Steckbrief

Die Mykoplasmose des Geflügels ist eine hauptsächlich bei Hühnern und Puten vorkommende Erkrankung. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

Vorkommen

Weltweit

Wirtstiere

Hühner und Puten, hühnerartige Vögel wie Perlhuhn, Fasan etc., sehr selten andere Vögel wie Sperling usw.

Infektionsweg

Direkt von Tier zu Tier über latent infizierte und chronisch kranke Tiere, über infizierte Eier bzw. Eintagsküken und indirekt über z. B. Personen, Geräte, Transportmittel etc.

Inkubationszeit

4-21 Tage, auch bis 48 Tage (bei Feldinfektionen unbestimmt)

Symptomatik

Mycoplasma gallisepticum: chronische Entzündung der oberen Luftwege, der Augenlidhaut und der Luftsäcke, schlechte Legeleistung, erhöhte Sterblichkeit, Symptome besonders im Zusammenwirken mit anderen Erregern und Belastungen (Stressfaktoren).
Mycoplasma synoviae: Entzündungen der Gelenke, der Sehnenscheiden, der Luftröhre und Luftsäcke.
Mycoplasma meleagridis: von Alter und Erregerstamm abhängig, Entzündung der oberen Luftwege, Luftsackentzündung, abnorme Gefiederentwicklung, Knochendeformationen (Fassbeine), Immunsuppression, Symptome im Zusammenwirken mit anderen Erregern.

Therapie

Eine Therapie mit Chemotherapeutika wie Antibiotika ist möglich.

Vorbeugung

Prophylaktische Impfungen gegen MG und MS sind möglich, stallspezifische Impfstoffe können hergestellt werden. Hohe Biosicherheit und Betriebshygiene und eine Abschirmung der Herden schützen vor Neuinfektionen.

Situation in Österreich

Die Überwachung und die Untersuchung auf die Mykoplasmose des Geflügels ist für den Handel innerhalb der EU relevant.

Fachinformation

Mycoplasma gallisepticum (MG), Mycoplasma synoviae (MS) und Mycoplasma meleagridis (MM):
Die Krankheit tritt bei Geflügel jeden Alters auf, MM nur bei Puten, meist bei 4-16 Wochen alten Tieren. Neben der Verbreitung unter den Beständen spielt der Eintrag über das Ei bzw. Eintagsküken eine bedeutende Rolle. Die Tiere bleiben ein Leben lang Träger der Erreger.

Der Erreger ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr empfindlich. Er überlebt 2-8 Tage bei 5-10 °C, auf Eierschalen im Brutschrank bis zu 5 Tage, im Sonnenlicht ca. 30 Minuten.

Die Inkubationszeit kann 4-21 Tage sein, ist aber bei Feldinfektionen unbestimmt.

Symptomatik

MG, MS und MM: Die Erregerstämme zeigen unterschiedliche Pathogenität, manche Stämme verursachen hauptsächlich Veränderungen der Luftwege (respiratorische Form) und andere eher Veränderungen der Gelenke (synoviale Form) und Augenentzündungen und/oder Entzündungen des Gefäßsystems mit Ödemen. Manche Tiere können symptomfrei sein oder leichte bis schwere Symptome zeigen. Zu Beginn tritt wässriger Nasenausfluss auf der später schleimig wird, begleitet von Niesen, pfeifenden Atemgeräuschen, geröteten Bindehäuten, Schwellungen im Kopfbereich, Schwellungen unter den Augen und der Augenlider, Luftsackentzündungen, Atemnot, Abmagerung. Bei Jungtieren sind auch nervale Symptome und Schwellungen der Gelenke (Lahmheit) und Bursa sternalis möglich. Bei MM treten auch Befiederungsstörungen und Skelettdeformationen (Fassbeine, Halsdrehung) auf.

Diagnostik

Nachweisverfahren:

  • Erregernachweis mittels Anzucht in speziellen Kulturen
  • Erregernachweis mittels molekularbiologischer Methoden (PCR)
  • Nachweis von Antikörpern mittels ELISA und Agglutinationsverfahren

Kontakt, Formulare

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Robert Koch-Gasse 17
2340 Mödling
Tel: +43 50 555-38112
Fax: +43 50 555-38529
vetmed.moedlingno@Spam@agesno.Spam.at

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