Europäische Schweinepest

Klassische Schweinepest (KSP); classical swine fever (CSF); swine fever (SF); hog cholera (HC)

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Zuletzt geändert: 16.01.2017
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Die Europäische Schweinepest (ESP) ist eine nur beim Schwein vorkommende, zyklisch verlaufende Allgemeinerkrankung. Die Krankheit wird durch das Virus der Europäischen Schweinepest (ESP-, KSP-, CSF-Virus) aus der Gattung Pestivirus, Familie Flaviviridae verursacht. ESP ist seit 1933 (Ohio, USA) als Infektionskrankheit bekannt und tritt mit Ausnahme von Australien und Neuseeland weltweit auf. Seit dem Jahr 1997 ist Österreich frei von ESP in Hausschweinen, seit April 2003 frei von ESP in Wildschweinen.

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Die Europäische Schweinepest (ESP) ist eine nur beim Schwein vorkommende, zyklisch verlaufende Allgemeinerkrankung. Die Krankheit wird durch das Virus der Europäischen Schweinepest (ESP-, KSP-, CSF-Virus) aus der Gattung Pestivirus, Familie Flaviviridae verursacht. ESP ist seit 1933 (Ohio, USA) als Infektionskrankheit bekannt und tritt mit Ausnahme von Australien und Neuseeland weltweit auf. Seit dem Jahr 1997 ist Österreich frei von ESP in Hausschweinen, seit April 2003 frei von ESP in Wildschweinen.

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Übertragung

Übertragung

Das ESP-Virus wird durch direkten (Tier zu Tier) und indirekten Kontakt (z. B. Schuhe, Kleidung, Arbeitsgeräte, Transportfahrzeuge) übertragen. Für den Ausbruch der ESP sind Virusausscheider sowie virushaltige Schlacht- und Fleischprodukte die wichtigsten Faktoren. Die Virusausscheidung kann schon einen Tag nach der Infektion mit Speichel, Nasen-, Augen- und Rachensekret beginnen. Die Ausscheidung über Harn und Kot beginnt später. Schwer erkrankte Tiere scheiden das ESP-Virus bis zum Tod bzw. bis ca. 1 Monat nach Genesung aus. Chronisch erkrankte Schweine und Kümmerer scheiden die Viren über ein halbes Jahr aus. Die Aufnahme des Virus erfolgt über den Verdauungstrakt, seltener über die Konjunktiva oder die Nasenschleimhaut. Bei seuchenhaftem Verlauf wird das ESP-Virus auch durch Kontakt übertragen.

Symptome

Symptome

Die Art der ESP-Verlausform ist abhängig von einigen Faktoren (Alter, Nutzungsrichtung, Virusvirulenz, Infektionsdosis). Kongenitale Infektionen mit ESP-Virus manifestieren sich durch: Schwäche, „Zitterferkel“, Kümmern mit Dermatitis, Leukopenie und Inkoordination.

Man unterscheidet drei Krankheitsbilder:

  • akute Verlaufsform (klassische Verlaufsform)
  • chronische Form
  • atypische Form

Die Inkubationszeit der akuten ESP beträgt nach natürlicher Infektion 3-8 (12) Tage, bei chronischer und atypischer ESP 3-4 Wochen.

Die akute Verlaufsform manifestiert sich durch hohes Fieber (40-41° C), Störung des Allgemeinbefindens, Mattigkeit, Anorexie, Hinterhandschwäche, Zittern („Zitterferkel“), Ödeme (Auge), eitriger Nasen-/Augenausfluss, diphteroide Beläge im Maul/Zunge, Erytheme, zunächst Verstopfung, danach Durchfall, Krämpfe. Die Sterblichkeitsrate schwankt zwischen 30 % und 100 %.

Die chronische Form manifestiert sich durch Appetitlosigkeit, Abmagerung, häufigen Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Die Sterblichkeitsrate ist gegenüber der akuten Form stark verringert.

Die atypische Form verläuft mild und protrahiert; unstillbare Durchfälle, Kümmern, ZNS-Störungen sind typische Symptome.

Bekämpfung

Bekämpfung

Die ESP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Bekämpfung der ESP stützt sich auf
a) die Verhinderung der Einschleppung und Verbreitung des Erregers sowie auf
b) die „stamping out“ Methode (= Ausmerzung infizierter und seuchenverdächtiger Tiere). Prophylaktische Impfungen sind, mit Ausnahme von Rumänien, in allen EU-Staaten untersagt.


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