Limitation für die Darstellung der 7-Tage-Inzidenz nach Kategorie des Immunschutzes

Der Verlauf der 7-Tage Inzidenz in der Gruppe „natürlich erworbene Immunität, unzureichend“ verhält sich ähnlich dem der 7-Tage Inzidenz der Gruppe „impf-induzierte Immunität, ausreichend“, und dies in allen Altersgruppen. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass die Definition für „natürlich-erworbene Immunität, angenommen als unzureichend“ bei Genesenen (ausschließlich) oder Geimpft (1x) + Genesenen mit zurückliegender Labordiagnose von > 180 Tage, zu konservativ ist; d.h. man unterschätzt mit den angenommenen 6 Monaten die tatsächliche Dauer der natürlich erworbenen Immunität. Damit könnte die tatsächliche 7-Tage Inzidenz in dieser Personengruppe unterschätzt werden.

Auch könnte die Definition für „eine Impfinduzierte-Immunität als ausreichend bis ≤ 180 Tage nach abgeschlossener Impfserie zu großzügig sein (d.h. die tatsächliche Immunschutz-Dauer wird mit der Annahme von max. 6 Monaten überschätzt). Die unten angeführte Limitation der fehlenden Information über Verstorben- oder Verzogen-Status kann ebenfalls eine Unterschätzung des Infektionsrisikos bei den unzureichend Immungeschützen mit bedingen.

Eine relevante Limitation für sämtliche Analysen der Infektion-Inzidenz nach Impf-/Genesen-Status ist die unterschiedliche Teststrategie zwischen Geimpften/Genesenen und allen anderen Individuen, die als nicht oder nicht ausreichend immungeschützt eingestuft werden. Letztere Personengruppe hat aufgrund von Zugangs-Testverpflichtung eine höhere Wahrscheinlichkeit als Fall einer asymptomatischen SARS-CoV2 Infektion erkannt zu werden als jene Individuen, die aufgrund ihres vorliegenden als ausreichend eingestuften Immunschutzes nicht dieser Testverpflichtungen unterliegen; dies mag zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Inzidenz der asymptomatischen Infektion bei den Geimpften, Genesenen und Genesen-Geimpften führen. Da sich die Analyse auf die symptomatische Infektion bezieht, sollte der Einfluss dieser Limitation auf das Ergebnis der Immunschutz-spezifischen Infektionsrisiko-Ratio geringer sein. Wir nehmen an, dass bei suspekt COVID19-Erkankten die Wahrscheinlichkeit als Fall einer Infektion mit SARS-CoV2 erkannt zu werden, weitgehend unabhängig vom Impfstatus bzw. Genesen-Status ist.

Eine weitere Limitation ist, dass derzeit im den Analysen zugrundeliegenden Bevölkerungs-Datensatz keine Information über den Verstorbenen- bzw. Verzogen-Status vorliegt. Dies führt zu einer Unterschätzung der Infektions-Inzidenz (Infektions-Risiko); diese mag größeren Ausmaßes bei den Nicht-Immungeschützten (definiert als mit negativem Genesen- und negativem Impfstatus) oder unzureichend Immungeschützten sein, da bei dieser Personengruppe keine Information vorliegt, die auf Status Nicht-Gestorben schließen lässt. In dieser aktuellen Auswertung wurde bereits bei den COVID-19-Fällen, sofern vorhanden, die Information Ausgang "verstorben mit/an COVID-19" entsprechend des Todesdatums in den Analyse berücksichtigt.

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