Coronavirus

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Zuletzt geändert: 29.11.2021
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Tierseuchenkategorien:

Hotline für Reiserückkehrer aus S-Afrika: 01/2675032

Wenn Sie in den vergangenen 10 Tagen aus Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia oder Eswatini zurückgekehrt sind, rufen Sie bitte bei der neu eingerichteten AGES-Hotline 01/2675032 an (9 bis 18 Uhr). Daraufhin erhalten Sie Informationen, wohin Sie sich für eine behördliche PCR-Testung wenden können. Sämtliche Proben werden in Folge auf die neue Virusvariante analysiert.
Sie können Ihre Kontaktdaten und Informationen zur Reisetätigkeit auch per Mail an anfragenno@Spam@agesno.Spam.at schicken.

Wenn Sie Fehler in einem Ihrer Zertifikate (Genesungszertifikat, Impfzertifikat, Testzertifikat) festgestellt haben, können Sie uns über ein spezielles Formular informieren. Wir kümmern uns um die Weiterleitung an die zuständige Stelle, damit der Fehler raschestmöglich ausgebessert wird.

Situation in Österreich


Österreich: 7-Tage Inzidenz der SARS-CoV2 Infektion nach Immunstatus und Altersgruppe

Tageweise 7-Tage Inzidenz der SARS-CoV2-Infektion (inkludiert asymptomatische, symptomatische Fälle sowie Fälle mit unbekannter klinischer Manifestation) per 100.000 Individuen nach SARS-CoV-2 assoziiertem Immunschutz (ausreichend, unzureichend, keiner; Definition nach NIG Anwendungsempfehlung für COVID-19-Impfung) in den Altersgruppen 12-17, 18-59 und 60+ Jahre der Bevölkerung Österreich, von 01.07.2021 bis 26.11.2021.

Die immunstatus-spezifische 7-Tage-Inzidenz bezieht sich auf den „mid-term“ Immunstatus der Bevölkerung, d. h. den Immunstatus der Bevölkerung am Tag 4 der jeweilig beobachteten 7-Tage-Periode (Datenstand 26.11.2021, Datenquellen EMS/AGES COVID-19-Datenbank und e-Impfpass).

Für die grau markierte Zeitperiode ist in den Folgetagen noch mit Nachmeldungen betreffend laborbestätigende SARS-CoV-2-Diagnose und Impfdaten für die Fälle zu rechnen. Aufgrund dessen sind Änderungen der Impfstatus-Einstufung dieser Fälle und damit verbunden Änderungen im rezenten Verlauf der 7-Tage-Inzidenz nach Immunstatus nicht auszuschließen.

Die Einstufung des Immunschutzes bezieht sich auf den Status zum Zeitpunkt der aktuellen Labordiagnose der SARS-CoV-2-Infektion (gemäß COVID-19-Impfungen: Anwendungsempfehlungen des Nationalen Impfgremiums; Version 6.0, Stand: 04.11.2021).

Kein Immunschutz liegt vor bei Personen, die keine COVID19-Impfung erhalten haben UND die vor aktueller SARS-CoV-2-Infektion niemals PCR-positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden

ein unzureichender Immunschutz liegt vor bei dem Status

  • Geimpft mit 1 Dosis (jeder Impfstoff: J&J-, AZ-, BioNTec/Pfizer-, Moderna-Vakzin);
  • Geimpft mit 2 Dosen (Impfschema, homolog, heterolog), wobei Dosis 2 ≤ 14 Tage oder > 180 Tage zurückliegt;
  • Geimpft mit 3 Dosen, wobei Dosis 3 ≤ 7 Tage und Dosis 2 >180 Tage zurückliegt;
  • Genesen (ausschließlich), deren Infektionsdiagnostik > 180 Tage zurückliegt;
  • Genesen + Geimpft mit 1 Dosis, wobei Dosis 1 > 180 Tage zurückliegt

ein ausreichender Immunschutz liegt vor bei dem Status

  • Geimpft mit 2 Dosen (Impfschema, homolog, heterolog), wobei Dosis 2 > 14 Tage und ≤ 180 Tage zurückliegt
  • Geimpft mit 3 Dosen (Impfschema, homolog, heterolog), wobei Dosis 3 > 7 Tage zurück liegt, oder falls Dosis 3 ≤ 7 Tage zurück liegt und Dosis 2 ≤ 180 Tage zurück liegt
  • Genesen + Geimpft (1x), wobei vorhergehende Impfung ≤ 180 Tage zurückliegt
  • Genesen + Geimpft (2x)
  • Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (1x), wobei vorhergehende Impfung ≤ 180 Tage zurückliegt
  • Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (2x)
  • Geimpft (2x) gefolgt von Genesen
  • Genesen, wobei vorgehende Labordiagnose ≤ 180 Tage zurückliegt
  • Genesen (2x)
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12 bis 17 Jahre
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18 bis 59 Jahre
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60+ Jahre

Österreich: 7-Tage Inzidenz der symptomatischen SARS-CoV2 Infektion nach Immunstatus und Altersgruppe

Tageweise 7-Tage Inzidenz der symptomatischen SARS-CoV2-Infektion per 100.000 Individuen nach SARS-CoV.2 assoziiertem Immunschutz (ausreichend, unzureichend, keiner; Definition nach NIG Anwendungsempfehlung für COVID-19-Impfung) in den Altersgruppen 12-17, 18-59 und 60+ Jahre der Bevölkerung Österreich, von 01.07.2021 bis 26.11.2021.

Die immunstatus-spezifische 7-Tage-Inzidenz bezieht sich auf den „mid-term“ Immunstatus der Bevölkerung, d. h. den Immunstatus der Bevölkerung am Tag 4 der jeweilig beobachteten 7-Tage-Periode (Datenstand 26.11.2021, Datenquellen EMS/AGES COVID-19-Datenbank und e-Impfpass).

Für die grau markierte Zeitperiode ist in den Folgetagen noch mit Nachmeldungen betreffend laborbestätigende SARS-CoV-2-Diagnose und Impfdaten und Daten zur klinischen Manifestation für die Fälle zu rechnen. Aufgrund dessen sind Änderungen der Impfstatus-Einstufung dieser symptomatischen Fälle und damit verbunden Änderungen im rezenten Verlauf der 7-Tage-Inzidenz nach Immunstatus nicht auszuschließen.

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12 bis 17 Jahre
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18 bis 59 Jahre
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60+ Jahre

7-Tage-Inzidenz der vergangenen Kalenderwoche

Tabelle 1: Kumulative Anzahl der Fälle von SARS-CoV 2-Infektionen nach Altersgruppe der vergangenen Kalenderwoche (22.11.2021 – 28.11.2021)

AltersgruppeFällein Prozentpro 100.000 Einwohner
<62.6483,2508,2
6-1416.32219,82.135,2
15-249.17311,2973,8
25-3411.59214,1958,8
35-4414.33117,41.209,2
45-5412.29014,9938,9
55-648.68710,6675,6
65-744.2145,1483,2
75-842.2142,7356,9
85+7831,0349,8

Altersdurchschnitt


Legende

    Impfdurchbrüche in Österreich

    Seit Anfang Februar waren in Österreich bei insgesamt 325.165 laborbestätigten Fällen von SARS-CoV-2 Infektionen mit klinischer Symptomatik unter Personen im Alter von 12 Jahren und älter 66.014 Fälle vollständig geimpft (20,30 %). Ein Impfdurchbruch liegt vor, wenn eine vollständig geimpfte Person an COVID-19 erkrankt. Die Wirksamkeit der Impfung ist sehr gut, es können aber nicht alle Infektionen bei den Geimpften verhindert werden. Wenn der Anteil an Geimpften in der Bevölkerung steigt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, trotz Impfung zu erkranken. Der prozentuale Anteil an Impfdurchbrüchen steigt, die Anzahl an Erkrankungen in der Bevölkerung insgesamt sinkt aber durch die Schutzwirkung der Impfung.

    Impfeffektivität

    In einer aktuellen Studie hat die AGES die Impfeffektivität der in Österreich zugelassenen COVID 19-Impfstoffe auf Bevölkerungsebene ermittelt. Für die Studie wurden nationale Surveillance-Daten zu den SARS-CoV-2-Fällen (Quelle: EMS) und die Impfstoffdaten aus dem nationalen Impfstoffregister im Zeitraum Kalenderwoche 5 bis Kalenderwoche 35 herangezogen. Die Ergebnisse der Studie liefern deutlich genauere Aussagen zur Impfeffektivität gegenüber der bisher verwendeten Screeningmethode. Mit der Studie wurde die Impfeffektivität in Bezug auf die Verhinderung der Infektion (unabhängig vom Auftreten von Symptomen) und der symptomatischen Infektion (Erkrankung) nach Altersgruppen, eingesetzten Impfstoffen und vorherrschender Virusvarianten (Alpha, Delta) berechnet.

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    Impfeffektivität in Bezug auf die Verhinderung einer symptomatischen Infektion, KW05 bis KW35 nach Altersgruppen und Impfstoff (AZ=Astra Zeneca, J&J=Johnson & Johnson, mRNA=Biontech/Pfizer bzw. Moderna).
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    Impfeffektivität in Bezug auf die Verhinderung einer symptomatischen Infektion, Delta-Periode (KW 27 bis KW 35) nach Altersgruppen und Impfstoff (AZ=Astra Zeneca, J&J=Johnson & Johnson, mRNA=Biontech/Pfizer bzw. Moderna)

    Die höchste Effektivität in Bezug auf den Schutz gegen die Infektion (unabhängig vom Auftreten von Symptomen) über alle Altersgruppen zeigen die mRNA-Impfstoffe, sowohl über den gesamten Studienzeitraum als auch gegenüber der Delta-Variante. Bei den über-60-Jährigen war die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astra Zeneca in der Delta-Periode annähernd gleich hoch. Am wenigsten effektiv bezogen auf die Verhinderung einer Infektion (unabhängig vom Auftreten von Symptomen) und auf die Verhinderung einer symptomatischen Infektion (Erkrankung) erwies sich der Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem gemäß Zulassung nur eine einmalige Impfung vorgesehen ist.
     
    Die Wirksamkeit der Impfstoffe in Bezug auf die Verhinderung einer schweren COVID-19-Erkrankung (z. B. einer Behandlung im Krankenhaus) sowie des tödlichen Ausgangs einer SARS-CoV-2-Infektion wurde in der Studie nicht berechnet, da der AGES derzeit noch keine verlässlichen Daten zum Schweregrad der COVID 19-Erkrankung bzw. keine Information über Hospitalisierung oder erforderliche Intensivpflege der COVID 19-Erkrankten vorliegen.

      Zusammenfassung: Impfeffektivität in Bezug auf SARS-CoV-Infektion der in Österreich eingesetzten COVID19-Impfstoffe: Ergebnisse einer populationsbasierten Kohortenstudie, Kalenderwoche 05-35, 2021 (430 K)
      Datei Download

    In Österreich wurde am 3. Jänner 2021 erstmals bei vier Personen die britische Variante des SARS-CoV-2-Virus (B.1.1.7) und bei einer Person die südafrikanische Varante (B.1.351) bestätigt. Seitdem werden Untersuchungsverfahren (PCR-basiert) in den Laboratorien der Bundesländer zur Auffindung von Fällen einer Infektion mit verdächtigten SARS-CoV2-Virusvarianten etabliert. Die bundesländerspezifischen Meldungen werden in der AGES validiert und laufend aktualisiert.

    Abgeklärte Fälle und Zuordnung zu Clustern

    Erste Studie über Re-Infektionsrisiko in ganz Österreich

    In Österreich wurden bis zum 21.2.2021 über 440.000 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. AGES, Medizinische Universität Graz und die Standford University haben erstmals für Österreich in einer Studie erhoben, wie sehr diese Menschen vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV-2 geschützt sind. Ergebnis: Das Risiko, sich nach durchlaufener Infektion erneut mit SARS-CoV-2 anzustecken ist um 91 Prozent niedriger als das Risiko, sich erstmalig mit SARS-CoV-2 zu infizieren.

    Die Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen verläuft aufgrund der schwerwiegenden Folgen der Pandemie in beschleunigter Form. Dabei fließt umfassendes bereits vorhandenes Wissen über Coronaviren und Impfstoffentwicklung ein.

    SARS-CoV-2 und Tiere

    Haus-, Heim- und Wild- bzw. Zootierarten, wie Katzenartige (inklusive Großkatzen wie Tiger, Löwen etc.), Hunde, Frettchen, Marderhunde, Hirsche, Goldhamster, Kaninchen und Primaten (z. B. Gorillas) können mit SARS-CoV-2 infiziert werden. In allen bekannten Fällen einer natürlichen Infektion erfolgte diese höchstwahrscheinlich über infizierte Menschen. Geflügel, Pferde, Rinder und Schweine können nicht oder nur sehr ineffizient infiziert werden.

    Ausführliche Information zu SARS-CoV-2 und Tieren

    Die wichtigsten Fragen und Antworten zu SARS-CoV-2 und COVID19

    Infoline Coronavirus: 0800 555 621

    Allgemeine Informationen zu Übertragung, Symptomen, Vorbeugung und Impfung (7 Tage in der Woche, 0 bis 24 Uhr).

    Wenn Sie Symptome aufweisen oder befürchten, erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte 1450 oder kontaktieren Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt.

    Contact Tracing 0720 506000

    Die Contact Tracing Taskforce (CTTF) der AGES unterstützt die lokalen Gesundheitsbehörden bei der Kontaktpersonennachverfolgung. Die dabei verwendete Telefonnummer lautet: 0720 506000.

    Epidemiologie

    Die Zahl der abgeklärten Fälle und ihre Zuordnung zu Clustern ändern sich mit dem Fortschreiten der epidemiologischen Abklärung. Für die Zuordnung zu einem Cluster wird jenes Setting gewählt, in dem die meisten Übertragungen innerhalb der jeweiligen Fallhäufung erfolgten:

    Clusteranalyse im Rahmen der SARS-CoV-2-Epidemie, Österreich 2020

    Analyse der in das österreichische Elektronische Meldesystem (EMS) eingepflegten, neu aufgetretenen (inzidenten) COVID19-Fälle. Die Auswertung wird wöchentlich aktualisiert.

    Epidemiologische Parameter des COVID19 Ausbruchs, Österreich, 2020

    Zentrum für Virologie, medizinische Universität Wien: SARS-CoV-2 (Neues Coronavirus-2019) – Überwachung in Österreich (Anzahl an getesteten Sentinel-Proben pro Woche)

    Reservoir, Übertragungsart und Erkrankung

    Seit Dezember 2019, beobachten die Gesundheitsbehörden eine Häufung von Fällen von Pneumonie in der chinesischen Stadt Wuhan. Die gemeinsame Verbindung der Patienten war der Aufenthalt auf einem Markt für Meeresfrüchte und exotische Wildtiere (Füchse, Krokodile, Schlangen, Pfaue) in Wuhan City, Provinz Hubei 2 bis 14 Tage vor Auftreten der Krankheits-symptome. Als verursachendes Agens wurde ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV, seit 11.02.2020 SARS-CoV-2) identifiziert, das mit dem SARS Coronavirus eng verwandt ist.


    Vertreter der Familie der Coronaviren können bei einer Reihe von Wirbeltieren wie Säugetiere, Vögel und Fischen Erkrankungen verursachen. Die häufigsten humanpathogenen Coronaviren, das Alphacoronavirus 229E und das Betacoronavirus OC43, die via Sekrettröpfchen oder kontaminierte Hände bzw. Oberflächen von Mensch-zu-Mensch übertragen werden, führen üblicherweise zu einer milden Infektion des oberen Respirationstraktes.

    Hingegen sind die hauptsächlich tierpathogenen Coronarviren, die auch von Tier zu Mensch übertragbar sind (zoonotische CoV), wie das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) und das MERS-Coronavirus (MERS-CoV), assoziiert mit schwerer respiratorischer Erkrankung. Das SARS Coronavirus, ausgehend von China, verursachte 2002/2003 eine Pandemie. Die Zibetkatze wurde als der natürliche Wirt identifiziert. Das MERS Coronavirus, bekannt seit 2012, hat als Wirt das Dromedar; Tier-zu-Mensch Übertragungen kommen sporadisch, und diese vor allem auf der arabischen Halbinsel vor.

    Klinische Manifestation assoziiert mit einer SARS-CoV-2-Infektion

    • milde Erkrankung der oberen Atemwege
    • milde Erkrankung der unteren Atemwege, gekennzeichnet durch milde Pneumonie 
    • schwere Erkrankung der unteren Atemwege ("SARI, severe acure respiratory infection“), gekennzeichnet durch schwere Pneumonie, ARDS und Sepsis.

    WHO: Dokumente zu Surveillance, Prävention, Kontrolle und Behandlung

    Informationen des ECDC

    Informationen des China CDC

    Robert Koch Institut: Epidemiologie, Diagnostik und Umgang mit Probenmaterial, Prävention und Bekämpfungsmaßnahmen

    Probenahme und Diagnostik

    Vergleich unterschiedlicher Nukleinsäure-Amplifikationssysteme für SARS-CoV-2

    Serologische Schnelltests sind zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 ungeeignet.
    Zum gesicherten Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 kommt stattdessen eine andere, auch von der WHO empfohlene Methode in Frage: Diese basiert auf dem Nachweis von Nucleinsäuren durch Polymerasekettenreaktion (PCR-Tests). Mehr Informationen dazu beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

    Der Virusnukleinsäure-Nachweis ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich. Es werden keine privaten Untersuchungen für gesunde Personen durchgeführt!
    Das Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien wurde vom Gesundheitsministerium als Referenzzentrale für respiratorische Viren, darunter auch SARS-CoV-2, benannt und fungiert als nationales Bestätigungslabor für SARS-CoV-2-positive Laborbefunde.

    Die Untersuchung von Proben (Abstrichtupfer), die durch Amtsärztinnen und Amtsärzte veranlasst wurden, erfolgt am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien, Zentrum für anthropogene Infektionen, Währingerstraße 25a, 1090 Wien. Es werden keine privaten Untersuchungen für gesunde Personen durchgeführt!

    Wir bitte Sie, von Fragen zu Befundergebnissen an unserem Institut Abstand zu nehmen. Aus Datenschutzgründen ist weder eine telefonische noch schriftliche Auskunft zu Analysenergebnissen möglich. Befunde werden an die einsendende Stelle übermittelt und können dort angefordert werden.
    Die MA15 (Ärztfunkdienst) hat für Auskünfte die Mailadresse Covidno@Spam@ma15.wien.gvno.Spam.at eingerichtet. Das Wiener Rote Kreuz gibt Auskunft über negative Testergebnisse und kann über C19-sampling-ccno@Spam@w.roteskreuzno.Spam.at kontaktiert werden.

    Probenannahme: Mo-Fr 8.00 – 16.00 Uhr, Sa/So 8.00 – 12.00 Uhr

    Probenmaterial für die PCR-Diagnostik:

    • Nasopharyngealabstrich
    • Oropharyngealabstrich
    • Sputum
    • BAL (Lungenspülflüssigkeit)
    • Endotracheales Aspirat

    Gesundheitsministerium: Liste von Labors, die SARS-CoV-2 Tests durchführen

    Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP):
    Empfehlungen zum Umgang mit Untersuchungsmaterial von Covid-19-positiven/-verdächtigen Patienten im Labor

    Video: Probenahme bei Coronavirus-Verdacht

    Antikörpernachweise

    Antikörpernachweise werden an Blutproben durchgeführt. Es wird davon abgeraten, das Ergebnis eines einmaligen Antikörpertests als Kriterium für die Diagnosestellung COVID-19 einzusetzen. Wenn jemand aber früher COVID-19 ähnliche Krankheitszeichen hatte und damals kein PCR-Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wurde, so kann ein Antikörpernachweis nachträglich die Diagnose einer stattgefundenen SARS-CoV-2-Infektion stützen. Generell macht ein Antikörpertest frühestens 14 Tage nach Infektion oder 10 Tage nach Auftreten erster Krankheitszeichen Sinn, vorher sind im Blut keine Antikörper nachzuweisen.

    Für einen sog. Schnelltest („Lateral Flow Assay”) zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 Antigen genügt im Allgemeinen die Entnahme weniger Bluttropfen aus einer Fingerkuppe. Das Ergebnis liefert eine qualitative Aussage.

    Im Regelfall werden in medizinischen Laboratorien Antikörpernachweise aber maschinell abgearbeitet; sie ermöglichen zudem eine quantitative Auswertung. Neben dem ELISA-Test (enzyme linked immunosorbent assay) kommen zunehmend vollautomatische Testsysteme zur Anwendung (z.B. CLISA-Test, Chemilumineszenz-Immunoassay; CMIA-Test, Chemilumineszenz-Mikropartikel-Immunoassay; ECLIA-Test, Elektrochemilumineszenz-Immunoassay). Als Probenmaterial sind hierfür Vollblut, Serum sowie Plasma geeignet.

    Der Nachweis von Antikörpern weist auf eine abgelaufene Infektion hin. Für die Feststellung einer Serokonversion – als Beleg für eine erst kürzlich erfolgte SARS-CoV-2-Infektion – sollte ein Serumpärchen im Abstand von ca. 14 Tagen gewonnen werden. Bei der Mehrzahl der Patienten findet eine Serokonversion in der 2. Woche nach Symptombeginn statt; laut Long et al. zeigten 100% ihrer Patienten am Tag 19 nach Auftreten erster Krankheitszeichen Antikörper [Long Q-X et al. Nat Med 2020], bei To et al. waren 100% ihrer Patienten bereits 14 Tage nach Auftreten erster Krankheitszeichen seropositiv [To KK-W et al. Lancet Infect Dis 2020]. Die Schwere des klinischen Verlaufs korreliert nicht mit Zeitpunkt und Menge der Antikörperbildung [Yongchen Z et al. Emerg Microbes Infect 2020]. Individuen ohne Krankheitszeichen können sogar trotz positiver PCR-Befunde seronegativ bleiben [Lee YL et al. J Infect 2020].

    Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt ein serologischer Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder dem Immunstatus eines Probanden zu. Der Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern schließt deshalb eine Infektiosität eines Patienten nicht mit Sicherheit aus. Das Vorhandensein neutralisierender Antikörper, die auf eine protektive Immunität hindeuten, kann in Speziallaboren mittels Serumneutralisationstest bestätigt werden.

    SARS-CoV-2 Neutralisationstest

    Im Neutralisationstest (NT) wird das Vorhandensein und die Anzahl der SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper bestimmt. Die meisten neutralisierenden Antikörper binden an die Oberflächenproteine des Virus und verhindern somit den Eintritt des Virus in empfängliche Wirtszellen, dadurch wird eine Infektion unterbunden. Die AGES verwendet (in einem BSL3 Labor) ein infektiöses SARS-CoV-2 Virus für den NT. Dabei wird eine definierte Virusmenge mit einer Verdünnungsreihe des zu untersuchenden Serums gemischt und nach Inkubationszeit auf empfängliche Zellen inokuliert (Zellkultur). Nach 4 Tagen wird der NT lichtmikroskopisch ausgewertet, dabei wird der Neutralisationstiter bestimmt. Der Titer ist der reziproke Wert der höchsten Verdünnungsstufe des untersuchten Serums, bei dem über 50 % aller empfänglichen Zellen intakt sind. Je höher der Titer, umso höher ist die Konzentration an SARS-CoV-2 neutralisierenden Antikörpern.

    Material:

    Trenngelröhrchen, sonstige Serumröhrchen, bzw. bereits abgefülltes Serum, Mindestmenge 0.5ml Serum. Die Proben sind als UN3373 der Kategorie B eingestuft.

    Einsendeadresse:
    AGES Mödling
    z. H. Dr. Barbara Holzer/Mag. Julia Figl
    Robert Koch Gasse 17
    2340 Mödling

    Untersuchungsdauer:

    Nach Erhalt der Proben mindestens 4 Arbeitstage (falls unschlüssig/grenzwertig wird eine Wiederholung zur Abklärung angesetzt).

    Befunderstellung:

    Die AGES übermittelt dem einsendenden Labor das Ergebnis: positiv/negativ für neutralisierende SARS-CoV-2 Antikörper, inkl. Titer, Nachweisgrenze: Titer > 4; Befunderledigung erfolgt über das einsendende Labor.

    Kosten: 70 € (ohne USt)/Einzelprobe (bei Einsendung über Labor)

    Achtung: beschränkte BSL3 Laborkapazität

    RT-LAMP - Loop-mediated isothermal amplification

    Mit dem LAMP-Verfahren des Vienna BioCenter steht eine Technologie zum einfachen, schnellen Nukleinsäurenachweis mit einem optimierten Testprotokoll für die SARS-CoV-2-Diagnostik zur Verfügung. Entwickelt wurden das Verfahren institutsübergreifend von Teams am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP).

    Dieser kostengünstige und einfach zu handhabenden Schnelltest basiert auf einer seit Jahren bewährten Methode zum Nachweis von Viren und anderen Pathogenen namens RT-LAMP (“Loop-mediated isothermal amplification”). RT-LAMP war aber bislang im Vergleich zum klassischen PCR-Test in Bezug auf Sensitivität und Robustheit weniger verlässlich. Beim klassischen PCR-Test wird das virale Erbmaterial erst in DNA umgeschrieben und diese dann durch Kopieren viele Male verdoppelt. Für diesen Prozess, und um die Vervielfältigung der DNA sichtbar zu machen, braucht man relativ teure Laborausstattung. Bei der RT-LAMP Methode des Vienna BioCenter reicht dagegen ein Inkubator oder ein einfaches Wasserbad mit einer konstanten Temperatur von 63 Grad Celsius. Ein positives Ergebnis ist dann schon nach dreißig Minuten über einen Farbumschlag in der Probe auch für Laien erkennbar.

    Dieses einfache und schnelle Verfahren erlaubt es gerade für Bereiche mit beschränkter Labor-Infrastruktur, rasch und billig Testkapazitäten zu schaffen. Ein weiterer Vorteil der Methode ist, dass alle benötigten Reagenzien einfach bezogen werden können und keinem Patent unterliegen. Interessierte finden auf www.rtlamp.org/de konkrete Informationen, wie sie RT-LAMP Tests durchführen können, eine Materialliste, Videos und weitere Erklärungen.

    Informationen zu Arbeitsrecht, Reiserecht, Schulen, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, Unterstützung

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