Ansteckende Pferdemetritis

Kontagiöse equine Metritis, Contagious equine metritis (CEM)

Zuletzt geändert: 17.05.2021
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Tierseuchenkategorien: D E

Die Ansteckende Pferdemetritis ist eine bakterielle Deckinfektion der Pferde, die bei Stuten zu temporärer Unfruchtbarkeit führt. Menschen werden nicht infiziert.

Vorkommen

Berichte über das Vorkommen stammen aus Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. Einige Länder, wie z. B. USA, Kanada, Australien oder Japan meldeten eine Tilgung der Erkrankung durch entsprechende Bekämpfungsprogramme. 2020 sind in Europa insgesamt 192 positive Fälle aufgetreten.

Wirtstiere

Pferde und andere Equiden

Infektionsweg

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich mit dem Deckakt oder mit der künstlichen Besamung. Eine indirekte Übertragung über kontaminierte Gerätschaften bzw. über Personen ist möglich.

Inkubationszeit

2-12 Tage

Symptomatik

Bei Stuten kommt es zu Vaginitis, Zervizitis und Endometritis mit schleimig-eitrigem Ausfluss und temporärer Unfruchtbarkeit. Häufig fehlen aber markante klinische Erscheinungen, Umrossen ist oft das einzige Symptom. Infizierte Hengste zeigen keine klinischen Symptome.

Therapie

Eine Kombination einer systemischen Antibiotikatherapie mit einer lokalen antiseptischen Waschung kommt sowohl bei der Stute als auch beim Hengst zur Anwendung. Besonders bei Stuten wird eine Erregerfreiheit nicht immer erreicht.

Vorbeugung

Regelmäßige Untersuchung aller Zuchttiere vor dem Decken bzw. Absamen und Ausschluss der positiven Tiere von der Zucht. Hygienemanagement zur Verhinderung indirekter Übertragungen.

Situation in Österreich

In Österreich ist der letzte positive Fall 2009 an das europäische Referenzlabor gemeldet worden. In Österreich ist die Ansteckende Pferdemetritis nicht meldepflichtig.

Fachinformation

Ansteckende Pferdemetritis (Kontagiöse Equine Metritis) ist eine nur bei Equiden vorkommende, nicht-systemische Erkrankung der Geschlechtsorgane, ausgelöst durch Taylorella equigenitalis, ein unbewegliches, gramnegatives, mikroaerophiles Stäbchen. Taylorellen sind sehr anspruchsvoll und vermehren sich nur sehr langsam. Daher werden die Kulturen mindesten 7 Tagen bebrütet, einige Länder verlangen im Rahmen von Importkontrollen auch eine längere Bebrütungszeit.

Symptomatik

Infizierte Hengste sind asymptomatische Träger und zeigen keinerlei Symptome. Bei den Stuten variieren die Symptome stark von deutlichen klinischen Anzeichen einer Vaginitis, Zervizitis und Endometritis mit mukopurulentem vaginalen Ausfluss bis hin zu subklinischen Infektionen. Eine mehrere Wochen dauernde temporäre Infertilität entsteht unabhängig vom Grad der übrigen Symptome. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Nach der Genesung können Stuten monatelang Keimträger bleiben und als Ansteckungsquelle fungieren.

Diagnostik

Das von der OIE empfohlene Nachweisverfahren ist der direkte Erregernachweis durch Kultivierung. Für Untersuchungen im Rahmen der RL 92/65 EWG sind auch molekularbiologische Methoden (PCR) zugelassen.

Probenahme, Transport:

Tupferproben müssen in Transportmedium mit Aktivkohle gekühlt an das Labor geschickt werden. Zwischen Probenahme und Untersuchung dürfen nicht mehr als 48 Stunden vergehen. Ungekühlte Proben müssen innerhalb von 24 Stunden untersucht werden. Die Probenahme darf erst mindestens 7 Tage nach einer parenteralen und 21 Tage nach einer lokalen Antibiotikatherapie erfolgen.

Probenentnahme Stute:

  • Fossa clitoridis
  • Sinus clitoridis
  • Uterus bzw. Zervix

Probenentnahme Hengst:

  • Fossa glandis
  • Urethra
  • Penisschaft (Umschlagstelle)     
  • Bei Besamungshengsten ein Tupfer von Vorsekret oder Samen

Kontakt, Formulare

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Robert Koch-Gasse 17
2340 Mödling
Tel: +43 50 555-38112
Fax: +43 50 555-38529
vetmed.moedlingno@Spam@agesno.Spam.at

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