Will ein Landwirt eine gentechnisch veränderte (GV) Sorte verwenden, muss sowohl das Event als auch die Sorte zugelassen sein. Erst wenn das Event zugelassen ist, können die nationalen Behörden Sorten, die dieses Event besitzen, im Sortenzulassungsverfahren prüfen.

Die Sortenprüfung einer GV-Sorte umfasst, wie auch bei der Zulassung traditionell gezüchteter Sorten, zwei Teile:

  • In der Registerprüfung (DUS) werden zahlreiche Merkmale erhoben, anhand derer die Unterscheidbarkeit, Homogenität und Beständigkeit einer Sorte festgestellt wird.
  • Ein „landeskultureller Wert“ wird einer Sorte nur dann zugemessen, wenn die Summe ihrer wertbestimmenden Eigenschaften eine Verbesserung gegenüber den bereits zugelassenen Sorten darstellt.

In Österreich werden aufgrund der gesetzlichen Vorgaben keine GV-Sorten geprüft und können daher auch nicht zugelassen werden. In einzelnen EU-Mitgliedstaaten, z. B. Spanien, sind national GV-Sorten gelistet. Dadurch können diese GV-Sorten in die EU-Liste (Gemeinsamer Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten) aufgenommen werden. Gelistete GV-Sorten können nur dann in EU-Mitgliedstaaten angebaut werden, wenn in diesen keine nationalen Verbote wie in Österreich vorliegen. Das heißt, dass Saatgut von GV-Sorten gemäß aktuellen Rechtsvorschriften in Österreich derzeit nicht angebaut werden darf.

In der EU-Liste sind GV-Sorten eindeutig durch Fußnoten, die auf den zugelassenen Event verweisen, gekennzeichnet.

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