Rückstände und Kontaminanten

Weingarten, Stadt

Stoffe, die natürlicherweise in der Umwelt vorkommen oder durch industrielle Prozesse freigesetzt werden, können als Verunreinigungen der Luft, des Wassers und des Bodens auch in die Nahrungskette und somit in die Lebensmittel gelangen. Derartige Stoffe in Lebensmitteln werden als Kontaminanten bezeichnet. Im Gegensatz dazu werden Stoffe, die bei der Produktion von Lebensmitteln bewusst eingesetzt wurden (Tierarzneimittel, Pflanzenschutzmittel…), als Rückstände in Lebensmitteln bezeichnet.

Zu den Kontaminanten zählen unter anderem Schwermetalle, Mykotoxine, Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCBs).

Überwachung und Kontrolle

Natürlichen Ursprungs sind Schimmelpilzgifte, so genannte Mykotoxine, in Getreide und Nüssen. Mykotoxine sind sehr stabil und werden durch Zubereitung nicht zerstört. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass bis zu 25 Prozent der Weltproduktion von Nahrungsmitteln mit Mykotoxinen kontaminiert sind. Besonders gefährdet sind Nutztiere, die verschimmeltes Futtermittel fressen. Im Gegensatz zu früher (Mutterkornvergiftungen) stellen Mykotoxine heute bei uns für den Menschen keine akute Bedrohung mehr dar.

Je weniger anfällig eine Pflanze für Pilzbefall ist, desto geringer ist das Risiko für die Bildung von Mykotoxinen. In einem Forschungsprojekt untersuchen AGES-ExpertInnen u. a. welchen Einfluss die Sortenwahl bei Mais auf den Mykotoxingehalt im Erntegut hat und wie hoch die aktuelle Mykotoxinbelastung in der österreichischen Maisernte ist. Diese Informationen können dann rasch an Landwirte, Verarbeiter und Futtermittelwirtschaft weitergegeben werden.

Für Pestizide existieren ein nationales Überwachungsprogramm, das nach einem von AGES und Gesundheitsministerium entwickelten Kontrollplan durchgeführt wird sowie ein EU-Rückstandskontrollprogramm. Die Proben beider Programme werden in den Labors der AGES analysiert.

Im  Nationalen Rückstandskontrollplan (NRKP) werden Fleisch, Milch, Eier und Honig auf Rückstände von Tierarzneimitteln und Hormonen untersucht. Die Hauptziele des NRKPs sind das Aufdecken illegaler Anwendung von verbotenen bzw. nicht zugelassenen Stoffen sowie die Kontrolle des gesetzeskonformen Einsatzes von zugelassenen Arzneimitteln. Weiters wird die Belastung mit verschiedenen Umweltkontaminanten (Schwermetalle, Mykotoxine etc.) erfasst. Im Jahr 2014 wurden in 20 aus insgesamt 9.961 untersuchten Planproben Rückstände oder Kontaminanten gefunden, die zu einer Überschreitung der Grenzwerte geführt haben bzw. bei denen nicht zugelassene oder verbotene Stoffe nachgewiesen werden konnten.

Nationale Referenzlabors

Die Nationalen Referenzlabors der AGES für Mykotoxine, für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und für Pestizidanalytik spielen eine wesentlich Rolle in der Überwachung von Rückständen und Kontaminanten in Lebensmitteln. Sie bilden auch die Grundlage für eine weitere wichtige Aufgabe der AGES: Die Risikobewertung.
Risikobewertungen werden auf Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse durchgeführt. Dazu werden Daten aus wissenschaftlicher Forschung, toxikologischen Studien, epidemiologische Studien und Statistiken herangezogen. Es werden auch national und international durchgeführte Risikocharakterisierungen herangezogen. Daraus können Kennzahlen abgeleitet werden, die angeben, welche Menge einer Substanz aufgenommen werden kann, ohne dass es zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung kommt.

AGES-Themen Rückstände und Kontaminanten
Rückstandskontrollplan Tierarzneimittel und Umweltkontaminanten
Pestizidmonitoringberichte
Nationales Referenzlabor für Mykotoxine
Nationales Referenzlabor für PAK
Nationales Referenzlabor für Pestizidrückstände

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