Hülsenfrucht des Monats November: Mungbohne

Zuletzt geändert: 23.02.2017
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Mungbohnen

Die Gattung Vigna umfasst zwischen 100 und 150 Arten und Unterarten. Die Mungbohne, Vigna radiata (L.) Wilczek ist eng mit der Adzukibohne, Vigna angularis (Willd.) Ohwi & H.Ohashi, der Augenbohne, Vigna unguiculata (L.) Walp., und der Urdbohne, Vigna mungo (L.) Hepper, verwandt. Die Namensgebung hat dazu beigetragen, das letztere gern mit der Mungbohne verwechselt wird. Die Hauptanbaugebiete der Mungbohne liegen heute in Indien, China und Afrika.

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Mungbohnen

Die Gattung Vigna umfasst zwischen 100 und 150 Arten und Unterarten. Die Mungbohne, Vigna radiata (L.) Wilczek ist eng mit der Adzukibohne, Vigna angularis (Willd.) Ohwi & H.Ohashi, der Augenbohne, Vigna unguiculata (L.) Walp., und der Urdbohne, Vigna mungo (L.) Hepper, verwandt. Die Namensgebung hat dazu beigetragen, das letztere gern mit der Mungbohne verwechselt wird. Die Hauptanbaugebiete der Mungbohne liegen heute in Indien, China und Afrika.

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Botanik

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Mungbohne
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Blatt der Mungbohne
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Blüte der Mungbohne
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Hülsen und Samen der Mungbohne

Die Mungbohne, Vigna radiata (L.) R.Wilczek, auch Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne genannt, gehört zur Familie der Fabaceae/ Leguminosae oder Schmetterlingsblütler bzw. Hülsenfrüchtler.
 
Die einjährige, krautige Pflanze wächst aufrecht, ist meist stark verzweigt und wird 30-150 cm groß. Ihre wechselständig am Stängel angeordneten Blätter sind 10 bis 15 cm lang gestielt und dreizählig. Die einzelnen Blättchen haben eine breitovale, zugespitzte Blattfläche mit einer Länge zwischen 5 und 10 cm und einer Breite zwischen 4 und 6,5 cm. Die Blätter sind wie der Stängel stark behaart.

Die fahl- bis schwefelgelben Schmetterlingsblüten stehen in gestielten, wenigblütigen Blütentrauben. Die Mungbohne ist weitgehend selbstbefruchtend, d. h. die Befruchtung findet bereits in der geschlossenen Schmetterlingsblüte statt. Nach dem Abblühen entstehen meist zwei lange, linear zylindrische Hülsen. Die behaarten, 4-10 cm langen Hülsenfrüchte sind zunächst grün und färben sich zur Reife dunkelbraun bis schwarz. Sie beinhalten zwischen 7 und 20 bräunlich oder gelblich grüne Samen mit deutlichem Nabel. Von der Form her können sie rund und prall, aber auch länglich bis quadratisch abgerundet sein.

Inhaltsstoffe

Die Mungbohnen haben einen Rohproteingehalt von 24,0 bis 25,6 %. Aufgrund des hohen Lysingehalts von maximal 9,4 g je 16 g N ist die Aminosäurezusammensetzung des Rohproteins sehr hochwertig. Daneben enthalten Mungbohnen die essentiellen Aminosäuren Leucin, Isoleucin, Threonin, Cystin, Tryptophan, Methionin, Phenylalanin und Valin. Der Rohfettgehalt ist mit 1,3 % niedrig und beinhaltet mehr als 50 % ungesättigte Fettsäuren. Der Gehalt an Kohlehydraten liegt bei 69,2 %, der Rohfasergehalt bei 4,9 % und Asche bei 3,9 %.
Mungbohnen-Samen enthalten zudem zahlreiche Vitamine (Vitamin A, B1, B2, B6, Niacin, Folsäure, Vitamin C, E und K) und Mineralstoffe (u. a. hohe Mengen an Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor) sowie das wichtige Spurenelement Eisen.

Verwendung einst und heute

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Mongbohne (Dillenius 1732)

Die Mungbohne gehört zu den wichtigsten Hülsenfrüchten in Asien, vor allem in Indien, Südost- und Ost-Asien.

Es werden einerseits die Mungbohnen-Samen und andererseits deren Keimlinge, die sogenannten "Sojasprossen" verwendet. Auch grüne Hülsen werden selten als Salat oder Gemüse verzehrt. In Indien steht eindeutig die Kornnutzung im Vordergrund. In China und den USA werden Mungbohnen vor allem zur Erzeugung von Sojasprossen genutzt.

Mungbohnen sind nussig im Geschmack und somit vielseitig einsetzbar. Eine klassische Spezialität sind indische Eintöpfe wie etwa das Dhal, das aus ganzen oder geschälten und halbierten (kein Einweichen nötig) Mungbohnen-Samen zubereitet wird. Außerdem werden die Bohnen zu Mehl verarbeitet, das u. a. zur Herstellung asiatischer Glasnudeln verwendet wird. Die Mungbohnen-Sprossen können in Salaten, Suppen oder klassischen Wok-Gerichten zubereitet werden.

Mungbohnen werden traditionell auch in der Volksmedizin angewendet. Man nutzt sie sowohl innerlich bei Blähungen, Erkältungen, Rheumatismus und bei Problemen mit der Leber, als auch äußerlich. Zudem baut man die Pflanze als Grünfutter, Heu, Silage sowie zur Gründüngung und als Bodendecker. Auch Neuaustrieb und Dreschabfälle werden als Viehfutter genutzt.

Landwirtschaftliche Aspekte

Die Mungbohne kommt mit relativ wenig Wasser aus und wächst auch noch in Höhenlagen bis zu 2.000 m. Sie verträgt Temperaturen bis 10 °C, entwickelt sich aber optimal bei einer Temperatur zwischen 20 und 28 °C. Für den Anbau werden kräftige, schwere Böden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5, die nicht zu Staunässe neigen, bevorzugt.

Die Aussaat erfolgt zu Beginn oder am Ende der Regenzeit. Geerntet wird etwa 80 bis 120 Tage nach der Aussaat. Die Erträge liegen üblicherweise zwischen 4 und 6 dt/ha mit Maximalerträgen bis zu 20 dt/ha.

Im Zeichen der Vielfalt

In der europäische Datenbank für genetische Ressourcen (http://eurisco.ipk-gatersleben.de) sind derzeit 1.070 Vigna radiata-Akzessionen gelistet, wobei diese hauptsächlich in Genbanken in Russland erhalten werden. Im Österreichischen Verzeichnis für genetische Ressourcen (Index Seminum) findet man eine Mungbohne und drei Augenbohnen (Vigna uniculata) (www.genbank.at/nationales-verzeichnis.html).

Literatur

Literatur

Dillenius, J.J. (1732) Hortus Elthamensis, vol. 2 p. 314A, t. 235, fig. 304

Lieberei R., Franke W., Reisdorff Ch. (2012) Nutzpflanzenkunde. 8. Aufl., Georg Thieme Verlag, Stuttgart.

EU-Sortenkatalog: http://ec.europa.eu/food/plant/plant_propagation_material/plant_variety_catalogues_databases/search/public/index.cfm

http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2000/320/original/mungbohn.htm

www.genbank.at

www.naehrwertrechner.de

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