Infektionskrankheiten: Kein relevantes Risiko durch Flüchtlinge

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Zuletzt geändert: 28.06.2016

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt klar fest, dass es entgegen der weit verbreiteten Auffassung keinen systematischen Zusammenhang zwischen Migration und der Einschleppung von Infektionskrankheiten gibt.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Menschen auf der Flucht nicht ebenfalls krank werden können oder krank sind. Infektionskrankheiten sind weltweit verbreitet. Flüchtlinge haben lange, erschöpfende Reisen hinter sich; sauberes Wasser, einwandfreie Lebensmittel und Möglichkeiten, sich selbst oder seine Kleidung zu waschen, sind auf der Reise nicht immer vorhanden. Beengte Verhältnisse, zum Beispiel in Flüchtlingstrecks oder Aufnahme-/Verteilzentren, begünstigen die Übertragung von Krankheitserregern.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt klar fest, dass es entgegen der weit verbreiteten Auffassung keinen systematischen Zusammenhang zwischen Migration und der Einschleppung von Infektionskrankheiten gibt.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Menschen auf der Flucht nicht ebenfalls krank werden können oder krank sind. Infektionskrankheiten sind weltweit verbreitet. Flüchtlinge haben lange, erschöpfende Reisen hinter sich; sauberes Wasser, einwandfreie Lebensmittel und Möglichkeiten, sich selbst oder seine Kleidung zu waschen, sind auf der Reise nicht immer vorhanden. Beengte Verhältnisse, zum Beispiel in Flüchtlingstrecks oder Aufnahme-/Verteilzentren, begünstigen die Übertragung von Krankheitserregern.

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Übersicht über das Auftreten ausgewählter Infektionskrankheiten in Österreich

Die untenstehenden Grafiken zeigen eine Darstellung jener Infektionskrankheiten, bei denen mit dem Auftreten von Erkrankungsfällen im Rahmen der aktuellen Flüchtlingsbewegungen zu rechnen ist. Die gemeldeten Erkrankungsfälle werden regelmäßig aktualisiert.

Tuberkulose

Tuberkulose

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, an der man sich im Regelfall nicht leicht anstecken kann: Im Regelfall muss man sich dafür über Stunden mit einer an offener Tuberkulose erkrankten Person in einem geschlossenen Raum aufhalten. In Österreich werden pro Jahr rund 650 Fälle dokumentiert.

Im Jahr 2015 wurden nach vorläufigem Stand (Daten-Stand 13.06.2016) 584 Tuberkulosefälle diagnostiziert. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 wurden in Österreich 586 Tuberkulosefälle registriert.

Shigellen-Ruhr

Diese Durchfallerkrankung wird entweder direkt von Mensch zu Mensch übertragen oder über verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser sowie eine verunreinigte Umgebung (z. B. beim Reinigen von WC-Anlagen). Sie ist weltweit verbreitet. In Österreich tritt sie meistens als „Urlaubsandenken“ nach Reisen in Länder mit schlechten hygienischen Verhältnissen auf. Die Krankheit ist gut behandelbar.

Im Jahr 2015 (Jänner bis Ende November) wurden in Österreich 87 Shigellose-Fälle registriert: 53 Fälle bei Personen österreichischer Staatsangehörigkeit, 34 bei Personen einer anderen Staatsangehörigkeit. Im Jahr 2014 (Jänner bis Ende November) wurden 73 Fälle von Shigellose festgestellt; 64 Fälle bei Personen mit österreichischer Staatsangehörigkeit und 9 Fälle bei Personen mit einer anderen Staatsangehörigkeit.

Information des europäischen Zentrums für Seuchenprävention und Kontrolle zu Shigellose bei Flüchtlingen in Europa

Eurosurveillance, Shigellosis in refugees, Austria

Information zu Shigellen-Ruhr

Typhus

Typhus wird durch eine Salmonellenart (Salmonella Typhi) verursacht, einem Bakterium, das nur beim Menschen vorkommt. Die Krankheit findet man in allen subtropischen und tropischen Regionen mit schlechtem Hygienestandard. Hauptverbreitungsgebiete sind Nordafrika, Ostafrika, Indien, Nepal, Peru, Indonesien.

Im Jahr 2014 wurden neun Fälle gemeldet, im Jahr 2015 zwei Fälle. 2016 wurden bisher vier Fälle gemeldet.

Malaria

Malaria kommt in vielen tropischen und subtropischen Regionen vor. Das klassische Hochrisikogebiet für Malaria ist das tropische Afrika. Auch in Indien, Sri Lanka, in vielen Teilen des Fernen Ostens sowie im Amazonasgebiet ist Malaria verbreitet. In Österreich werden pro Jahr etwa 60 bis 90 Malariaerkrankungen nach Fernreisen registriert.

Hepatitis A

Hepatitis A

Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Der Mensch ist Hauptwirt, die Übertragung erfolgt durch engen Personenkontakt sowie durch mit dem Hepatitis A-Virus verunreinigte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände. Die Erkrankung äußert sich meist durch Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Gelbsucht, die aber in der Regel vollständig ausheilt.

Monatliche Anzahl der Fälle von Hepatitis A in Österreich 2013 bis 2016

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