Internationaler Tag der Biodiversität

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Zuletzt geändert: 22.05.2017

Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Unter Biodiversität versteht man einerseits die Unterschiedlichkeiten unter allen Lebewesen auf der Erde, andererseits auch die Unterschiede innerhalb der Arten von Lebewesen.
Diese Vielfalt zeigt sich in den verschiedenen Ökosystemen, wie sie natürlich, aber auch durch den Menschen entstanden sind: Ein Auwald hat ebenso wie ein vom Menschen angelegter Fichtenforst seine eigene spezifische Tier- und Pflanzenwelt. Innerhalb eines Ökosystems zeigt sich wiederum die Vielfalt der unterschiedlichen Arten: Im Ökosystem Eichen-Hainbuchen-Wald zum Beispiel findet man bis zu 25 unterschiedliche Bäume und Sträucher sowie 50 unterschiedliche Gräser und krautartige Pflanzen. Und schließlich gibt es innerhalb einzelner Arten zahlreiche Varianten – man denke nur an die zahlreichen verschiedenen Getreide- oder Gemüsearten.

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Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Unter Biodiversität versteht man einerseits die Unterschiedlichkeiten unter allen Lebewesen auf der Erde, andererseits auch die Unterschiede innerhalb der Arten von Lebewesen.
Diese Vielfalt zeigt sich in den verschiedenen Ökosystemen, wie sie natürlich, aber auch durch den Menschen entstanden sind: Ein Auwald hat ebenso wie ein vom Menschen angelegter Fichtenforst seine eigene spezifische Tier- und Pflanzenwelt. Innerhalb eines Ökosystems zeigt sich wiederum die Vielfalt der unterschiedlichen Arten: Im Ökosystem Eichen-Hainbuchen-Wald zum Beispiel findet man bis zu 25 unterschiedliche Bäume und Sträucher sowie 50 unterschiedliche Gräser und krautartige Pflanzen. Und schließlich gibt es innerhalb einzelner Arten zahlreiche Varianten – man denke nur an die zahlreichen verschiedenen Getreide- oder Gemüsearten.

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AGES Genbank

In der Genbank der AGES in Linz werden die Samen von über 5000 landwirtschaftlichen Kulturarten gelagert. Sehr viele dieser Arten werden heute nicht mehr angebaut – sie enthalten aber genetische Informationen, die eines Tages wieder von Bedeutung werden können. Sie sind zum Beispiel tolerant gegen verschiedene Krankheiten oder sie können gut mit Wassermangel umgehen.
Die meisten dieser Samen werden bei -18 °C gelagert. Auf diese Weise bleiben sie jahrzehntelang keimfähig. Auf Versuchsparzellen werden jedes Jahr neue Samen gezogen, auf ihre Lebens- und Keimfähigkeit überprüft und wieder eingefroren. In der Genbank lagert auch die älteste bekannte Hafersorte Österreichs: Beim Abriss eines alten Gebäudes wurden Samen von Haferpflanzen gefunden, die im Jahr 1809 als Dämm-Material verbaut worden waren. Die Samen keimten tatsächlich noch aus, als „Schlägler Hafer“ sind sie nun Teil der genetischen Vielfalt österreichischer Nahrungspflanzen.

Genbank für landwirtschaftliche Kulturpflanzen, Heil- und Gewürzkräuter

Einen kleinen Überblick über die Vielfalt der Pflanzen in der Genbank bietet die „Pflanze des Monats“: Jeden Monat beschreibt die AGES eine Pflanzenart genauer – von Heil- und Gewürzkräutern über wichtige Nahrungspflanzen bis hin zu gefährdeten Arten.

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Hirse
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Bohne
Schmetterlingsblüte der Ackerbohne
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Senf
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Küchenschelle

Sortenvielfalt

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Winterraps: Bienenweide und Beitrag zur Artendiversität in der Kulturlandschaft.
Landschaftsaufnahme mit gelben Rapsfeld im Hintergrund und grünem Weizenfeld im Vordergund.
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Braugerste
Ähren einer Braugerste
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Sonnenblumenblüte
Sonnenblumenblüte
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Zuckerrübenbestand

Bis 1975 wurden in Österreich lediglich zwei bis drei Rapssorten angebaut. Das aus diesen Sorten gewonnene Rapsöl war zudem nicht für den menschlichen Genuss geeignet. Heute sind es 38 Rapssorten, die für den Anbau zugelassen sind und deren blühende Bestände im Frühjahr nicht mehr aus dem Landschaftsbild in Österreich wegzudenken sind.
http://www.ages.at/themen/landwirtschaft/sorte/biodiversitaet-bei-winterkoernerraps

Auch bei Weizen, Roggen und Mais können Landwirte heute aus einer drei bis vier Mal so großen Sortenzahl wählen, welche Sorte für die jeweiligen Anbaubedingungen am besten geeignet ist. In der AGES werden seit 20 Jahren jährlich zwischen 320 und 420 neue Sorten landwirtschaftlicher Kulturarten auf ihren „landeskulturellen Wert“ hin überprüft - das bedeutet, ob sie für den Anbau in Österreich und für die Verarbeitung als Lebensmittel geeignet sind. Die für die Produktionsweise und Region besten Sorten werden in die „Österreichische Sortenliste“ aufgenommen.

In den vergangenen fünf Jahren wurden für Getreide über 20 so genannte Erhaltungssorten und bei Gemüse über 100 Erhaltungssorten bzw. für den Anbau unter besonderen Bedingungen gezüchtete Sorten in die Sortenliste aufgenommen. Damit stehen insbesondere bei Paprika, Pfefferoni, Salat, Tomate und Stangenbohne verschiedene alte Sorten auch für den Heimgartenbereich zur Verfügung.
http://www.ages.at/themen/landwirtschaft/sorte/arten-und-sortenvielfalt-einst-und-jetzt

Landwirte können mit dem AGES-Sortenfinder online nach jenen Sorten suchen, die ihren Vorgaben entsprechen. Der Sortenfinder basiert auf regionalen Ertragsdaten und bietet Informationen zu Winterweizen, Wintergerste, Körnermais, Kartoffel, Zuckerrübe und Winterkörnerraps.

In Österreich wird der Anbau von alten österreichischen Sorten, deren Bestand sonst gefährdet wäre, gefördert. 47 Getreide-, Mais- und Hirsesorten, acht Buchweizen- und Leguminosensorten, fünf Erdäpfel- und Stoppelrübensorten, sieben Öl- und Faserpflanzensorten und acht Sorten von Gemüsearten sind in der Sortenliste für seltene landwirtschaftliche Kulturarten eingetragen.

Vielfalt in der AGES

Im Rahmen des Internationalen Vertrages über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft nimmt auch Österreich am erleichterten Austausch von Pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft teil. Gemäß dieses Vertrags werden weltweit Muster für Züchtung und Forschung weitergegeben. Die AGES ist Kontaktstelle in Österreich und war daher auch beim diesjährigen Festakt der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO zum Internationalen Tag der Biodiversität am 19. Mai in Genf vertreten.

Die AGES bietet Fort- und Weiterbildungs-Seminare, -Workshops, Informationsveranstaltungen und Betriebsbesichtigungen zu Bildungsvorhaben der Ländlichen Entwicklung (LE 14-20) inklusive ÖPUL an. Mit der Veranstaltungsreihe „Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung in Theorie und Praxis“ werden biodiversitätsfördernde Maßnahmen behandelt. Im Vordergrund steht der Betriebserfolg mit der Anbauplanung der richtigen Sorte und des Saatgutes (SLK, Bio). Für den Bio-Landbau und für die integrierte biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung werden u. a. die Agrar-Online Tools der AGES zur SLK, der Bio-Saatgutdatenbank, dem AGES-Sortenfinder und dem AGRAR-Commander demonstriert.

Die AGES nimmt sich auch als Unternehmen der biologischen Vielfalt an: Hinter dem heuer gestarteten Projekt "Biodiversitätsnahe Bewirtschaftung auf dem Areal der AGES-Betriebsstätte Wien Spargelfeld" steht die Idee, öffentliche Flächen und Betriebsgelände, am besten in besiedelten Räumen wie Städten, zu Biodiversitätsflächen zu restaurieren und nachhaltig zu bewirtschaften. Die Flächen kommen ohne Düngung, ohne Pflanzenschutz und ohne Bewässerung aus und werden für Demonstrations- und wissenschaftliche Projekte genutzt.

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Die Violette Königskerze gilt in Östereich als gefährdet
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