Fragen zu Hanf

Zuletzt geändert: 05.04.2017

Hanf

Hanf (Cannabis) gehört zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Die frühesten  Nachweise für eine Verwendung der Hanffasern reichen bis in das dritte Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Hanffasern wurden zur Herstellung von Segeltuch, Tauen und Seilen bis weit in das 20. Jahrhundert genutzt. Heute finden sie Anwendung in Textilien, Zellstoffen, Papieren sowie naturfaserverstärkten Kunststoffen. Neben dem Gebrauch als Faser- und Ölpflanze wird Hanf auch als Arzneimittel und (illegal) als Rauschmittel (Marihuana, Haschisch) verwendet.

Hanf (Cannabis) gehört zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Die frühesten  Nachweise für eine Verwendung der Hanffasern reichen bis in das dritte Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Hanffasern wurden zur Herstellung von Segeltuch, Tauen und Seilen bis weit in das 20. Jahrhundert genutzt. Heute finden sie Anwendung in Textilien, Zellstoffen, Papieren sowie naturfaserverstärkten Kunststoffen. Neben dem Gebrauch als Faser- und Ölpflanze wird Hanf auch als Arzneimittel und (illegal) als Rauschmittel (Marihuana, Haschisch) verwendet.

Inhaltsstoffe von Hanf

Inhaltsstoffe von Hanf

Für die Hanfpflanze (Cannabis sativa) sind zahlreiche Inhaltsstoffe nachgewiesen, u. a. rund 60 verschiedene Cannabinoide. Am bekanntesten ist THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol), das die berauschende Wirkung verursacht. Ein weiteres Cannabinoid, das Cannabidiol (CBD), ist nicht psychoaktiv, löst also keine Rauschzustände aus. Ihm wird angstlösende, nervenzellenschützende (neuroprotektive), antipsychotische, entzündungshemmende, Brechreiz hemmende und muskelerschlaffende (krampflösende) Wirkung zugeschrieben. Ebenso werden hemmende/heilende Wirkungen bei bestimmten Krebsarten angesprochen.

Viele dem Cannabidiol zugeschriebene Wirkungen sind jedoch bislang wissenschaftlich nicht bestätigt. Die Cannabinoide werden in speziellen Drüsenhaaren im Bereich des Blütenstands gespeichert und sind in geringerem Ausmaß auch in den Blättern und Stängeln der Pflanze vorhanden. Hanfsamen enthalten keine Cannabinoide, sind aber reich an fettem Öl. Der Gehalt an den einzelnen Inhaltsstoffen hängt von der Hanfsorte und klimatischen Faktoren ab.

Anbau von Faserhanf

Anbau von Faserhanf

Faserhanf ist in der EU und in Österreich sorten- und saatgutrechtlich geregelt. Der Anbau der betreffenden Hanfsorten  unterliegt nicht dem Suchtmittelgesetz, wenn deren THC-Gehalt nicht über 0,3 % liegt. Dies ermöglicht die Gewinnung der Fasern und Samen sowie Blätter.

Hingegen dürfen die THC-haltigen Blüten- und Fruchtstände nur unter den Voraussetzungen des Suchtmittelgesetzes für medizinische oder wissenschaftliche Zwecken genutzt bzw. durch Gewerbetreibende mit einer Berechtigung zur Herstellung von Arzneimitteln und Giften und zum Großhandel mit Arzneimitteln und Giften gemäß § 94 Z 32 der Gewerbeordnung 1994,  GewO 1994, BGBl. Nr. 194/1994 idgF verarbeitet werden.

Daneben ist auch zu berücksichtigen, dass in der EU nur Faserhanfvarietäten gefördert werden, die gemäß Artikel 39 der Verordnung (EG) Nr. 73/2009 nicht mehr als 0,2 % THC in der Trockenmasse enthalten. Für eine Sortenzulassung muss eine Sorte eine zweijährige Registerprüfung durchlaufen. Dabei werden die Merkmale Uniformität, Beständigkeit und Unterscheidbarkeit geprüft. In Österreich wird auch eine zumindest zweijährige Wertprüfung (= Prüfung des Anbauwertes an verschiedenen Standorten) durchlaufen. Bei positivem Ergebnis aus beiden Prüfungen wird die Sorte zum Anbau zugelassen.

Anbau von Hanf zur Arzneimittelherstellung in Österreich

Anbau von Hanf zur Arzneimittelherstellung in Österreich

Gemäß Suchtmittelgesetz § 6a SMG, BGBl. I Nr. 112/1997 idgF ist der Anbau von Pflanzen der Gattung Cannabis zwecks Gewinnung von Suchtgift für die Herstellung von Arzneimitteln sowie damit verbundene wissenschaftliche Zwecke nur der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH oder einer zu diesem Zweck gegründeten Tochtergesellschaft gestattet.

Diese Tätigkeit unterliegt strengen Bedingungen und ist an hohe Sicherheitserfordernisse gebunden. Diese Aufgabe wird von der AGES unter Aufsicht und Kontrolle des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF) durchgeführt.

Die AGES darf die Cannabispflanzen nach Ernte und Trocknung oder das daraus gewonnene Cannabis nur an Gewerbetreibende mit einer Berechtigung zur Herstellung von Arzneimitteln und Giften und zum Großhandel mit Arzneimitteln und Giften gemäß § 94 Z 32 der Gewerbeordnung 1994,  GewO 1994, BGBl. Nr. 194/1994 idgF, abgeben.

Hanf als Arzneimittel

Hanf als Arzneimittel

In Österreich ist derzeit ein Arzneimittel mit Cannabis-Wirkstoffen zugelassen. Es enthält die Kombination aus zwei Extrakten, eines stammt von einer THC-reichen Cannabis-Sorte, eines von einer Cannabidiol-reichen Sorte. Dieses Arzneimittel ist zur Verbesserung krampfartiger Symptome bei Patienten mit Multipler Sklerose zugelassen.

THC als Reinsubstanz (auch bekannt unter der Bezeichnung Dronabinol) kann als so genannte magistrale Verschreibung, das heißt als individuelle Zubereitung des Arzneimittels direkt in der Apotheke, abgegeben werden. Jeder Arzt kann eine solche magistrale Zubereitung über ein Suchtgiftrezept anordnen. Nach der derzeitigen Situation ist Ärzten dabei keine eng definierte Indikation auferlegt. Am ehesten kommt die magistrale Verschreibung zum Einsatz bei Spastizität bei Patienten mit Lähmungen sowie auch symptomatisch bei Multiple Sklerose-Patienten und anderen Nervenleiden, bei der Linderung chronischer Schmerzen, die auf keine andere Therapie ansprechen (Krebs, Erkrankungen des Nervensystems) oder Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen bei Krebs- und AIDS-Patienten. Bei wissenschaftlich nachvollziehbarer und therapeutisch sinnvoller Indikation (Einsatzgebiet) wird die Verschreibung in der Regel vom Chefarzt bewilligt, und somit werden die  Kosten von der Kasse übernommen.

Die arzneiliche Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabidiol allein (ohne Kombination mit THC) wird derzeit in klinischen Studien geprüft.

Hanf als Lebensmittel

Hanf als Lebensmittel

Für die Lebensmittelerzeugung dürfen grundsätzlich nur Hanfvarietäten verwendet werden, deren THC-Gehalt unter 0,3 % liegt, die also nicht unter das Suchtmittelgesetz oder die dementsprechende Verordnung fallen. Die Untersuchung auf den THC-Gehalt während des Anbaus erfolgt zu jener Zeit, bei der die Hanfpflanze am meisten THC produziert hat (Ende der Blütezeit).

Die unter dem Kapitel „Anbau von Faserhanf“ genannten 0,2 % THC werden vielfach als Grenze genommen, um die Sicherheit und gesundheitliche Unbedenklichkeit der angebauten Hanfsorte zu dokumentieren. Dieser Grenzwert gilt nicht für Lebensmittel sondern ausschließlich für den Anbau des Faserhanfs.

Hanfhaltige Lebensmittel sind z. B. Hanfblätter (Tee), Hanfsamen, Hanföl, Hanfmehl, Hanfprotein, Getränke (Bier, Limonade). Hanf wird auch bei der Herstellung kosmetischer Mittel eingesetzt.  Die AGES hat von 2007 bis 2016 rund 130 Proben von hanfhaltigen Lebensmitteln untersucht. Lediglich eine Probe im Jahr 2008, ein Lebkuchen aus Hanfmehl, wurde auf Grund des hohen THC-Gehalts als nicht sicher für den menschlichen Verzehr beurteilt.

In jüngerer Vergangenheit hat die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA eine Risikobewertung für THC in Lebensmitteln tierischer Herkunft durchgeführt (http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/4141). Sie kam dabei zu dem Schluss, dass bei einer täglichen Aufnahme aus solchen Lebensmitteln bis zu einem Höchstwert von 1 µg THC/kg Körpergewicht (akute Referenzdosis) keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Dies wurde auch in der Empfehlung (EU) 2016/2115 der Kommission bestätigt.

Damit sind die jeweiligen THC Höchstgehalte von den Verzehrmengen der Lebensmittel abhängig und für  die Lebensmittelgruppen im Einzelnen festzusetzen. Solange allerdings keine dementsprechenden Grenzwerte festgelegt worden sind, ist eine individuelle Risikobewertung durchzuführen, wenn in einem Lebensmittel THC-Gehalte festgestellt werden. Dabei wird unter Berücksichtigung der Verzehrmengen und der akuten Referenzdosis der EFSA die Verkehrsfähigkeit des Lebensmittels bestimmt.

Cannabidiol (CBD) haltige Extrakte

Cannabidiol (CBD) haltige Extrakte

Ein relativ neuer Trend sind Cannabinoid-haltige Öle/Extrakte, die zumeist als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt gebracht werden. Derartige Produkte entsprechen jedoch nicht der Definition eines Nahrungsergänzungsmittels gemäß § 3 Z 4 des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes (LMSVG, BGBl I Nr. 13/2006 idgF). Aus diesem Grund fallen sie nicht unter das Anwendungsgebiet des Lebensmittelrechts.

Die Cannabidiol-Konzentrationen derartiger Extrakte sind im Vergleich zu üblichen Lebensmitteln aus Hanf weitaus höher. Für Konzentrationen von diesem Ausmaß liegen derzeit keine ausreichenden Untersuchungen zu möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit vor. Daneben kommen in derartigen CBD-Zubereitungen immer auch wechselnde Anteile von THC vor, die gesondert auf ihre etwaigen gesundheitsbeeinträchtigenden Wirkungen betrachtet werden müssen.

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