Analogkäse

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Zuletzt geändert: 06.12.2017

Was versteht man unter Analogkäse?

Unter Analogkäse, Kunstkäse oder Käse-Imitat versteht man Erzeugnisse, die im Aussehen Käse ähneln, aber nicht aus Milch oder Milchprodukten hergestellt werden. In solchen Erzeugnissen wird zumindest eine Komponente der Milch z.B. das Milchfett durch eine andere z.B. pflanzliche Fette/Öle ersetzt. Um dann die Eigenschaften von echtem Käse entsprechend nachahmen zu können, ist es oft erforderlich Stärke, Salze, Emulgatoren, Aroma- und Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Wasser oder pflanzliches Eiweiß dem Lebensmittel beizumengen. Zum Teil werden diese Produkte auch mit herkömmlich erzeugtem Käse gemischt. Käseimitate sind in der Herstellung billiger. Da kein Reifungsprozess notwendig ist, können sie viel schneller und ohne die lebensmitteltechnologischen Kenntnisse, die für die Erzeugung von hochwertigem gereiften Käse entscheidend sind, produziert werden.

In welchen Produkten ist Analogkäse enthalten?

In welchen Produkten ist Analogkäse enthalten?

Analogkäse wird vorwiegend als Ersatz für zum Überbacken gedachten Reibkäse verwendet, da er nicht so leicht verbrennt wie echter Käse. In letzter Zeit haben Ersatzprodukte für Käse auch eine Bedeutung als Produkte für die vegane Ernährung bekommen.

 

 

Lebensmittelrechtliche Beurteilung

Lebensmittelrechtliche Beurteilung

Nach geltendem EU-Recht ist es unzulässig, Erzeugnisse als „Käse“ oder mit dem Namenszusatz „Käse“ zu bezeichnen, wenn, wie im Analogkäse üblich, ein natürlich vorkommender Bestandteil der Milch durch einen in der Milch nicht von Natur aus enthaltenen ausgetauscht wurde.

In der VO (EG) Nr. 1308/2013 Anhang VII Teil III wird das so formuliert:
"Milcherzeugnisse" im Sinne dieses Teils sind ausschließlich aus Milch gewonnene Erzeugnisse, wobei jedoch für die Herstellung erforderliche Stoffe zugesetzt werden können, sofern diese nicht verwendet werden, um einen der Milchbestandteile vollständig oder teilweise zu ersetzen. […]

Folgende Bezeichnungen sind ausschließlich Milcherzeugnissen vorbehalten: […] i) Molke, ii) Rahm, iii) Butter, iv) Buttermilch, v) Butteroil, vi) Kaseine, vii) wasserfreies Milchfett, viii) Käse, ix) Joghurt,x) Kefir, xi) Kumys, xii) viili/fil, xiii) smetana, xiv) fil, xv) rjaženka, xvi) rūgušpiens“

Daher sind Bezeichnungen wie „Analogkäse“, „Kunstkäse“ oder „Käseimitat“ unzulässig. Nur Fantasiebezeichungen wie z. B. „Pizza-Mix“ oder „Gastromix“ sind gestattet und zwar in Kombination mit einer beschreibenden Bezeichnung, durch welche eindeutig erkennbar wird, um welche Art von Lebensmittel es sich handelt bzw. nicht handelt.

Wie kann ich als Konsument Analogkäse erkennen?

Wie kann ich als Konsument Analogkäse erkennen?

In unverpackten zubereiteten Lebensmittel mit mehreren Zutaten wie z. B. auf einer Pizza ist es für den Konsumenten oft schwierig bis unmöglich festzustellen, ob echter Käse oder ein Imitat verwendet wurde. Auf verpackten und gekennzeichneten Lebensmitteln gibt jedoch das Verzeichnis der Zutaten Aufschluss. Käse bzw. die Angabe einer Käsesorte wie „Emmentaler“ oder „Gouda“ darf nur dann als Zutat genannt werden, wenn auch echter Käse verwendet wurde. Bei Imitaten darf die Bezeichnung „Käse“ bzw. eine Käsesorte nicht verwendet werden, man liest daher umschreibende Bezeichnungen wie z. B. “Lebensmittelzubereitung zum Überbacken“ „Streufertiger Backbelag für Pizza“, „Bäckermischung“ etc. außerdem müssen auf der Zutatenliste die Bestandteile wie pflanzliche Fette, Stärke usw. angegeben sein.

Ist Analogkäse gesundheitlich bedenklich?

Ist Analogkäse gesundheitlich bedenklich?

Nein, gesundheitliche Bedenken gibt es gegen diese Produkte nicht.


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