Welttuberkulosetag 2019: Tuberkulose in Österreich

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Zuletzt geändert: 08.04.2019

Die Tuberkulose, hervorgerufen durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis, ist eine der häufigsten und auch gefährlichsten Infektionserkrankungen der Welt. Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung ist nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Tuberkelbakterien infiziert. Auch in der WHO Europa Region (53 Staaten, über 900 Mio. Einwohner) bleibt die Tuberkulose laut Europäischem Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit.   

Die Übertragung erfolgt zumeist über mikroskopisch kleine Tröpfchen, sogenannte Aerosole, die durch Husten, Niesen, Singen, oder Sprechen ausgeschieden werden. Für eine Übertragung ist im Regelfall mehrstündiger Kontakt in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen notwendig. Ein kurzer Kontakt, vor allem im Freien, stellt kein relevantes Risiko dar.

Situation in Österreich

Die 1-Jahres-Inzidenz (Fälle/100.000 Einwohnern) der Tuberkulose in Österreich lag 2018 bei 5,4/100.000. Im Jahr 2017 betrug sie 6,5/100.000.

Für das Jahr 2018 sind 479 Tuberkulose-Fälle im Rahmen des nationalen Überwachungsprogramms registriert. Das ist ein Rückgang um 91 Fälle zum Vergleichszeitraum 2017. Sowohl bei den Personen mit Geburtsland Österreich (2017: n=169; 2018: n=157) als auch bei Personen mit anderem Geburtsland (2017: n=401; 2018; n=322) war ein Rückgang der absoluten Fallzahlen zu verzeichnen.

2018 wurden 18 Fälle von multiresistenter Tuberkulose registriert (2017: 15 Fälle). Es gab keinen Fall von extrem resistenter Tuberkulose (XDR, Extensively drug-resistant tuberculosis).

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Tuberkulose 2002-2018: 1-Jahres-Inzidenz gesamt; bei Personen mit Geburtsland Österreich, bei Personen mit anderem Geburtsland
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Tuberkulose 2018 nach Altersgruppen (Personen mit Geburtsland Österreich, Personen mit anderem Geburtsland)
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Tuberkulose 2002-2018: Inzidenz, Fälle nach Personen mit Geburtsland Österreich, Personen mit anderem Geburtsland
 

Genetischer Fingerabdruck von jedem Tuberkulose-Bakterium

Die AGES ist seit 2002 Nationale Referenzzentrale für Tuberkulose. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK), den Behörden in den Bundesländern, Spitälern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Betreuungseinrichtungen werden Tuberkulose-Fälle erfasst und bis zur Beendigung der Therapie labordiagnostisch und epidemiologisch begleitet. Durch das Inkrafttreten des neuen Tuberkulosegesetzes 2016 werden alle positiven Isolate von Tuberkulose-PatientInnen an die Nationale Referenzzentrale für Tuberkulose zu weiterführenden Untersuchungen übermittelt. Alle Isolate von an Tuberkulose erkrankten Personen werden mittels Ganzgenom-Sequenzierung analysiert. Diese Methode ermöglicht einen detaillierten Einblick in den Übertragungsverlauf und die molekulare Resistenzentwicklung.

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