VerbraucherInnen-Information zu Glyphosat

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Zuletzt geändert: 26.09.2017

Die AGES informiert laufend aktuell über Glyphosat.

Glyphosat ist seit vielen Jahren in einer Reihe von in Österreich und auch weltweit zugelassenen Unkrautbekämpfungsmitteln (Totalherbizid) als Wirkstoff enthalten. Glyphosat ist für den Menschen, sowohl für KonsumentInnen von Lebensmitteln als auch für die AnwenderInnenvon Pflanzenschutzmitteln, bei sachgerechter Anwendung gesundheitlich weitgehend unbedenklich. Das bestätigt die wissenschaftliche Neubewertung auf europäischer Ebene. Die Bewertung beruht auf einer Vielzahl nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführten und geprüften Studien.

Im landwirtschaftlichen Bereich ist Glyphosat vor allem bei bodenschonenden Maßnahmen (Minimal-Bodenbearbeitung) und zum Erosionsschutz notwendig. Er wird auch im nicht-landwirtschaftlichen sowie im Heim- und Kleingarten-Bereich verwendet. Seine Wirkung als Totalherbizid beschränkt sich auf Pflanzen, die direkt mit dem Wirkstoff besprüht werden. Im Boden und Wasser wird Glyphosat vor allem von Mikroorganismen abgebaut. Laut aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Ernährungssicherheit (BAES) wurden im Jahr 2016 rund 312 Tonnen des Wirkstoffes in Österreich verkauft.

Das Risiko für Bodenorganismen, bestäubende Insekten und Vögel ist gering. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hat immer indirekte Effekte auf das Ökosystem und die biologische Vielfalt. Durch aktiven Schutz von Nicht-Kulturland und die Einführung von Ausgleichsflächen kann diesen indirekten Effekten in der Umwelt entgegengewirkt werden.

Lebensmittel, Trinkwasser und Futtermittel werden routinemäßig auf Glyphosat und sein Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure (AMPA) untersucht. Im Untersuchungszeitraum 2012-2016 wurde bei keiner Lebensmittel-Probe der gesetzliche Rückstandshöchstgehalt überschritten. In Trinkwasser und Futtermittel fanden sich überhaupt keine Rückstände.

Glyphosat: Österreichs Forderungen im Sinne des Verbraucher- und Umweltschutzes

Die AGES informiert laufend aktuell über Glyphosat.

Glyphosat ist seit vielen Jahren in einer Reihe von in Österreich und auch weltweit zugelassenen Unkrautbekämpfungsmitteln (Totalherbizid) als Wirkstoff enthalten. Glyphosat ist für den Menschen, sowohl für KonsumentInnen von Lebensmitteln als auch für die AnwenderInnenvon Pflanzenschutzmitteln, bei sachgerechter Anwendung gesundheitlich weitgehend unbedenklich. Das bestätigt die wissenschaftliche Neubewertung auf europäischer Ebene. Die Bewertung beruht auf einer Vielzahl nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführten und geprüften Studien.

Im landwirtschaftlichen Bereich ist Glyphosat vor allem bei bodenschonenden Maßnahmen (Minimal-Bodenbearbeitung) und zum Erosionsschutz notwendig. Er wird auch im nicht-landwirtschaftlichen sowie im Heim- und Kleingarten-Bereich verwendet. Seine Wirkung als Totalherbizid beschränkt sich auf Pflanzen, die direkt mit dem Wirkstoff besprüht werden. Im Boden und Wasser wird Glyphosat vor allem von Mikroorganismen abgebaut. Laut aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Ernährungssicherheit (BAES) wurden im Jahr 2016 rund 312 Tonnen des Wirkstoffes in Österreich verkauft.

Das Risiko für Bodenorganismen, bestäubende Insekten und Vögel ist gering. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hat immer indirekte Effekte auf das Ökosystem und die biologische Vielfalt. Durch aktiven Schutz von Nicht-Kulturland und die Einführung von Ausgleichsflächen kann diesen indirekten Effekten in der Umwelt entgegengewirkt werden.

Lebensmittel, Trinkwasser und Futtermittel werden routinemäßig auf Glyphosat und sein Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure (AMPA) untersucht. Im Untersuchungszeitraum 2012-2016 wurde bei keiner Lebensmittel-Probe der gesetzliche Rückstandshöchstgehalt überschritten. In Trinkwasser und Futtermittel fanden sich überhaupt keine Rückstände.

Glyphosat: Österreichs Forderungen im Sinne des Verbraucher- und Umweltschutzes

Wiedergenehmigung

Wiedergenehmigung

Glyphosat: Aktueller  Stand im EU-Wiedergenehmigungs-Verfahren des Wirkstoffes

Am 15. März 2017 haben die Wissenschafter der EU-Chemikalienbehörde ECHA ihre Bewertung für eine europaweit harmonisierte Gefahreneinstufung abgeschlossen: Glyphosat ist demnach nicht krebserregend, fruchtbarkeitsschädigend und erbgutverändernd. Glyphosat ist augenreizend und giftig für Wasserorganismen mit langfristigen Auswirkungen.

Gefahreneinstufung der ECHA zu Glyphosat (2017)

Glyphosat: Risikobewertung der EFSA (2015)

Der Ausschuss für Risikobeurteilung der ECHA (RAC) hat seine unabhängige wissenschaftliche Stellungnahme zu Glyphosat am 15. Juni 2017 der Europäischen Kommission vorgelegt. Die Kommission wird sie später in diesem Jahr gemeinsam mit den Mitgliedstaaten im Rahmen der Entscheidung diskutieren, ob die Zulassung der Verwendung von Glyphosat als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln verlängert wird.

FAQ der ECHA: Wie geht es weiter?

EU-Kommission: Zeitlich begrenzte Verlängerung von Glyphosat

Die EU-Kommission kann nun über eine Wieder-Genehmigung von Glyphosat beraten, da mit der Gefahreneinstufung durch die Chemikalienagentur ECHA und der abgeschlossenen Risikobewertung der Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA alle wissenschaftlichen Entscheidungsgrundlagen vorliegen. In den bisherigen Beratungen mit den FachexpertInnen aus den 28 EU-Mitgliedstaaten konnte keine qualifizierte Mehrheit (= 55% der Mitgliedstaaten, die mindestens 65 % der EU-Bevölkerung vertreten) erreicht werden, da viele Mitgliedstaaten den Verdacht einer möglichen kanzerogenen Eigenschaft des Wirkstoffes erst abgeklärt haben wollten; daher hat sich das Kommissars-Kollegium im Juni 2016 im schriftlichen Verfahren (siehe EU-Komitologie/Gesetzgebungsvefahren) einstimmig für eine zeitlich begrenzte Wieder-Verlängerung der bestehenden Wirkstoff-Genehmigung ausgesprochen.

Für derzeit in Österreich zugelassene Glyphosat-haltige Pflanzenschutzmittel bedeutet dies, dass die bestehenden Zulassungen unverändert bleiben. Die Verlängerung gilt bis sechs Monate nach Fertigstellung der Gefahreneinstufung durch die ECHA bzw. bis spätestens 31. Dezember 2017. Bis dahin ist es notwendig, dass sich EU-Kommission und Mitgliedstaaten auf Risikomanagement-Maßnahmen, also Anwendungsbestimmungen, zum Schutz von AnwenderInnen, KonsumentInnen und Umwelt, einigen.

Österreich setzt sich für Einschränkungen im Sinne der Umwelt ein

Die RisikobewerterInnen der AGES sehen den Wirkstoff als sicher für Menschen an und somit den Anwender- und Konsumentenschutz in den wesentlichen Punkten gewährleistet. Allerdings müssten mögliche Umwelt-Auswirkungen minimiert werden. Österreich hat auf FachexpertInnen-Ebene wiederholt Einschränkungen des Glyphosat-Einsatzes im landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Bereich zum Schutz der Umwelt und Vielfalt gefordert.

In Österreich sind im Sinne des Integrierten Pflanzenschutzes „so wenig wie möglich und so viel wie gerade notwendig" auf Bundes- bzw. Zulassungsebene bereits rechtliche Einschränkungen umgesetzt. So ist eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln unmittelbar auf versiegelten Flächen nicht zulässig. Darüber hinaus ist die "Sikkation" mittels Glyphosat - also die Abtötung von Kulturpflanzen zur Reifebeschleunigung vor der Ernte - verboten, sofern das Erntegut für Lebens- oder Futtermittelzwecke bestimmt ist. Seit August 2016 hat die Zulassungsbehörde BAES bestehende Pflanzenschutzmittelzulassungen Glyphosat-haltiger Produkte mit dem Beistoff Tallowamin aufgehoben (Link BAES), sodass in Österreich aktuell keine Zulassung für Glyphosat-haltige Pflanzenschutzmittel mit dem Beistoff Tallowamin besteht. Die Regulierung bzw. Einschränkung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln fällt hingegen in die Zuständigkeit der Pflanzenschutzgesetze der neun Bundesländer.

Bewertung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA und Risikobewerter der europäischen Mitgliedstaaten haben den Wirkstoff Glyphosat neu bewertet. Sie kommen zum Schluss, es ist unwahrscheinlich, dass von Glyphosat eine Krebsgefahr ausgeht oder der Wirkstoff das menschliche Erbmaterial schädigt. Weder epidemiologische Daten in Bezug auf den Menschen noch die Befunde aus Tierstudien zeigen einen Kausalzusammenhang (Ursache-Wirkung-Beziehung) zwischen der Glyphosat-Exposition und einer Krebsentstehung beim Menschen. Glyphosat ist unbedenklich für die menschliche Fortpflanzung und ist kein Nervengift.

Für die Neubewertung des Wirkstoffes Glyphosat wurden auf europäischer Ebene alle verfügbaren und veröffentlichten wissenschaftlichen Studien herangezogen. Diese Studien umfassen die Originalstudien, die Antragsteller im Rahmen eines Zulassungsverfahrens vorlegen müssen, und Studien, die von Forschungseinrichtungen weltweit durchgeführt und publiziert wurden. Darin enthalten sind auch jene Studien, die die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) für ihre Bewertung herangezogen hat. Weiters liegen mittlerweile Bewertungsberichte unterschiedlicher außereuropäischer Behörden vor, die Glyphosat, im Einklang mit EFSA und ECHA, ebenfalls als "nicht krebserregend" einschätzen:

  • die US-amerikanische Umweltbehörde EPA
  • die kanadische Bewertungsbehörde Pest Management Regulatory Agency (PMRA)
  • die australische Bewertungsbehörde Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority (APVMA)
  • die japanische Feod Safety Commission
  • die neuseeländische EPA
  • das Joint FAO/WHO Meeting on Pesticide Residues (JMPR)

Die Einstufung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) als "wahrscheinlich krebserregend" steht somit in klarem Widerspruch zu den Bewertungsberichten anderer Behörden und Gremien.

Risikobewertung der EFSA: Glyphosat kann sicher angewendet werden

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, und RisikobewerterInnen der europäischen Mitgliedstaaten haben den Wirkstoff Glyphosat neu bewertet. Sie kommen zum Schluss, es ist unwahrscheinlich, dass von Glyphosat eine Krebsgefahr für den Menschen ausgeht oder der Wirkstoff das menschliche Erbmaterial schädigt. Weder epidemiologische Daten in Bezug auf den Menschen noch die Befunde aus Tierstudien zeigen einen Kausalzusammenhang zwischen der Glyphosat-Exposition und einer Krebsentstehung beim Menschen. Glyphosat ist unbedenklich für die menschliche Fortpflanzung und ist kein Nervengift. Ähnlich sieht das die Gruppe von Risikobewertungs-ExpertInnen für Pflanzenschutzmittelrückstände der Weltgesundheitsorganisation WHO, das Joint FAO/WHO Meeting On Pesticide Residues (JMPR). Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO stuft die Substanz hingegen als wahrscheinlich krebserregend ein. Allerdings bewertet das IARC die Beweislage dafür, dass Glyphosat Krebs auslösen könnte - und nicht das Risiko, tatsächlich an Krebs zu erkranken. Zudem standen IARC nicht alle Daten, die sowohl EFSA als auch ECHA als Basis ihrer Bewertungen hatten, zur Verfügung. Die Einstufung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) als wahrscheinlich krebserregend ist nach Ansicht der EFSA und ECHA nicht gerechtfertigt.

EFSA-Conclusion

EFSA erklärt Risikobewertung: Glyphosat

EFSA: Hintergrunddokumente des Peer-Review

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Glyphosat

Neuer gesundheitsbezogener Grenzwert

Erstmals wurde eine so genannte akute Referenzdosis (ARfD) für Glyphosat definiert: Darunter versteht man die Menge einer Substanz in einem Lebensmittel, die kurzfristig, in der Regel innerhalb eines Tages oder einer Mahlzeit, aufgenommen werden kann, ohne dass ein gesundheitliches Risiko besteht.

Für den Wirkstoff Glyphosat liegt diese akute Referenzdosis bei 0,5 Milligramm pro Kilo Körpergewicht pro Tag. Das bedeutet, dass ein 70 Kilo schwerer Mensch einmalig eine Menge von 35 Milligramm Glyphosat aufnehmen kann, ohne dass ein gesundheitliches Risiko besteht. Für die akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) – jene Menge einer Substanz, die ein Leben lang täglich aufgenommen werden kann, ohne dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt - wurde ebenfalls 0,5 Milligramm (aktuell gilt 0,3) pro Kilo Körpergewicht pro Tag vorgeschlagen.

Für Anwender wurde ebenfalls ein eigener gesundheitsbezogener Wert (AOEL) definiert: dieser Wert liegt bei 0,1 Milligramm (aktuell gilt 0,2) pro Kilo Körpergewicht pro Tag. Das bedeutet, dass ein 70 Kilo schwerer Mensch, der mit dem Wirkstoff hantiert, sieben Milligramm Glyphosat pro Tag aufnehmen kann, ohne dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.

Warum sagen EFSA und nationale Risikobewertungsagenturen in Europa im Gegensatz zur Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), Glyphosat ist wahrscheinlich nicht krebserregend?

Für die nun vorliegende Neubewertung des Wirkstoffes Glyphosat wurden auf europäischer Ebene alle verfügbaren und veröffentlichten wissenschaftlichen Studien herangezogen. Diese Studien umfassen die Originalstudien, die Antragsteller im Rahmen eines Zulassungsverfahrens vorlegen müssen, und Studien, die von Forschungseinrichtungen weltweit durchgeführt und publiziert wurden. Darin enthalten sind auch jene Studien, die die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) für ihre Bewertung herangezogen hat. Das bedeutet, dass die europäischen Behörden mehr Studien- und Daten bewertet haben als die IARC.

Die europäischen Wissenschafter, die an der Neubewertung beteiligt waren, bewerteten mehr Studien an Ratten und Mäusen als die Wissenschafter der IARC: drei von fünf Studien an Mäusen und drei von neun Langzeitstudien an Ratten wurden vom IARC nicht bewertet. Ebenfalls unterschiedlich interpretiert wurden die durchgeführten statistischen Auswertungen. Die EFSA und die europäischen Mitgliedstaaten bezogen auch biologische Plausibilität und relevante historische Kontrolldaten, die Informationen über die spontane Krebsrate geben, in ihre Schlussfolgerung mit ein.

Für derartige Studien werden speziell gezüchtete Labormäuse und -ratten verwendet, damit Ergebnisse unterschiedlicher Studien vergleichbar sind. Diese Tiere nehmen über ihre gesamte Lebensdauer die jeweilige getestete Chemikalie in unterschiedlichen Dosen mit ihrem Futter mit auf. Am Ende der Lebensdauer auftretende Krebserkrankungen müssen mit der „natürlichen“ Krebsrate, die in unbehandelten Tieren beobachtet wird, verglichen werden. Dieser Vergleich wurde von der IARC nicht durchgeführt.

EFSA und ECHA-Antwort auf IARC (Joint Statement english)

EFSA und ECHA antworten Christopher Portier (BfR auf Deutsch)

IARC Monographie Glyphosat

Gefahren- und Kennzeichnungseinstufung der ECHA

Die Gefahreneinstufung und Kennzeichnung des Wirkstoffs Glyphosat erfolgt durch die Europäische Chemikalienbehörde ECHA. Die Bewertung des Komittees für Risikobewertung (RAC) der ECHA beruht ausschließlich auf den gefährlichen Eigenschaften des Stoffes und der Frage, ob der Stoff schädliche Wirkungen verursachen kann. Dem Risiko oder dem Ausmaß, in dem Menschen und die Umwelt dem Stoff ausgesetzt sind, wird dabei nicht Rechnung getragen. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, hatte 2016 die Daten der Wirkstoffprüfung an die ECHA übermittelt.

In einer am 15. März 2016 veröffentlichten Pressemitteilung bestätigt das Komittee für Risikobewertung (RAC) der ECHA die bestehende Einstufung von Glyphosat als augenschädigend und chronisch gewässergefährdend (Eye dam 1, H318; aquatic chronic 2, H411). Eine Einstufung für mutagene, kanzerogene oder reproduktionstoxische Eigenschaften oder spezifische Zielorgantoxizität ist laut Verordnung (EU) 1272/2008 nicht gerechtfertigt.

Details zur Bewertung der ECHA

Lebensmittel

Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln

In den Jahren 2012 bis 2016 untersuchte die AGES insgesamt 1.268 amtliche Lebensmittelproben (Ölsaaten, Hülsenfrüchte, Gemüse, Getreide, Obst, sonstige Produkte) auf Glyphosat.

463 Proben (37 %) waren aus ökologischem Anbau.
433 Proben (34 %) stammten aus Österreich.

Ergebnisse:

  • Bei keiner Probe wurde der gesetzliche Rückstandshöchstgehalt gemäß der "Pestizidverordnung" (Verordnung (EG) Nr. 396/2005) überschritten.
  • 95 % der untersuchten Proben waren frei von bestimmbaren Glyphosat-Rückständen.
  • 5 % der untersuchten Proben enthielten bestimmbare Glyphosat-Rückstände (58 Proben).

    • Glyphosat-Rückstände waren insbesondere in Linsen (30 von 110 Proben, entspricht 27 %) und in Leinsamen (11 von 62 Proben, entspricht 18 %) bestimmbar.
    • Proben aus ökologischem Anbau: Von den 58 Proben mit bestimmbaren Glyphosat-Rückständen waren 4 Proben aus ökologischem Anbau (Linsen und Leinsamen aus Drittländern). Glyphosat ist als Pflanzenschutzmittel im ökologischen Landbau nicht zulässig.
    • Herkunft Österreich: 9 von 433 aus Österreich stammenden Lebensmittel (2 %) wiesen einen bestimmbaren Glyphosat-Rückstand auf.

Trinkwasser-Untersuchung: Keine Rückstände in heimischer Trinkwasserversorgung

Die Trinkwasserqualität wird im Rahmen der Eigenkontrolle durch die Betreiber von Trinkwasserversorgungsanlagen überwacht. Die österreichischen Trinkwasserversorger sind dazu verpflichtet, ihr Wasser von akkreditierten Labors überprüfen zu lassen. Die AGES führt seit 2008 Untersuchungen auf Glyphosat und AMPA für Trinkwasserversorgungsanlagen durch und hat in diesen Proben bisher keine Rückstände gefunden. Weitere Informationen sind dem Österreichischen Trinkwasserbericht 2011 – 2013 zu entnehmen.

Futtermittel-Kontrolle: Keine Überschreitungen im Tierfutter

Das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) untersucht Futtermittel auf Glyphosat. Zusätzlich zum risikobasierten Kontrollplan, der keine Glyphosat-Untersuchungen vorsieht, werden jährlich 10 Stichproben, hauptsächlich Soja-Produkte (auch Importe), gezielt auf Glyphosat analysiert. In den Jahren 2012, 2013 und 2014 ergaben die Untersuchungen keine Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte gem. VO (EG) 396/2005.

Analytik

Die Untersuchungen auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebens- und Futtermitteln erfolgen innerhalb der AGES am Institut für Lebensmittelsicherheit Innsbruck, das Nationales Referenzlabor für Pflanzenschutzmittel-Rückstände ist. Gemeinsam mit dem Nationalen Referenzlabor von Belgien (ISP Brüssel) wurde eine neue analytische Methode zur Bestimmung von Glyphosat publiziert (Goscinny S.,  Unterluggauer H.,  Aldrian J.,  Hanot V. and Masselter S., 2012: Food Analytical Methods, October 2012, Volume 5, Issue 5, pp 1177-1185, Determination of Glyphosate and Its Metabolite AMPA (Aminomethylphosphonic Acid) in Cereals After Derivatization by Isotope Dilution and UPLC-MS/MS).

Umwelt

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hat immer indirekte Effekte auf das Ökosystem und die biologische Vielfalt. Der Einsatz hochwirksamer Breitband-Herbizide wie Glyphosat führt zwangsläufig dazu, dass die Pflanzenwelt verarmt und vielen Vögeln, Säugern und anderen Tierarten die Nahrungsgrundlage weitestgehend entzogen wird. Durch aktiven Schutz von Nicht-Kulturland und die Einführung von Ausgleichsflächen kann diesen indirekten Effekten entgegengewirkt werden.

  • Aufgrund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften wird Glyphosat im Boden stark an Mineralteilchen gebunden (= Adsorption). Diese Eigenschaft führt dazu, dass eine Substanz schwer in tiefere Bodenschichten und somit bis zum Grundwasser gelangen kann
  • Der Wirkstoff Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA wurden in Labortests als nicht toxisch für Bodenorganismen (Regenwürmer, Springschwänze und Raubmilben) bewertet
  • Effekte auf Regenwürmer (Verhalten, Körpergewicht, Reproduktion) durch Einsatz von Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmittel können aufgrund neuer Literaturstudien nicht gänzlich ausgeschlossen werden
  • Glyphosat wird im Boden von Mikroorganismen abgebaut. Es hat sich auch gezeigt, dass einige Arten und Gattungen besonders empfindlich auf Glyphosat reagieren, jedoch andere Arten und Gattungen keine Effekte zeigten. Dadurch kann es zu einer Änderung der Artenzusammensetzung kommen, die Auswirkungen sowohl auf Bodenprozesse als auch auf das Bodenleben haben kann
  • Basierend auf den Labor- und Freilanddaten konnte gezeigt werden, dass der Wirkstoff Glyphosat gegenüber Insekten (Nützlinge wie Raubmilben) und bestäubende Insekten (Bienen) nicht toxisch ist
  • Glyphosat ist nicht akut giftig für Vögel und Säuger, jedoch mäßig chronisch toxisch für Vögel und Säuger. Besonders Vögel und Säuger, die sich von Pflanzen ernähren, können je nach der ausgebrachten Menge an Glyphosate hohe Rückstände über die Nahrung aufnehmen

Anwendung

Glyphosat wird in vielen Bereichen angewendet: Neben der landwirtschaftlichen Anwendung (u. a. Unkrautbekämpfung in verschiedenen Kulturen, Kulturvorbereitung vor dem Anbau) auch als nicht-landwirtschaftliche Anwendung u. a. im kommunalen Bereich (Industriegelände, Gleisanlagen, Straßen, Wege und Plätze) und nicht zuletzt im Haus- und Kleingartenbereich – siehe Anwendungs-Beschreibungen im Pflanzenschutzmittel-Register des Bundesamtes für Ernährungsssicherheit.

Das Bundesamt für Ernährungsssicherheit (BAES) erhebt jährlich die Mengen des im jeweiligen Kalenderjahr erstmalig im Inland „in Verkehr gebrachten“ Wirkstoffes: Die so genannte In-Verkehr-Bringungs-Menge sagt nicht aus, wieviel davon tatsächlich auf den heimischen Feldern oder in den Gärten angewendet worden ist.

Eine Statistik über den jährlichen Einsatz (Verwendung) von Pflanzenschutzmitteln in Österreich liegt dem BAES nicht vor. In Umsetzung der EU Verordnung (EG) Nr. 1185/2009 wurde die Ausarbeitung einer Anwendungs-Statistik beauftragt, sodass 2016 erste Daten dazu vorliegen werden. Zum Einsatz im Privatbereich ist festzuhalten, dass die Erhebung von Daten zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln im Verantwortungsbereich der Länder liegt.

In Verkehr gebrachtes Glyphosat in Tonnen (gerundet)



Legende

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