Unerwünschte Inhalte in Mutter-Kind-Boxen

Zuletzt geändert: 20.12.2019
Frau mit Baby

Die von „Richtig essen von Anfang an!“ durchgeführte Markterhebung von Mutter-Kind-Boxen zeigt, dass Verbesserungspotential zum Schutz der Kindergesundheit besteht.

In Österreich erhalten Schwangere und Jung-Eltern nach der Geburt häufig kostenlose „Mutter-Kind-Boxen“. Diese Geschenke in Form von Boxen, Beuteln, Kuverts oder Rucksäcken enthalten Produktproben, Werbung und/oder Informationsmaterialien. Idealerweise sollten die Boxen nur Inhalte aufweisen, die in der im November 2015 beschlossenen Empfehlung der Nationalen Ernährungskommission (NEK) nicht als unerwünschter Inhalt klassifiziert wurden („Unerwünschte Inhalte in Mutter-Kind-Boxen“). Diese Empfehlung umfasst nicht nur unerwünschte Inhalte mit Gesundheitsbezug wie z.B. Säuglingsmilchnahrung, sondern auch allgemeine Konsumentenschutzaspekte wie z. B. angstmachende Werbung bezüglich Krankheiten von Schwangeren.

Die Empfehlung unterstützt die Umsetzung des „Internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und bietet eine Hilfestellung zur optimalen Befüllung der Boxen zum Schutz des Kinderwohls. Sie ist sowohl an Firmen und Institutionen, die „Mutter-Kind-Boxen“ in Auftrag geben bzw. herstellen als auch an Verteilungsstellen wie Entbindungskliniken, Gynäkologinnen und Gynäkologen oder Gemeinden gerichtet.

Um zu überprüfen, ob die „Mutter-Kind-Boxen“ der NEK-Empfehlung entsprechen, hat „Richtig essen von Anfang an!“ (REVAN) eine Markterhebung durchgeführt.

Unzureichende Umsetzung der NEK-Empfehlung für unerwünschte Inhalte in Mutter-Kind-Boxen

In den „Mutter-Kind-Boxen“ sind sowohl angstmachende Werbung bezüglich Krankheiten oder Sicherheit von Schwangeren oder Babys als auch Werbematerial für Folgenahrung sowie zahlreiche unerwünschte Produktproben von z.B. Nahrungsergänzungsmittel, Schnuller, Babyfläschchen enthalten. Diese unerwünschten Inhalte der „Mutter-Kind-Boxen“ können negative Auswirkungen auf das Stillverhalten haben, was sich wiederum nachteilig auf die Kindergesundheit auswirken kann.

„Wir wollen Kindern ein gutes und gesundes Aufwachsen in unserer Gesellschaft ermöglichen. Dies ist auch ein explizites Gesundheitsziel. Die von BMASGK, AGES und Hauptverband erstellten Empfehlungen zur kritischen Durchsicht der Geschenkboxen öffentlicher Institutionen zur Begrüßung einer neuen Erdenbürgerin oder eines neuen Erdenbürgers sollen dem Rechnung tragen und ein gesundes Aufwachsen unterstützen“, erklärt Dr. Josef Probst, Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Unterstützung von beteiligten Entscheidungsträgern und Berufsgruppen erforderlich

Krankenhäuser mit Baby-friendly Hospital Initiative (BFHI)-Zertifizierung sowie einige Hebammenzentren haben die Verteilung von „Mutter-Kind-Boxen“, die unerwünschte Inhalte enthalten, bereits gänzlich eingestellt. Nun gilt es, auch bei allen anderen Entscheidungsträgern und Berufsgruppen, die in Kontakt mit Schwangeren und Jung-Eltern sind, Bewusstsein zu schaffen, um die Umsetzung der NEK-Empfehlung zu fördern.

„Nur wenn alle Befüller aber auch Verteilerstellen wie Gemeinden, Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Sanitätsfachhandel und Apotheken die NEK-Empfehlung berücksichtigen, kann ein wertvoller Beitrag für das Kindeswohl geleistet werden“, so Thomas Kickinger, Geschäftsführer der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit.

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