Risikobarometer Umwelt & Gesundheit 2019

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Zuletzt geändert: 13.12.2019
Risikobarometer Umwelt Gesundheit 2018

2017 wurde von der AGES gemeinsam mit dem Risikodialog (Initiative von Umweltbundesamt und Ö1) der "Risikobarometer Umwelt & Gesundheit" etabliert. Dabei handelt sich um eine periodisch durchgeführte Erhebung in der österreichischen Bevölkerung mit jahresspezifischen Schwerpunkten zur Risikowahrnehmung. Schwerpunkt des Risikobarometers 2019 war das Thema Klimawandel.

Besorgnis beim Klimawandel nimmt zu

Die Themen Umweltverschmutzung, Klimawandel und soziale Ungleichheit beunruhigen die österreichische Bevölkerung – wie bereits beim Risikobarometer 2017 und Risikobarometer 2018 festgestellt wurde – auch 2019 wieder besonders. Im Vergleich zu den Vorjahren hat der Anteil der besorgten ÖsterreicherInnen beim Thema Klimawandel zum zweiten Mal in Folge zugenommen. Als besonders besorgniserregend werden schwindende Gletscher, zunehmende Trockenperioden sowie eingeschleppte Insekten, Erreger, Pilze und Pflanzen wahrgenommen.

Klimaschutzmaßnahmen wirken

Erstmals wurden die Befragten gebeten, unterschiedliche Klimaschutzmaßnahmen zu beurteilen. Bei 14 von 16 der abgefragten Maßnahmen aus den Bereichen Ernährung, Abfall, Verkehr und Konsum sind über die Hälfte der Befragten der Meinung, dass diese Maßnahmen wirksam sind. Besonders hohe Zustimmung erhielten die Maßnahmen „regionale und saisonale Produkte kaufen“, „Abfall trennen“ und „öffentlichen Verkehr und Fahrräder nutzen“.

Verhaltensänderungen für den Klimaschutz

Die Bereitschaft, das eigene Verhalten für den Schutz des Klimas zu verändern, war in allen Bereichen hoch. Die höchste Bereitschaft zeigte sich beim Thema Ernährung, bei den Maßnahmen öfter selbst zu kochen und auf Fertigprodukte zu verzichten sowie biologische Lebensmittel zu kaufen. Bei den Maßnahmen zum Mobilitätsverhalten gab es die höchste Zustimmung bei der Maßnahme „weniger fliegen“. Privat auf die Nutzung des PKWs zu verzichten, stimmten allerdings weniger als die Hälfte der Befragten zu.

Beunruhigung bei Umweltrisiken unverändert

Im Vergleich zum Risikobarometer 2017 und 2018 ist das Stimmungsbild bei Umweltrisiken unter den Befragten weitgehend gleichgeblieben. Vor allem die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt und der Umgang mit Abfall und Abfallmengen sind jene Themen, die den Befragten bei allen Erhebungen die größten Sorgen bereitet haben.

Medienpräsente Gesundheits- und Ernährungsthemen beunruhigen mehr

Im Bereich Gesundheit und Ernährung beunruhigen vor allem Themen, die aktuell auch eine große Medienpräsenz zeigen, wie beispielsweise Mikroplastik oder Antibiotikaresistenzen. Unverändert in den letzten Jahren ist die geringe Besorgnis bezüglich krankmachender Keime in Lebensmitteln, die jedoch häufig Ursache von Krankheitsausbrüchen und Todesfällen in Österreich sind und daher einer verstärkten Risikowahrnehmung bedürften. Bei der Fehl- und Überernährung kam es in den letzten drei Jahren zu einer leichten Erhöhung der Beunruhigung. Sie wird aber von der Bevölkerung in Bezug auf ihr Risiko noch immer nicht entsprechend ernst genommen.

Es bestätigt sich somit im Risikobarometer 2019 auch wieder, dass bekannte Risiken im Bereich Gesundheit und Ernährung, deren Auswirkungen nicht unmittelbar spürbar sind, geringer eingeschätzt werden als Risiken, die neu sind und große Medienpräsenz haben.

Bereitschaft für Verhaltensänderungen durch Risikoberichte nimmt ab

Eine gewisse Art von Risikomüdigkeit lässt das Verhalten nach dem Lesen von Risikoberichten vermuten. Die Besorgnis beim Lesen steigt zwar, wobei die Hauptinformationsquelle nicht mehr klassische Medien, sondern mittlerweile das Internet ist, hat jedoch immer seltener Verhaltensänderungen zur Folge. Der Trend der letzten Jahre, dass die Bereitschaft, das eigene Verhalten nach dem Lesen von Risikoberichten zu ändern, steigt, ist 2019 wieder stark rückläufig. Zugenommen hat hingegen der Anteil derjenigen, die trotz Besorgnis nichts unternehmen. Nur die Frauen ab 45 Jahren sind vermehrt dazu bereit, ihr Verhalten dauerhaft zu ändern.


Risikodialog: Klimawandel und Lebensmittelsicherheit

Der Klimawandel birgt auch Herausforderungen für die Lebensmittelsicherheit. Bernhard Url, der Direktor der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA und der fachliche Geschäftsführer der AGES, Thomas Kickinger, erklären, wie schon heute in der Bewertung von Risiken und in Forschungsprojekten berücksichtigt wird, wie sich der Klimawandel auf die Gesundheit und Ernährung der Menschen, die Tier- und Pflanzengesundheit und die Umwelt auswirkt.

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