Information zu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung des Feuerbrandes 2014

(Wien, 14.04.2014) Feuerbrand ist die gefährlichste bakterielle Quarantänekrankheit des Kernobstes sowie verschiedener Zier- und Wildpflanzen und wird durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht. Die Pflanzenkrankheit verursacht jedes Jahr erhebliche wirtschaftliche Schäden - insbesondere im Erwerbsobstbau.

Ausführliche Informationen zum Feuerbrand: Erreger, Verbreitung, Maßnahmen: http://www.ages.at/ages/landwirtschaftliche-sachgebiete/pflanzengesundheit/feuerbrand

Feuerbrandstrategie 2009-2013

Zur Bekämpfung des Feuerbrands wurde 2009 gemeinsam mit allen relevanten Stakeholdern (u. a. Bund, Länder, Obstbauern, Imker, Handel, Universitäten etc.) eine umfangreiche Strategie entwickelt. Hauptziele dieser Strategie sind:

  • Erhaltung der regionalen Kernobsterzeugung
  • Erhaltung der Biodiversität, d. h. der genetischen Ressourcen der heimischen Obstsorten und Wildpflanzen
  • ehestmögliche Verzicht auf antibiotikahaltiger Pflanzenschutzmittel zur Feuerbrandbekämpfung in Österreich

"Gesamtheitliche Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes in Österreich 2009-2013" und "Bericht über die Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes 2009-2013": http://www.ages.at/ages/landwirtschaftliche-sachgebiete/pflanzengesundheit/feuerbrand/gesamtheitliche-strategie-feuerbrand-at-2009-2013

Zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Feuerbrand 2014

    Pflanzenschutzmittel_gegen_Feuerbrand_Zulassungsstand_10-04-2014.pdf (43 K)
    Zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Feuerbrand 2014
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siehe auch Pflanzenschutzmittelregister des Bundesamts für Ernährungssicherheit (BAES)

Forschungsarbeiten befassen sich neben der Erfassung wenig anfälliger Sorten auch mit der Entwicklung von Alternativpräparaten zur Bekämpfung des Feuerbrandes. Eine potentiell sichere und praktikable Alternative zu streptomycinhaltigen Pflanzenschutzmitteln mit ausreichender Wirkung gegen Feuerbrand steht derzeit allerdings noch nicht zur Verfügung. Daher hat das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) am 28.03.2014 die Notfallzulassungen für die streptomycinhaltigen Pflanzenschutzmittel, "Firewall 17 WP" (Pfl.Reg.Nr. 3516) und "Strepto" (Pfl.Reg.Nr. 3517) erteilt. Die Zulassungen sind mit 13.06.2014 befristet. In der Schweiz wurden bereits im Jänner 2014 Zulassungen für streptomycinhaltige Pflanzenschutzmittel zur Feuerbrandbekämpfung ausgesprochen.

Der Streptomycin-Einsatz als Ergänzung zur bestehenden Bekämpfungsstrategie ist dabei an strengste Auflagen geknüpft: Streptomycinhaltige Pflanzenschutzmittel dürfen nur eingesetzt werden, wenn die Gefahr des Feuerbrandauftretens (Blüteninfektion) besteht und die Anwendung durch den Pflanzenschutzwarndienst der zuständigen Landesbehörde freigegeben ist; das Infektionsrisiko ist durch geeignete Prognosemodelle zu ermitteln. Der Einsatz ist auf die Kernobst-Intensivproduktion beschränkt und auch dort nur als ergänzende Maßnahme im Rahmen einer gesamtheitlichen Bekämpfungsstrategie vorgesehen.

Was ist eine Notfallzulassung?

Gemäß Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 www.baes.gv.at/pflanzenschutzmittel/gesetzliche-grundlagen/eu-recht/ kann ein Mitgliedstaat unter bestimmten Umständen für eine Dauer von höchstens 120 Tagen das Inverkehrbringen eines Pflanzenschutzmittels für eine begrenzte und kontrollierte Verwendung zulassen, sofern sich eine solche Maßnahme angesichts einer anders nicht sicher abzuwehrenden Gefahr als notwendig erweist. Grundlage der Notfallzulassung bilden Stellungnahmen der Expertinnen und Experten der AGES aus den Bereichen Toxikologie, Rückstandsverhalten, Umweltverhalten und Ökotoxikologie, Wirksamkeit und Phytotoxizität sowie physikalisch-chemische Eigenschaften.

In Österreich werden im Schnitt pro Jahr ca. 30 Notfallzulassungen erteilt, ein Drittel davon für Anwendungen im biologischen Landbau. Die Notfallzulassung ist somit ein wichtiges Instrument (auch im biologischen Landbau), um einen umfassenden Pflanzenschutz zu ermöglichen und außergewöhnlichen Situationen zielgerichtet begegnen zu können. Jede Notfallzulassung muss der europäischen Kommission gemeldet werden.

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