Information zu europaweiten lebensmittelbedingten Hepatitis A-Erkrankungen

(Wien, 16.06.2014) Seit Anfang 2013 kommt es europaweit immer wieder zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen, die durch Infektionen mit dem Hepatitis A-Virus verursacht werden. Zunächst ging man von einem Zusammenhang mit Reisen nach Italien aus; mittlerweile haben aber mehrere EU-Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Irland, die Niederlande, Schweden, Großbritannien) und Norwegen Ausbrüche gemeldet, bei denen die Erkrankten Personen nachweislich nicht nach Italien gereist waren.

Mikrobiologische und epidemiologische Untersuchungen durch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) und nationale Behörden deuten darauf hin, dass Tiefkühl-Beeren die Quelle für den Ausbruch sein könnten. Allerdings konnte die genaue Eintragsquelle der Hepatitis A-Viren bislang noch nicht eruiert werden.

Seit Jänner 2013 wurden europaweit 1315 Erkrankungsfälle gemeldet, die mit diesem Ausbruch in Zusammenhang stehen, wobei Italien über 90 Prozent der Fälle verzeichnete. Auch in Österreich ist das Vorkommen dieses als „Beeren-Ausbruchs-Klon“ bezeichneten Hepatitis A-Erreger dokumentiert.

ECDC/EFSA zu Hepatitis A-Ausbruch in Europa

Was ist Hepatitis A?

Die Hepatitis A wird durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht. Es handelt sich um ein einzelsträngiges RNA-Virus aus der Familie der Picornaviridae. Der Erreger wird über den Darm ausgeschieden. Das HAV ist ausgesprochen widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse.

Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Der Mensch ist Hauptwirt, die Übertragung erfolgt fäkal-oral durch Kontakt- oder Schmierinfektion im Rahmen enger Personenkontakte sowie durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände. Ausbrüche in verschiedenen Ländern wurden meist durch kontaminiertes Trinkwasser, Badewasser oder kontaminierte Lebensmittel verursacht.

Die Inkubationszeit (der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) beträgt im Allgemeinen 25 bis 30 Tage. Die  Erkrankung äußert sich meist durch Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Gelbsucht bis hin zu einer Leberentzündung, die aber in der Regel vollständig ausheilt.

Was können VerbraucherInnen tun?

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat ein  „Merkblatt für die Lagerung, Zubereitung und Konsum von rohem Obst und Gemüse im Haushalt“ herausgegeben, das VerbraucherInnen Möglichkeiten aufzeigt, Infektionen mit lebensmittelbedingten Krankheitserregern vorzubeugen. So sollten z. B. empfindliche Personen tiefgefrorene Beeren und Sprossen nicht roh essen sondern vor dem Verzehr immer gut durcherhitzen.

BMG: Merkblatt für die Lagerung, Zubereitung und Konsum von rohem Obst und Gemüse im Haushalt

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