Gentechnisch veränderte Petunien

Petunien

Im April 2017 wurden durch die finnische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EVIRA, Finnish Food Safety Authority) gentechnische Veränderungen in verschiedenen Petunien mit oranger bzw. lachsfarbener Blütenfarbe nachgewiesen (EVIRA Information). Die Pflanzen stammten aus Deutschland und den Niederlanden, möglicherweise auch aus Dänemark. Nachforschende Untersuchungen in Deutschland und den Niederlanden haben dies für verschiedene Petunien-Sorten mittels DNA-Analyse bestätigt. Auch das US amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) berichtet von der Identifizierung verschiedener gentechnisch veränderter Petunien mit orangen, roten und lila Blüten.

Gentechnisch veränderte Petunien dürfen in der EU weder angebaut noch vermarktet werden (Richtlinie 2001/18/EG). Daher wurden Händler und Züchter sämtlicher EU-Länder aufgefordert, die betroffenen Pflanzen aus dem Verkehr zu nehmen und zu vernichten! Das unerlaubte Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist verboten und mit hohen Strafen belegt (§ 54 des Gentechnikgesetzes (GTG), BGBl Nr. 510/1994 i.d.g.F.).

Das Österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) hat am 30.05.2017 eine Behördeninformation für Händler veröffentlicht. Diese enthält auch eine Liste der betroffenen Petunien-Sorten. Siehe Gentechnisch veränderte Petunien: Information für Händler.

Ein Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt stellen die betroffenen Zierpflanzen  nicht dar, da sie einjährige Pflanzen sind, das heißt weder das Saatgut noch die Pflanze selbst sind winterhart.

Wo der Ursprung der gentechnischen Veränderung liegt ist noch unklar. Bisher wurden gängige Klonierungs-Elemente (Promotor-35S, Promotor-nos, Terminator-35S), ein Selektionsmarker (nptII), sowie ein Konstrukt aus P-35S und einem Maisgen nachgewiesen. Verschiedene Entwicklungswege werden derzeit untersucht.

Das Nationale Referenzlabor für GVO der AGES kann den Nachweis von gentechnisch veränderten Petunien durchführen, gerne stehen wir für Anfragen zur Verfügung.

Weiterführende Informationen der AGES zur Gentechnik: Fragen und Antworten zur Gentechnik

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