Information zu länderübergreifendem Salmonella Enteritidis-Ausbruch

(Wien, 28.08.2014) Seit Juni 2014 kommt es Frankreich, Österreich, England und Deutschland zum gehäuften Auftreten von lebensmittelbedingten Infektionen mit dem Durchfallerreger Salmonella Enteritidis Phagentyp (PT) 14b. Im Zuge von Abklärungen durch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) und nationale Behörden konnte die Quelle des Ausbruchs auf einen Ei-Produzenten/Eierverpackungszentrum in Süddeutschland zurückgeführt werden.

EFSA/ECDC: Multi-country outbreak of Salmonella Enteritidis infections associated with consumption of eggs from Germany

AGES-Lebensmitteldetektive klären Situation in Österreich

Erhebungen der AGES zeigten, dass es seit Juni österreichweit zu einer Häufung von Infektionen mit Salmonella Enteritidis PT14b gekommen ist, die jenem Erreger-Stamm entspricht, der auch bei Erkrankten und Lebensmittelproben (Eier) in Frankreich nachgewiesen wurde. Die AGES wurde mit der Abklärung des bundesländerübergreifenden Ausbruchs beauftragt: Unter 61 Erkrankungsfällen in Tirol bestand bei 51 Fällen als gemeinsame Verbindung der Verzehr von Mahlzeiten, die in einer Küche eines Sozialen Dienstes produziert und an drei Altenheime bzw. Einzelpersonen über Zustellungsdienst (Essen-auf-Rädern) ausgeliefert wurden. Die in der Küche verwendeten Eier stammten vom besagten Eierverpackungszentrum in Süddeutschland, welches mit den Fällen in Frankreich und Deutschland in Verbindung steht.

Gelingen konnte die Ausbruchsabklärung durch die Kooperation von österreichischen und europäischen Behörden sowie den Betreibern und Betroffenen mit den EpidemiologInnen der AGES. Durch die Auswertung der eingegangenen RASFF-Meldungen, den Behördenerhebungen vor Ort  und den Befragungen über Erkrankungssymptome und Verknüpfung dieser Erkenntnisse mit vorliegenden Menüplänen konnte als Quelle das Lebensmittel Ei gefunden werden. Das DNA-Fingerprinting des bakteriellen Erregers (SalmonellaEnteritidis Phagentyp 14b) bestätigte diese Vermutung: die Bakterienisolate der erkrankten Personen zeigten molekulargenetisch das gleiche Muster wie die Lebensmittelisolate.

Salmonella Enteritidis auf europäischer Ebene geregelt

Die durch Salmonellen verursachten Infektionen (Salmonellosen) zählen weltweit zu den häufigsten bakteriellen Durchfallerkrankungen. Die AGES führt die nationale Referenzzentrale für Salmonellen. Die jährlich erhobenen Daten werden im Jahresbericht der Referenzzentrale sowie im Zoonosenbericht veröffentlicht. Seit 2002 ist die Zahl von laborbestätigten Erkrankungsfällen um 83 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang der Salmonellosen beim Menschen wurde fast ausschließlich durch die Verminderung der Salmonella Enteritidis-Infektionen (2002: 7.459 Isolate; 2013: 607 Isolate) verursacht.

Salmonella Enteritidis ist einer von über 2000 Salmonellen-Serotypen. Für die beiden wichtigsten Typen, Salmonella Enteritidis und Salmonella Typhimurium, gibt es spezielle EU-weit gültige rechtliche Regelungen. Die EU hat für jeden Mitgliedstaat Höchstwerte festgelegt, mit denen Herden von Geflügel mit S. Enteritidis und S. Typhimurium maximal belastet sein dürfen: Dieser liegt für Legehennen bei 2 %, für Masthühner und Puten bei 1 % und für Elterntiere von Hühnern bei 1 %.

Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche in Österreich

Wenn einzelne Menschen durch Lebensmittel erkranken, gelingt es meist nicht, das Lebensmittel zu finden, das die Erkrankung verursacht hat. Kommt es aber zu Gruppenerkrankungen, zu sogenannten lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen, so besteht eine realistische Chance, durch Herausarbeiten von charakteristischen Gemeinsamkeiten zwischen den Fällen das Lebensmittel ausfindig zu machen. Ziel einer Ausbruchserhebung ist einerseits, einen gerade stattfindenden Ausbruch zu stoppen andererseits aber auch, das Auftreten derartiger Erkrankungen in der Zukunft zu verhindern: So konnte in Österreich die Zahl der durch Salmonellen verursachten Krankheitsausbrüche seit 2006 um 90 Prozent gesenkt werden. Insgesamt ist die Anzahl an Ausbrüchen im selben Zeitraum um 78 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2013 sind 568 Personen  bei  österreichweit 133 lebensmittelbedingte Ausbrüchen erkrankt, keine Person ist dabei verstorben.

VerbraucherInnen-Tipp: Küchenhygiene

Salmonellen lassen sich in der Lebensmittelproduktion nie gänzlich vermeiden, aber eindämmen. In Österreich wird das Thema ständig mit Tierhaltern, Lebensmittelproduzenten und Behörden diskutiert. Der wichtigste Hebel zur Eindämmung der Problematik liegt in Hygienemaßnahmen bei betroffenen Geflügel-Betrieben. Dieses besondere Augenmerk auf Hygiene zieht sich durch bis ans andere Ende der Lebensmittelkette, den VerbraucherInnen. Da bei rohen tierischen Lebensmitteln immer mit dem Vorkommen möglicherweise krankmachender Keime gerechnet werden muss, sollten auch immer küchenhygienische Grundregeln beachtet werden.

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