Brucellose-Fall in Österreich

Zuletzt geändert: 07.08.2018

Am 25. Juni 2018 ist im Bezirk Rohrbach in Oberösterreich Brucellose in einem Milchrinderbestand durch die AGES bestätigt worden.

Seit Jänner waren im betroffenen Betrieb immer wieder Fehlgeburten bei Kühen und Todesfälle bei Kälbern aufgetreten. Vom betreuenden Tierarzt wurden Untersuchungen veranlasst und Blutproben entnommen. Die AGES stellte am 25. Juni 2018 Brucellose als Ursache fest. Die zuständige Behörde hat unverzüglich gehandelt und bereits alle relevanten Maßnahmen eingeleitet. Der betroffene Milchviehbetrieb ist aktuell hinsichtlich Milchanlieferung und Tierverkehr gesperrt. Bei weiteren Untersuchungen der AGES wurde auch auch in einem zweiten Betrieb bei einer Kuh Brucellose festgestellt. Bei drei weiteren Betrieben waren die Ergebnisse nicht eindeutig, hier werden erneut Proben gezogen.

Brucellose: In Österreich sehr seltene Erkrankung beim Mensch und Tier

Als Brucellose wird eine Erkrankung mit Bakterien der Gattung Brucella (B.) bezeichnet. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist über Lebensmittel wie Rohmilch. Eine Infektion bei Landwirten oder Tierärzten ist auch bei der Geburtshilfe oder beim Hantieren mit Abortmaterial möglich. In Österreich fanden sich beim Menschen im letzten Jahrzehnt 1 bis 7 importierte Fälle pro Jahr. 2018 wurden bisher fünf Fälle von Brucellose beim Menschen gemeldet, davon drei Erkrankungen in Zusammenhang mit dem Fall.

Die Inkubationszeit der Brucellose liegt in der Regel bei 1 bis 2 Monaten. Bis zu 90 % aller Infektionen verlaufen ohne Krankheitssymptome; sie lassen sich nur über den Nachweis spezifischer Antikörper beim Patienten erkennen und sind Ausdruck einer erfolgreichen Immunabwehr.

Bei der akuten Brucellose kommt es in der Anfangsphase zu Müdigkeit, leichtem Fieber sowie zu Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einem kurzen beschwerdefreien Intervall können grippeähnliche Symptome auftreten, die dann aber nicht wie bei Influenza üblich nach 7 bis 10 Tagen aufhören.

Für Brucellose typisch sind abendliche Temperaturanstiege auf bis zu 40 °C verbunden mit massiven Schweißausbrüchen. Die Erkrankung kann mit Antibiotika gut behandelt werden.

In Österreich sind die Rinderpopulation seit 1999 sowie die Schaf- und Ziegenpopulation seit 2001 amtlich anerkannt frei von diesem Erreger. Die Bekämpfung dieser Tierkrankheit im derzeitigen Fall konzentriert sich auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der infizierten Tiere sowie auf die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Verbreitung des Erregers zu vermeiden.
Für KonsumentInnen bestand zu keiner Zeit eine Gefahr, da die gesamte Milch des betroffenen Betriebs in der Molkerei pasteurisiert wurde.

Fachinformation Brucellose

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