Aktuelles zu Fipronil-Eiern

Zuletzt geändert: 13.09.2017

Mit Stand 11.09.2017 sind in der AGES 258 Proben von den Bundesländern zur Untersuchung auf Fipronil eingelangt.

Bislang liegen die Ergebnisse für 239 Produkte (Frischeier, eihaltige Lebensmittel aus dem Einzelhandel sowie  Eiprodukte wie Vollei, Flüssigei, Eiweißpulver, Eidotterpulver, Konditoreiweiß, gekochte und geschälte Eier etc.) aus dem Großhandel vor.

Rund 79 Prozent der Proben frei von Fipronil

Alle untersuchten Produkte aus dem österreichischen Einzelhandel wie Frisch-Eier, Backwaren, Hühnerfleisch, Kekse, Mayonnaise, Teigwaren und Waffeln sind bisher frei von Fipronil, genau wie ein Großteil der Produkte aus dem Großhandel.

In 50 Proben aus dem Großhandel wurde Fipronil nachgewiesen. Bei den Produkten handelt es sich um Eiprodukte für den Großhandel wie Flüssigei, Eiweißpulver, Eigelb, Vollei, gekochte und geschälte Eier usw. Die Produkte stammen aus Deutschland, Niederlanden, Dänemark und Belgien.

Die Proben mit Fipronil-Nachweis stammen aus den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Wien:

  • Kärnten: 4 Proben - Eigelb, Eiweiß, Eiweißpulver
  • Niederösterreich: 12 Proben - Flüssiges Vollei, Frischeier (NL), Rührei, Eiweißpulver, Volleipulver
  • Oberösterreich: 7 Proben – Flüssigei, Eigelb Rührei
  • Salzburg: 2 Proben - Eigelb, Eier gekocht und geschält
  • Tirol: 11 Proben - Vollei, Eigelb, Rührei, pasteurisierte Schaleneier, Eiweiß
  • Wien: 9 Proben - Eigelb, Frischeier (PL), Vollei
  • Burgenland: 5 Proben – Eidotterpulver, Vollei, Eigelb

Die gemessenen Werte lagen zwischen 0,003 und 0,1 Milligramm pro Kilo und somit weit unter dem Wert von 1,2 Milligramm pro Kilo, der in Belgien gemessen wurde und der für die gesundheitliche Bewertung herangezogen wurde. Es besteht somit keine Gesundheitsgefahr, weder akut noch wenn belastete Produkte über einen längeren Zeitraum gegessen worden wären.

Laut europäischer gesetzlicher Regelung ist ein Rückstandhöchstgehalt von 0,005 mg/kg Fipronil erlaubt. Diesen Höchstwert haben insgesamt 18 Proben überschritten. Diese Produkte dürfen somit nicht in Verkehr gebracht werden. Dies wird derzeit von den zuständigen Landesbehörden überprüft.

Bei den Proben, die diesen Höchstwert nicht überschritten haben, werden die Unternehmer durch die Länderbehörden aufgefordert der Ursache der mit Fipronil belasteten Produkte nachzugehen.

Derzeit werden österreichweit noch immer verstärkt Kontrollen von Ei und Eiprodukten durch die Behörden durchgeführt.

Für Fragen zu Fipronil hat die AGES eine Infoline unter Tel: 050 555 555 eingerichtet (0-24 Uhr).

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen: Fragen und Anworten zu Fipronil

Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) werden Ergebnisse von Behördenkontrollen in EU-Ländern und Vertriebslisten möglichst rasch den Lebensmittelbehörden anderer EU-Länder zugänglich gemacht. Die zuständigen Landesbehörden in Österreich führen derzeit Nachforschungen durch. Sobald ein Verdacht besteht, dass die Herkunft der Eier nicht geklärt ist, werden in betroffenen Betrieben Proben gezogen und an die AGES zur Untersuchung übermittelt. Aktuell werden alle Eier die zur Untersuchung in die AGES gelangen, auf Fipronil untersucht. 

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Betriebe vorsorglich importierte Eier und Eiprodukte vom Markt nehmen.

Fipronil ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht krebserregend und erbgutschädigend. Es kann beim Menschen neurotoxisch wirken. In höheren Dosen führt es zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Bei den Mengen die bisher in den Eiern (Niederlande, Deutschland) gefunden wurden, ist von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung für Menschen auszugehen. Geht man von dem höchsten in einem Ei gemessenen Wert aus, so wäre eine tägliche Aufnahmemenge von 7 Eiern für Erwachsene bzw 1 Ei für ein Kind mit 10 kg Körpergewicht tolerierbar.

Für verarbeitete Lebensmittel gilt generell: Aufgrund des Verarbeitungsprozesses wäre die Konzentration von Fipronil sehr gering, daher ist eine Gesundheitsgefährdung unwahrscheinlich.

Fipronil ist ein Breitspektrum-Insektizid. Dieses Insektizid wird beispielsweise in der Veterinärmedizin zur Bekämpfung von Flöhen und Zecken bei Hunden und Katzen verwendet. Es ist jedoch als Arzneimittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren verboten.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat auf Basis der RASFF-Mitteilungen eine Risikobewertung erstellt:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche-bewertung-der-in-belgien-nachgewiesenen-einzeldaten-von-fipronilgehalten-in-lebensmitteln-tierischen-ursprungs.pdf

http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_fipronilgehalten_in_lebensmitteln_tierischen_ursprungs-201459.html

In Belgien wurden bei Untersuchungen des Desinfektionsmittels, das mit Fipronil versetzt war und das zur Behandlung der Hühner verwendet wurde, auch Spuren des Insektengifts Amitraz nachgewiesen. Es gibt bisher keine Hinweise, dass Amitraz auch in Lebensmitteln nachgewiesen wurde.

In Österreich werden die Proben auch auf Amitraz untersucht. Bisher liegen 119 Untersuchungsergebnisse vor, in keiner Probe wurde Amitraz nachgewiesen.

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