Aktuelles zu Fipronil-Eiern

Zuletzt geändert: 16.11.2017

Mit Stand 31.10.2017 sind in der AGES 311 Proben von den Bundesländern zur Untersuchung auf Fipronil eingelangt.

In 54 Proben konnte Fipronil nachgewiesen werden. 19 Proben wurden beanstandet: Bei ihnen war der Höchstgehalt für Fipronil überschritten.

Bei den untersuchten Produjten handelte es sich um Frischeier, eihaltige Lebensmittel aus dem Einzelhandel sowie Eiprodukte wie Vollei, Flüssigei, Eiweißpulver, Eidotterpulver, Konditoreiweiß, gekochte und geschälte Eier etc. Es wurden auch 38 verarbeitete Produkte (Mayonnaise, Backwaren wie Gugelhupf, Eierbiskotten, Spritzgebäck, Krapfen, Linzeraugen, Strudel und Kuchen, aber auch Bananenschnitten, Profiteroles, Tiramisu sowie Semmelknödel, Käsnudeln, Buchstaben für Suppe und Backerbsen) untersucht.

Der überwiegende Anteil der untersuchten Produkte aus dem österreichischen Einzelhandel wie Frisch-Eier, Hühnerfleisch, Mayonnaise und verarbeiteten Produkten wie Backwaren und Teigwaren waren frei von Fipronil. Bei drei Proben (Krapfen, Backerbsen und Profiteroles) wurden Fipronil-Rückstände im Bereich der Bestimmungsgrenze nachgewiesen; bei Folgeuntersuchung der betroffenen Krapfen wurden keine Fipronilrückstände nachgewiesen.

Auch der Großteil der Produkte aus dem Großhandel war frei von Fipronil: In 51 Proben aus dem Großhandel wurde Fipronil nachgewiesen. Bei den Produkten handelt es sich um Eiprodukte für den Großhandel wie Flüssigei, Eiweißpulver, Eigelb, Vollei, gekochte und geschälte Eier usw. Die Produkte stammen aus Deutschland, Niederlanden, Dänemark, Belgien und Polen.

Die 54 Proben mit Fipronil-Nachweis stammen aus den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Wien:

  • Kärnten: 4 Proben - Eigelb, Eiweiß, Eiweißpulver
  • Niederösterreich: 12 Proben - Flüssiges Vollei, Frischeier (NL), Rührei, Eiweißpulver, Volleipulver
  • Oberösterreich: 8 Proben – Flüssigei, Eigelb Rührei
  • Salzburg: 2 Proben - Eigelb, Eier gekocht und geschält
  • Tirol: 11 Proben - Vollei, Eigelb, Rührei, pasteurisierte Schaleneier, Eiweiß
  • Wien: 12 Proben - Eigelb, Frischeier (PL), Vollei, Krapfen, Backerbsen, Profiteroles
  • Burgenland: 5 Proben – Eidotterpulver, Vollei, Eigelb

Die gemessenen Werte lagen zwischen 0,003 und 0,1 Milligramm pro Kilo und somit weit unter dem Wert von 1,2 Milligramm pro Kilo, der in Belgien gemessen wurde und der für die gesundheitliche Bewertung herangezogen wurde. Es besteht somit keine Gesundheitsgefahr, weder akut noch wenn belastete Produkte über einen längeren Zeitraum gegessen worden wären. Laut europäischer gesetzlicher Regelung ist ein Rückstandhöchstgehalt von 0,005 mg/kg Fipronil erlaubt.

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen: Fragen und Anworten zu Fipronil

Fipronil ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht krebserregend und erbgutschädigend. Es kann beim Menschen neurotoxisch wirken. In höheren Dosen führt es zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Bei den Mengen die bisher in den Eiern (Niederlande, Deutschland) gefunden wurden, ist von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung für Menschen auszugehen. Geht man von dem höchsten in einem Ei gemessenen Wert aus, so wäre eine tägliche Aufnahmemenge von 7 Eiern für Erwachsene bzw 1 Ei für ein Kind mit 10 kg Körpergewicht tolerierbar.

Für verarbeitete Lebensmittel gilt generell: Aufgrund des Verarbeitungsprozesses wäre die Konzentration von Fipronil sehr gering, daher ist eine Gesundheitsgefährdung unwahrscheinlich.

Fipronil ist ein Breitspektrum-Insektizid. Dieses Insektizid wird beispielsweise in der Veterinärmedizin zur Bekämpfung von Flöhen und Zecken bei Hunden und Katzen verwendet. Es ist jedoch als Arzneimittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren verboten.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat auf Basis der RASFF-Mitteilungen eine Risikobewertung erstellt:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche-bewertung-der-in-belgien-nachgewiesenen-einzeldaten-von-fipronilgehalten-in-lebensmitteln-tierischen-ursprungs.pdf

http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_fipronilgehalten_in_lebensmitteln_tierischen_ursprungs-201459.html

In Belgien wurden bei Untersuchungen des Desinfektionsmittels, das mit Fipronil versetzt war und das zur Behandlung der Hühner verwendet wurde, auch Spuren des Insektengifts Amitraz nachgewiesen. In Österreich wurden die Proben auch auf Amitraz untersucht. In keiner Probe wurde Amitraz nachgewiesen.

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