4. Europäischer Radontag

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Zuletzt geändert: 07.11.2018

Radon ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach dem Rauchen weltweit die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Der europäische Radonverband (ERA) hat daher den 7. November – den Geburtstag der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie – zum Europäischen Radontag ernannt. Ziel des Radonverbandes ist es, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Radon ein Gesundheitsrisiko darstellt. In Österreich sind etwa 10 Prozent der jährlichen Neuerkrankungen auf Radon und seine Folgeprodukte zurückzuführen. Etwa 400 Lungenkrebstote werden diesem radioaktiven Element in Österreich jährlich zugeordnet. Da es keine sichtbare Gefahr darstellt, wird das Risiko durch Radon jedoch wenig wahrgenommen.

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Bei schlechter Abdichtung von Hausfundamenten dringt das Gas leicht in die Gebäude ein.

Radon-Messung für Arbeitsplätze in Risikogebieten

Die Österreichische Radonpotenzialkarte stellt das berechnete Radonpotenzial jeder einzelnen österreichischen Gemeinde in den Klassen 1 - 3 dar.

Eine EU-Richtlinie, die in Österreich derzeit in Umsetzung begriffen ist, verpflichtet alle Mitgliedstaaten zu Messungen an Arbeitsplätzen in Regionen mit einem erhöhten Risiko. Das betrifft sowohl Büroarbeitsplätze, Handel und Gewerbe, als auch Schulen oder Gemeindeämter, die sich im Erd- oder Kellergeschoß befinden.

Bereits seit 2008 müssen bestimmte Arbeitsplätze wie in Bergwerken, Schauhöhlen und Radonkuranstalten gemäß der Natürlichen Strahlenquellen-Verordnung (NatStrV) geprüft werden.  Eine Studie der AGES zeigt, dass für Angestellte bei langen Aufenthaltszeiten eine erhöhte Dosis auftreten kann; allerdings lag die Dosis bei allen Beschäftigten deutlich unter der in der NatStrV festgelegten Dosisgrenze von 20 MilliSievert/Jahr. Für Besucher ist der Aufenthalt in Besucherbergwerken und Schauhöhlen jedenfalls unbedenklich.   

Im Zuge der Richtlinienumsetzung wird auch die österreichische Radonpotenzialkarte verbessert, um belastbare und zuverlässige Informationen zu den Schutzgebieten zu haben. Auf Basis von rund 60.000 Radonmessungen wird sie Auskunft darüber geben, wo in Österreich mit erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden gerechnet werden muss. Derzeit ist das in rund 500 Gemeinden der Fall.

Kostenlose Radon-Messung für Privathaushalte

Aktuelle Messungen der Österreichischen Fachstelle für Radon der AGES zeigen, dass in etwa 7 Prozent der österreichischen Haushalte erhöhte Radonwerte vorliegen. Gewissheit über die Radonbelastung in einem Gebäude gibt nur eine Messung. Eine Radonmessung kann direkt auf der AGES-Homepage angefordert werden. Die Messdetektoren werden per Post verschickt – die Durchführung der Messung ist einfach und für Privathaushalte kostenlos.

Erhöhte Radonwerte können oft durch einfache, erprobte Maßnahmen reduziert werden. Bei Neubauten können schon einfache bauliche Schutzmaßnahmen das Radon-Risiko effektiv senken. Ausführliche Informationen bieten Fachbroschüren der Österreichischen Fachstelle für Radon der AGES.

AGES koordiniert Radon-Aktivitäten in Österreich

Die Österreichische Fachstelle für Radon der AGES koordiniert alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Radon in Österreich und verfügt über das am besten ausgestattete Labor in Österreich für die Messung von Radon in der Luft, im Wasser und im Boden. Die Fachstelle für Radon hat eine Radon-Infoline eingerichtet - unter 050 555-41800 stehen die Radon-ExpertInnen für Fragen zur Verfügung.

Anlässlich des Europäischen Radon-Tages am 7. November hat das Wissenschaftsmagazin „APA Science“ mit Wolfgang Ringer, dem Leiter der Abteilung Radon und Radioökologie der AGES, über künftige Maßnahmen zur Stärkung des vorsorglichen gesundheitlichen VerbraucherInnen-Schutzes gesprochen.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Privatpersonen, Baufachleute, Arbeitgeber und Behörden auf der Radon-Seite des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie im "Handbuch Radon" der Weltgesundheitsorganisation WHO.

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