Radon, die unsichtbare Gefahr: 2. Europäischer Radontag

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Zuletzt geändert: 04.11.2016

Radon ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Der europäische Radonverband hat daher den 7. November – den Geburtstag der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie – zum Europäischen Radontag ernannt. Ziel des Radonverbandes ist es, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Radon ein Gesundheitsrisiko darstellt.

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Nach dem Rauchen ist Radon weltweit die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. In Österreich sind etwa 10 % der jährlichen Neuerkrankungen auf Radon und seine Folgeprodukte zurückzuführen.

Radoninformation der AGES

Die Österreichische Fachstelle für Radon der AGES koordiniert die Aktivitäten im Zusammenhang mit Radon in Österreich und verfügt über das am besten ausgestattete Labor in Österreich für die Messung von Radon in der Luft, im Wasser und im Boden. Eine verstärkte Kooperation mit dem oberösterreichischen Zivilschutzverband und Seminare zum radonsicheren Bauen für Baufachleute dienen dazu, das Thema Radon in der Öffentlichkeit mehr bewusst zu machen. Die Fachstelle für Radon hat daher auch eine Radon-Infoline eingerichtet; unter 050555-41800 stehen die Radonexperten für Fragen zur Verfügung.

Kostenlose Radonmessung für Privathaushalte

Gewissheit über die Radonbelastung in einem Gebäude gibt nur eine Messung. Eine Radonmessung kann direkt auf der AGES-Homepage (www.ages.at/radonmessung) angefordert werden. Die Messdetektoren werden per Post verschickt – die Durchführung der Messung ist einfach und für Privathaushalte kostenlos.

Verbesserung der Radonrisikokarte

Künftig wird in Radonrisikogemeinden die Messung der Radonbelastung an Arbeitsplätzen verpflichtend sein. Dies erfordert eine zuverlässige Radonrisikokarte: Die aktuelle österreichische Radonpotenzialkarte wurde auf Basis von über 20.000 Radonmessungen in Wohnhäusern erstellt. Die Fachstelle für Radon arbeitet intensiv an einer Verbesserung der Karte. In den vergangen drei Jahren wurden in Oberösterreich und der Steiermark weitere 18.500 Radonmessungen durchgeführt; die Vorbereitungen für die Messkampagnen in den übrigen Bundesländern laufen. Die aktuellen Messungen zeigten, dass in etwa 12 % der Haushalte erhöhte Radonwerte (über 300 Becquerel/m³) vorlagen. Gerade bei Neubauten können schon einfache bauliche Schutzmaßnahmen das Radon-Risiko effektiv senken.

Pilotstudie Radonbelastung in Besucherbergwerken und Schauhöhlen

An speziellen Arbeitsplätzen wie in Besucherbergwerke und Schauhöhlen gibt es jetzt schon die gesetzliche Verpflichtung, die Radonbelastung der Beschäftigten zu ermitteln (Natürliche Strahlenquellen-Verordnung, NatStrV). In einer Pilotstudie der AGES in sechs Besucherbergwerken und drei Schauhöhlen wurde die Radonkonzentration mit aktiven, zeitauflösenden Messgeräten für ein Jahr gemessen, um die jahreszeitliche und wetterbedingte Abhängigkeit der Radonkonzentration zu studieren und die Jahresdosis der Beschäftigten durch Radon zu erfassen.  Die Studie ergab, dass für Angestellte bei langen Aufenthaltszeiten eine erhöhte Dosis auftreten kann (diese lag aber bei allen Beschäftigten deutlich unter der in der NatStrV festgelegte Dosisgrenze von 20 MilliSievert/Jahr überschritten). Für Besucher ist der Aufenthalt in Besucherbergwerke und Schauhöhlen jedenfalls unbedenklich.

Pilotstudie „Comprehensive investigation of radon exposure in Austrian tourist mines and caves“: https://rpd.oxfordjournals.org/content/162/1-2/78.abstract

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Mess-Station im Berkgwerk
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Radondrainage: einfache Schutzmaßnahme

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