Rasche Information für mehr Lebensmittelsicherheit

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Zuletzt geändert: 31.07.2020

Lebensmittel sind heutzutage sicher wie nie zuvor. Obwohl vieles dazu führen kann, dass ein Lebensmittel nicht mehr zum Essen oder Trinken geeignet ist oder sogar die Gesundheit schädigen kann: Die Natur selbst steuert Gefahren bei, z. B. Mikroorganismen (Bakterien, Viren Schimmelpilze) oder Pflanzengifte; und natürlich trägt der Mensch selbst durch Industrie, Verkehr und Technologie dazu bei, dass Rückstände von vielen Substanzen in Lebensmitteln gefunden werden können.

In den vergangenen 10 Jahren wurde die Öffentlichkeit 813 Mal über Rückrufe von Lebensmitteln (inklusive Nahrungsergänzungsmitteln und Kindernahrung) informiert: Meistens durch die Unternehmen selbst, entweder durch einen Aushang im Geschäftslokal oder, bei einer Gefährdung einer größeren Bevölkerungsgruppe, durch eine Presseinformation. Kommt der Hersteller bzw. Inverkehrbringer dieser Verpflichtung nicht nach, warnt die AGES im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) die Öffentlichkeit vor gesundheitsschädlichen Produkten: In den vergangenen 10 Jahren war das 40 Mal der Fall.

Zusätzlich informiert die AGES auch über Rückrufe der Unternehmer: Die Information der Bevölkerung erfolgt unter dem Oberbegriff „AGES-Produktwarnungen“ mittels Veröffentlichung auf der Website www.produktwarnungen.at, über einen eigenen Newsletter zu Produktwarnungen, Smartphone-App für iPhone und Android und über Social Media (Facebook, Twitter).

Die häufigsten Gründe für Rückrufe

260 Mal wurden Lebensmittel wegen einer Kontamination mit Mikroorganismen zurückgerufen, v. a. wegen krankmachender Keime wie Salmonellen, Listerien oder E. coli. 214 Mal erfolgte ein Rückruf wegen zu hoher Gehalte von beispielsweise Schimmelpilzgiften (Mykotoxinen), Schwermetallen oder Pflanzenschutzmitteln. Für viele dieser Stoffe gibt es erlaubte Höchstmengen (= Grenzwerte) in Lebensmitteln. Werden diese überschritten, ist das Lebensmittel nicht mehr sicher und darf nicht mehr am Markt sein, es bedeutet aber nicht, dass das Lebensmittel schon gesundheitsschädlich ist. 188 Mal waren Fremdkörper wie Glassplitter, Plastikteilchen oder Metallstücke der Grund für den Rückruf.

Tierische Lebensmittel wie Fleisch/Fleischprodukte (113 Rückrufe) und Milch/Milchprodukte (95 Rückrufe) gehören zu den Lebensmitteln, die am häufigsten zurückgerufen werden müssen – bei ihnen ist das Risiko einer Belastung mit Keimen naturgemäß am höchsten. Bei pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreideprodukten (104 Rückrufe) und Obst/Gemüse (74 Rückrufe) stehen Rückstände im Vordergrund. Fremdkörper finden sich, produktionstechnisch bedingt, am ehesten in Fertiggerichten (73 Rückrufe).

Dichtes Netz von Kontrollen

Für die hohe Lebensmittelsicherheit sorgen hohe Qualitätsstandards und ein dicht geknüpftes Netz von Kontrollen, das bei den Erzeugern beginnt und bei EU-weiten Überwachungsprogrammen endet. Die europäischen Lebensmittelbehörden stehen über Schnellwarnsysteme in ständigem Kontakt: Informationen über Probleme bei Lebensmitteln können schnell untereinander ausgetauscht werden.

Mehr Informationen in AGES-Wissen aktuell: Produktwarnungen und Rückrufe 2010-2019


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