Nationales Referenzlabor für Mykotoxine und Pflanzentoxine

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Zuletzt geändert: 16.06.2020

Das Nationale Referenzlabor für Mykotoxine und Pflanzentoxine in Lebens- und Futtermitteln der AGES ist primär in der Abteilung Kontaminantenanalytik (KONA) des Instituts für Lebensmittelsicherheit Linz angesiedelt.

Hauptaufgaben

  • Analysieren von Proben im Rahmen der Lebensmittel- und Futtermittelkontrolle
  • Durchführen von Vergleichsuntersuchungen und Hilfestellung für Feldlabors (Routinelabors)
  • Entwickeln und Validieren von neuen analytischen Methoden
  • Unterstützung für das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) bei fachlichen Fragestellungen
  • Erteilen von Expertisen und Expertenauskünften

Mykotoxine

Mykotoxine sind sekundäre Stoffwechselprodukte, die durch Schimmelpilze gebildet werden. Sie können bei Mensch und Tier bereits in geringen Mengen akute Vergiftungen bzw. bei langfristiger Aufnahme chronische Gesundheitsschäden hervorrufen. Aflatoxine sind eine sehr bekannte Gruppe von Mykotoxin-Giftstoffen, die von zwei Schimmelpilzarten der Gattung Aspergillus gebildet werden. Es gibt rund 20 natürlich vorkommende Aflatoxine, wobei Aflatoxin B1 in Lebensmitteln am häufigsten vorkommt.
Die Aufnahme von Mykotoxinen erfolgt in erster Linie mit der Nahrung. Bei Futtermitteln ist zu berücksichtigen, dass ein Transfer darin enthaltener Mykotoxine auch in Lebensmitteln möglich ist.
Aufgrund der toxikologischen Eigenschaften von Mykotoxinen ist ihr Vorkommen in Lebens- und Futtermitteln unerwünscht und daher deren analytische Überwachung notwendig.

Die wichtigsten Mykotoxine bzw. Toxin-Gruppen werden vom Nationale Referenzlabor der AGES mit akkreditierten und/oder genormten Analysenmethoden untersucht:

  • A-Trichothecene (T-2 Toxin; HT-2 Toxin; Monoacetoxyscirpenol; Diacetoxyscirpenol)
  • B-Trichothecene (Deoxynivalenol; Nivalenol; 15-Acetyldeoxynivalenol; 3-Acetyldeoxynivalenol; Fusarenon-X; DON-3-Glucosid)
  • Zearalenon
  • Aflatoxine (B1; B2; G1; G2) u. Aflatoxin M1
  • Sterigmatocystin
  • Ochratoxin A
  • Fumonisine (B1 u. B2)
  • Ergotalkaloide
  • Alternariatoxine
  • Patulin
  • Citrinin

Pflanzentoxine

Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind Pflanzeninhaltsstoffe, die nach Einnahme die Gesundheit, insbesondere die Leber, schädigen können und sind daher in Lebens- und Futtermittel unerwünscht.

Tropanalkaloide sind natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die in einer Vielzahl von Pflanzen vorkommen, vor allem in Nachtschattengewächsen wie z. B. dem Bilsenkraut, dem Stechapfel und der Tollkirsche. Es sind mehr als 200 unterschiedliche Tropanalkaloide bekannt, z. B. Atropin und Scopolamin. Pflanzen bilden Tropanalkaloide, um sich vor Fraßfeinden (z. B. Insekten) zu schützen. Tropanalkaloide sind auch für den Menschen giftig.

Kontakte und Zuständigkeiten

Dipl.Ing. Armin Raditschnig
Leiter der Abteilung Kontaminantenanalytik (KONA)
Telefon: +43 50 555-41511
Wieningerstraße 8
4020 Linz
armin.raditschnigno@Spam@agesno.Spam.at

Dipl.-HTL-Ing. Wolfgang Brodacz
Leiter-Stv. Abt. KONA (Multitoxin-Analytik mit LC-MS/MS)
Telefon: +43 50 555-41510
Wieningerstraße 8
4020 Linz
wolfgang.brodaczno@Spam@agesno.Spam.at

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