Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

ADAPT: Accelerated Development of multiple-stress tolerAnt PoTato

Zusammenfassung

Aufgrund des Klimawandels sind Pflanzen, wie auch die Kartoffel, verstärkt Hitze, Trockenheit und Überflutungen ausgesetzt. Im Rahmen des Projektes werden die Reaktionen der Kartoffel auf solche Stressfaktoren untersucht. Zugleich sollen neue, an die genannten Ereignisse angepasste Sorten entwickelt werden. 

Projektbeschreibung

Die Kartoffel ist weltweit eine der wichtigsten Nahrungspflanzen. Auf Hitze und Trockenheit sowie auf Überschwemmungsereignisse reagiert die Pflanze mit hohen Ertragseinbußen. Diese Situationen werden durch die Klimakrise immer häufiger und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Ertragssicherheit bei Kartoffeln dar. Es fehlt Grundlagenwissen über die Reaktionen der Kartoffel auf diese Stressfaktoren, besonders, wenn sie kombiniert auftreten.

ADAPT erforscht molekulare und phänotypische Reaktionen von Kartoffeln auf Stressfaktoren wie Hitze, Trockenheit oder Überflutung der Anbaufläche. Das Ziel des Projektes ist es, die Pflanze besser an die herausfordernden Wachstumsbedingungen der Zukunft anzupassen. Daher werden im Projekt die Reaktionen der Kartoffel auf die unterschiedlichen Stressfaktoren im Labor und am Feld detailliert mit einer Vielzahl von modernen Methoden erforscht. In Feldversuchen werden tolerante Kartoffelsorten identifiziert und charakterisiert. Die Ergebnisse fließen in eine umfassende Zusammenschau ein, die es ermöglicht, die Reaktionsmechanismen zu definieren, neue Züchtungsmerkmale festzulegen und molekulare Marker für Stresstoleranz zu entwickeln. 

Zwischenergebnisse

In Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern wurde unter Federführung der AGES eine Wahrnehmungsumfrage für europäische Landwirt:innen entwickelt. Die Umfrage war von Dezember 2020 bis April 2021 online verfügbar. Sie wurde in zehn Sprachen übersetzt (Englisch, Deutsch, Niederländisch, Französisch, Polnisch, Spanisch, Bulgarisch, Slowenisch, Serbisch und Griechisch) und richtete sich an Landwirt:innen aus den wichtigsten kartoffelerzeugenden Ländern Europas. Insgesamt nahmen 553 Kartoffelbäuerinnen und Kartoffelbauern aus 22 Ländern an der Umfrage teil. Die meisten Teilnehmer:innen kamen aus Österreich (n=159), gefolgt von den Niederlanden (n=93) und Deutschland (n=79). Bemerkenswert ist, dass fast 90 % der Befragten angaben, dass sich die klimatischen Veränderungen in den letzten zehn Jahren auf ihre Kartoffelproduktion ausgewirkt haben. Darüber hinaus bezeichneten fast 50 % der Befragten klimatische Veränderungen als Bedrohung für die Aufrechterhaltung der Kartoffelproduktion in ihrem Betrieb. Mehr als 80 % der Kartoffelerzeuger:innen gaben an, dass Trockenheit und Hitze ihre Kartoffelproduktion in den letzten 10 Jahren zunehmend beeinträchtigt haben. Mehr als 50 % der Landwirt:innen sind der Meinung, dass sich klimatisch bedingte Schädlinge und Krankheitserreger negativ ausgewirkt haben. Mehr als 40 % gaben an, dass sich starke Niederschläge negativ auswirken. Ähnliche Antworten ergaben sich bei der Frage nach möglichen künftigen Beeinträchtigungen der Kartoffelerzeugung. Zusammenfassend zeigte die Umfrage, dass das ADAPT-Projekt mit seinen Forschungsschwerpunkten und den zu erwarteten Ergebnissen dem Bedarf der Kartoffelanbauer:innen entspricht.

Nutzen des Projekts

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Ernährungssicherung. Das Anlegen von Feldversuchen und die genaue Beobachtung verschiedener Sorten unter Stressbedingungen führt zu einem Know-how-Gewinn hinsichtlich der Erfassung abiotischer Faktoren bei der Sortenprüfung. Durch eine verbesserte Sortenprüfung stehen den Landwirt:innen bedarfsgerechte Informationen für ihr Anbaumanagement zur Verfügung. Die Erkenntnisse der Forscher:innen sowie Züchter:innen unterstützen die raschere und effizientere Entwicklung stresstoleranter Kartoffelsorten. Angepasste Züchtungsprogramme, die Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien und Anbauberatung sollen einen ertragreichen Kartoffelanbau auch in Zeiten der Klimakrise ermöglichen. Die Ergebnisse sind wertvoll für Züchter:innen, Berater:innen, Interessensvertreter:innen, Landwirt:innen und Konsument:innen. Wir leiten ein Arbeitspaket, das die konkrete Nutzung der Erkenntnisse in der Praxis und die zielgruppenorientierte Darstellung und Verbreitung der Ergebnisse zum Ziel hat.

Projektdetails

Projektakronym: ADAPT

Projektleitung: Markus Teige, Universität Wien, Department für Biochemie und Zellbiologie und Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie
Projektpartner: University of Bonn (DE), Utrecht University (NL), University of Erlangen (DE), James Hutton Institute (UK), Durham University (UK), Wageningen University Research (NL), Palacký University Olomouc (CZ), National Center of Biotechnology (ES), National Institute of Biology (NIB), HZPC Holland (NL), C. Meijer BV (NL), Solana Research GmbH (DE), Niederösterreichische Saatbaugenossenschaft GmbH (AT), Europatat (BE)
Projektleitung AGES: DI Dr. Alexandra Ribarits, Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen
Leitung Arbeitspaket 6 „Pathways to impact“: DI Dr. Alexandra Ribarits

Finanzierung: Das Projekt ADAPT wird gefördert durch das EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020, Grant Agreement Nr. GA 2020 862-858.

Projektlaufzeit: 07.2020 bis 06.2024

Publikationen

Ribarits, A., von Gehren, P., Bomers, S., Prat, N., Tripolt, T., Söllinger, J., 2021. ADAPT – Accelerated development of multiple-stress tolerant potato. In: Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs (Ed.), 71. Jahrestagung 2020, BOKU-University of Natural Resources and Life Sciences, Vienna, Austria, 35-36. ISBN-13: 978-3-900932-81-7

Aktualisiert: 05.08.2022

Jump to top
X

Wir verwenden Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige sind notwendig, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern.