Citizen Science in den Altertumswissenschaften

Die Altertumswissenschaften waren in ihren Ursprüngen stark bürgerlich geprägt. Durch die Professionalisierung der Wissenschaft wuchs jedoch die Kluft zwischen Berufs- und ‚Hobby‘-Forschenden. In der deutschsprachigen Archäologie lässt sich häufig ein starkes, gegenseitiges Misstrauen zwischen beiden Gruppen feststellen. Vor allem der Einsatz von Metallsonden sorgt für heftige Debatten.

Die Abschottung der professionellen, universitär ausgebildeten WissenschaftlerInnen und DenkmalpflegerInnen führt nicht nur dazu, dass wertvolle Funde und Informationen unbemerkt bleiben. Durch die geringe Einbindung der Öffentlichkeit verlieren die Altertumswissenschaften als klassische „Orchideenfächer“ auch an Akzeptanz in Gesellschaft und Politik und somit den Rückhalt wesentlicher Stakeholder.

In dieser Session soll anhand von ausgewählten Beispielen diskutiert werden, welche Rolle Citizen Science in den modernen Altertumswissenschaften spielen kann. Es sollen erfolgreiche Beispiele der Zusammenarbeit aus dem In- und Ausland vorgestellt werden.

Außerdem möchten wir diskutieren, welche Kommunikationsschwierigkeiten es auf beiden Seiten gibt und Vorschläge erarbeiten, wie man Vorurteile abbauen könnte. Die Session richtet sich an Citizen Scientists und WissenschaftlerInnen aller Fachrichtungen der Altertumsforschung, wie z.B. Archäologie, Alte Geschichte, Numismatik. Beiträge von HistorikerInnen und anderen Disziplinen sind auch sehr willkommen.

Sessionleitung: Carmen Löw (loew@pfahlbauten.at) gemeinsam mit Joris Coolen und Cyril Dworsky