DOI-Nummer: 10.23764/0019

Furan – Exposititionsabschätzung österreichischer Jugendlicher und Senioren

Furan wird aus zahlreichen natürlichen Ausgangsstoffen wie Ascorbinsäure, Aminosäuren, Kohlenhydraten, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Carotinoiden im Zuge der Hitzebehandlung von Lebensmitteln gebildet. Während in Tierversuchen das kanzerogene und mögliche genotoxische Potential von Furan bestätigt wurde, sind seine Effekte auf den Menschen bis dato nicht restlos geklärt.

Im Zeitraum von 2007 bis 2017 wurden die Furangehalte in Lebensmitteln durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit analysiert. Anhand dieser Daten wurde die Exposition österreichischer Jugendlicher und SeniorInnen gegenüber Furan abgeschätzt.

Die durchschnittliche tägliche Gesamtaufnahme von Furan beträgt bei Jugendlichen 0,12 µg/kg KG/Tag. Vielverzehrer bei Jugendlichen nehmen 0,68 µg Furan/kg KG/Tag auf. Kaffee und Getreideprodukte tra-gen am meisten zur Gesamtexposition gegenüber Furan bei. Bei Erwachsenen im Alter von 65-75 Jahren liegt die durchschnittliche tägliche Gesamtaufnahme von Furan bei 0,26 µg/kg KG/Tag.

Vielverzehrer dieser Bevölkerungsgruppe nehmen 0,47 µg Furan/kg KG/Tag auf. Erwachsene über 75 Jahre nehmen im Schnitt insgesamt 0,28 µg/kg KG/Tag und bei hohem Verzehr 0,48 µg Furan/kg KG/Tag auf. Bei bei-den Bevölkerungsgruppen tragen Kaffee und Fertiggerichte am meisten zur Gesamtexposition gegenüber Furan bei. Bei Erwachsenen im Alter von 65-75 Jahren spielen außerdem auch Getreideprodukte eine bedeutende Rolle.

Zieht man den BMDL10 von 0,064 mg/kg KG/Tag für die Entwicklung von Cholangiofibrosen heran, sind mit Ausnahme der jugendlichen Vielverzehrer für österreichische Jugendliche und SeniorInnen keine gesundheitlichen Bedenken zu erwarten. Die MOE-Berechnung unter Berücksichtigung des BMDL10 von 1,31 mg/kg KG/Tag für die Entwicklung von hepatozellulären Adenomen hat ergeben, dass mit Ausnah-me der jugendlichen Durchschnittsverzehrer, sowohl die Durchschnittsverzehrer als auch die Vielverzehr aller Bevölkerungsgruppen unterhalb des MOE von 10.000 liegen. Auf Basis dieser Resultate können gesundheitliche Bedenken für jugendliche Vielverzehrer und SeniorInnen nicht ausgeschlossen werden.


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