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Mineralöle

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Changed on: 22.12.2016

Mineralöle sind Kohlenwasserstoffverbindungen die in gesättigter (MOSH - mineral oil saturated hydrocarbons) und aromatischer Form (MOAH - mineral oil aromatic hydrocarbons) vorkommen.

In die Umwelt gelangen Mineralölverbindungen zum Beispiel durch den weltweiten Erdöl- und Erdgasgebrauch, Abgase aus Industrie und Verkehr. 

Auch einige Pflanzen enthalten von Natur aus gewisse Kohlenwasserstoff-Verbindungen (Pflanzenwachse). Diese sind den gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOSH) in ihrer chemischen Struktur sehr ähnlich und daher von diesen analytisch schwer zu unterscheiden. Hingegen unterscheiden sich aromatische Kohlenwasserstoff-Verbindungen (MOAH) in ihrer chemischen Struktur deutlicher von den in Pflanzenwachsen enthaltenen Kohlenwasserstoffen. Daher ist der Nachweis von MOAH in Lebensmitteln eindeutiger als der von MOSH.

Mineralöle sind Kohlenwasserstoffverbindungen die in gesättigter (MOSH - mineral oil saturated hydrocarbons) und aromatischer Form (MOAH - mineral oil aromatic hydrocarbons) vorkommen.

In die Umwelt gelangen Mineralölverbindungen zum Beispiel durch den weltweiten Erdöl- und Erdgasgebrauch, Abgase aus Industrie und Verkehr. 

Auch einige Pflanzen enthalten von Natur aus gewisse Kohlenwasserstoff-Verbindungen (Pflanzenwachse). Diese sind den gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOSH) in ihrer chemischen Struktur sehr ähnlich und daher von diesen analytisch schwer zu unterscheiden. Hingegen unterscheiden sich aromatische Kohlenwasserstoff-Verbindungen (MOAH) in ihrer chemischen Struktur deutlicher von den in Pflanzenwachsen enthaltenen Kohlenwasserstoffen. Daher ist der Nachweis von MOAH in Lebensmitteln eindeutiger als der von MOSH.

Wie gelangen Mineralöle in Lebensmittel?

Wie gelangen Mineralöle in Lebensmittel?

  • Ernte: Abgase von Erntemaschinen oder Maschinenöle (Schmier- und Hydrauliköle) können das Erntegut verunreinigen.
  • Transport: Beim Transport werden zum Beispiel Jute- und Sisalsäcke verwendet, deren Fasern mit Batching-Ölen bearbeitet wurden. Auch hier kann eine Verunreinigung stattfinden.
  • Lagerung: In Lagerhallen ist eine Verunreinigung durch Mineralöle beispielsweise durch Maschinenöle, Kartonagen, Jute- und Sisalsäcke usw. möglich.
  • Produktion: Mineralöle können durch verwendete Schmierstoffe für die Produktionsanlagen in Lebensmittel gelangen.
  • Verpackung: Verpackungen, insbesondere Recycling-Kartons und Recycling-Papier, können ebenfalls Mineralöle (aus den Druckfarben) enthalten und diese bei direktem Kontakt auf das Lebensmittel übertragen. Daher sollte für Lebensmittelverpackungen aus Kartons eine Sperrschicht (z. B. eine Plastikfolie) eingezogen werden. (Siehe: Druckfarben in Verpackungen)
  • Zusatzstoffe: Als Zusatzstoff ist Wachs (E 905, Mikrokristallines Wachs/Paraffin) als Überzugsmittel bei bestimmten Lebensmitteln erlaubt. Es wird aus Mineralöl oder synthetischen Grundstoffen hergestellt. Man setzt es als Überzug auf Oberflächen von Südfrüchten, bei Süßwaren und Kaugummis ein. Da diese Überzugsmittel unverdaut wieder ausgeschieden werden, wurden sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unbedenklich eingestuft. (Siehe: Zusatzstoffe).
  • Kaugummi: Mikrokristallines Wachs findet auch als Bestandteil der Kaubasis von Kaugummis Verwendung.

Gibt es aktuelle Untersuchungen zu Mineralölen in Lebensmitteln?

Die AGES hat im November 2016 Schokoladewaren für die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) untersucht. Bei 7 von 17 Proben wurden MOSH-Rückstände über der Bestimmungsgrenze festgestellt. In keiner der Proben konnten MOAH bestimmt werden. Siehe AK OÖ-Test: Schoko-Nikoläuse

Die AGES hat für die Untersuchung von Mineralölen in Lebensmitteln in Anlehnung an die ISO Norm 17780 und den aktuellen Entwurf der DIN EN 16995 eine spezielle Methode (HPLC-GC-FID, offline Kopplung) etabliert. Die Bestimmungsgrenzen liegen bei 6 mg pro kg Lebensmittel (MOSH) und bei 3 mg pro kg Lebensmittel (MOAH).

Wie viel Mineralöle nehmen Erwachsene und Kinder pro Tag über Lebensmittel auf?

Eine 2012 veröffentlichte Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ergab, dass Menschen täglich zwischen 0,03 mg und 0,3 mg gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) pro Kilogramm Körpergewicht über Lebensmittel aufnehmen. Kleinkinder und Kinder haben mit 0,2-0,3 mg MOSH pro kg Körpergewicht die höchsten Aufnahmewerte innerhalb der Bevölkerung. Bei Kleinkindern und Kindern tragen vor allem Eiscreme und Desserts zur Aufnahme von Mineralöl aus Lebensmitteln bei.

Weiters zeigen die Ergebnisse der EFSA, dass die Aufnahme von aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) bei etwa 20 Prozent der Werte für MOSH liegt, also zwischen 0,006 und 0,06 mg/Kilogramm Körpergewicht pro Tag. (BfR, 2015; EFSA, 2012).

Welche Gesundheitsrisiken durch Mineralöle sind bekannt?

Aktuell ist die Datenlage zu MOAH und MOSH nicht ausreichend um täglich tolerierbare Aufnahmemengen (TDI) für Menschen zu empfehlen. Von MOSH ist aus Tierstudien bekannt, dass sie Schädigungen von Leber und Lymphknoten verursachen können. Manche MOAH Gemische können sowohl die DNA, das genetische Zellmaterial schädigen, als auch Krebs auslösen (EFSA 2012).

Was wird zur Verringerung von Mineralölrückständen in Lebensmitteln getan?

Europäische Überwachung

Die EU plant zur Erhebung der Ist-Situation ein Überwachungsprogramm für Mineralöle in Lebensmitteln und deren Verpackungsmaterialien für 2017 und 2018. In der Folge sollen Minimierungsmaßnahmen und rechtliche Vorgaben ausgearbeitet werden, um den Gehalt von Mineralölen in Lebensmittel zu senken bzw. zu vermeiden.

Maßnahmen in der Lebensmittelproduktion

Schon bei der Gewinnung der Rohstoffe soll eine Verunreinigung mit Mineralölen vermieden werden. Bei der Herstellung ist die Verwendung ausschließlich lebensmitteltauglicher, mineralölfreier Arbeits- und Hilfsstoffe (Trennmittel, Schmiermittel, Maschinenöle etc.) eine weitere Vermeidungsstrategie. Bei Verpackungsmaterialien sollen entweder Frischfaserkartons verwendet werden oder bei Recycling-Kartons eine funktionelle Barriere (Sperrschicht) eingebaut werden (siehe Empfehlung für die Verwendung von Recyclingkarton zur Lebensmittelverpackung). Für Lebensmittelverpackungen sollten im Sinne der guten Herstellungspraxis ausschließlich mineralölfreie Druckfarben verwendet werden (egal ob Frischfaser oder Recycling-Karton). Im Idealfall werden auch bei Frischfaser-Kartonverpackungen, welche direkt produktberührend sind, Barrierefolien eingezogen, um etwaige Kontamination von außen zu vermeiden (z.B. Tiefkühl-Produkte wie passierter Spinat etc.). Beim Transport sollen Container nicht mit Kartonagen aus Recycling-Karton ausgekleidet sein und geeignete Jutesäcke für Erntegut (z. B. Kakao- u. Kaffeebohnen) verwendet werden.

Printing Inks

Packaging not only protects food, it also serves as a carrier of information and as an advertising medium. Every package carries important labelling elements and often colourful images that should encourage consumers to buy the product. While the information is only printed on outside of the packaging material, particles of printing ink materials can be found in the food every so often.

The particles found are not ink, but specific components of colour formulas, which make it possible to use the colour in technological processes. We have to take a closer look at two substance groups in particular: on the one hand, there are the photoinitiators, required for UV curing ink (e.g. ITX and Benzophenons), and, on the other, mineral oils, which are also used as solvents for colours.

How do Ink Components Get into Food Products?

There are two import vectors. Migration occurs when substances are transferred from the packaging materials to the food product as a result of their solubility. Materials are “set off” when the printed side gets into contact with the inside of the material that touches the food product, either through rolling or stacking. Photoinitiators can contaminate food in both ways, while mineral oils are transferred primarily via migration.

How can Food Contamination with Photoinitiators be Prevented?

Complete UV curing fixes photoinitiators in such a way that a set off is not possible anymore. Migration can be avoided using an appropriate packaging design; adding a barrier to the packaging material is very effective, for instance. Correct process monitoring and in-house tests are an integral part of good corporate manufacturing practice, which is required by law.

How can Food Contamination with Mineral Oils be Prevented?

Only mineral-oil free ink should be used for food packaging materials in respect to good manufacturing practice. However, given the fact that recycled cardboard made of newspaper is a major source of contamination, the ink used for printing newspapers should be replaced with mineral-oil free ink. This is possible, but not common practice. As a result, food products must be protected from contamination by the appropriate measures (see paragraph: Mitigation Strategies by the CODE Commission), as paper recycling processes would be very difficult to optimise.

A further strategy for avoiding contamination is the exclusive use of mineral-oil free work and auxiliary substances (release agents, grease, machine oil, etc.) when producing food. Another source of mineral-oil contamination in food products are burlap sacks (for transporting coffee, cocoa etc.) that are treated with patching oils, for example, in addition to recycled cardboard.

Are There any Legal Regulations for Printing Inks?

Regulation (EC) No 2023/2006 lists detailed rules on good manufacturing practices, especially for printing inks. This Regulation defines that printing inks (used on the non-food contact side) or any of their substances must not be transferred through the substrate or by set-off in the stack or the reel in concentrations that lead to levels of the substance in the food which are not in line with the requirements stipulated in Article 3 of Regulation (EC) No 1935/2004. This applies to materials and items to which the ink is applied. The printed surfaces must not come into direct contact with food.

A European positive list, such as the Union List in Regulation (EU) No 10/2011 for plastics, is not available for printing ink components. However, some photoinitiators, such as Benzophenons, are listed with a specific migration limit in Regulation (EU) 10/2011 and, thus, evaluated toxicologically by the EFSA.

Printing inks used for print media are not subject to the provisions listed above. Contact with food is not intended in its original use and only occurs, if at all, following the paper recycling process. However, the food industry cannot function without resource-friendly recycled paper for environmental reasons.

Is There a Health Risk to Consumers?

Potential health risks are evaluated through a risk assessment. This assessment is based on knowledge of the type and quantity of the contaminate in the food product. Health risks to individual population groups (e.g. children, adults) can be evaluated using toxicological substance data, such as the TDI (tolerable daily intake) and consumption behaviour.

None of the tests conducted at AGES to date (also see “Activities in Austria”) have shown any contamination of food with photoinitiators that could pose a risk to our health.

The assessment of mineral oil contamination is more difficult, as they are a mixture of numerous, difficult to separate substances with varying levels of potential danger and their composition cannot be determined so accurately. The focus in the development of test methods and risk assessment is on identifying common cancerogenic, polycyclic aromatic hydrocarbons (or MOAH mineral oil aromatic hydrocarbons) and more short-chain, saturated hydrocarbons (or MOSH – mineral oil saturated hydrocarbons). The shorter the hydrocarbon chain, the higher the risk that they will be stored in the body. What makes a health assessment even more problematic is that there are no toxicologic studies available for these special mixtures.

Mineral oil is the main component in fuel and can be found as a solvent in many technological products (also in the food processing industry) and, as described above, also in printing ink and print media and, thus, in all newspapers, magazines and advertising brochures. These migration sources must also be taken into account during a risk assessment.

Mineral oils are undesired in food and their migration via packaging materials or printing ink has to be avoided.

The European Food Safety Authority (EFSA) has published a scientific expert study on the foodborne exposure of humans to mineral oil hydrocarbons (MOH). This study concludes that total exposure to MOH should be reduced. The occurrence of MOSH and  MOAH in foods can also be attributed to the use of food packaging materials made from recycled paper, from which the substances can be transferred to the food product.

Further information

EFSA Press release: Gutachten zu Mineralöl-Kohlenwasserstoffen and Scientific Opinion on Mineral Oil Hydrocarbons in Food

BfR (German Federal Institute for Risk Assessment) on Mineralölbestandteilen in Schokolade aus Adventskalendern und anderen Lebensmitteln

Activities in Europe

A standardised, European-wide positive list for printer ink components, similar to the Union’s list for plastics, cannot be expected at present.

The Swiss Utility Ordinance (Ordinance by the EDI on Utility Articles) also lists printing ink components and photoinitiators in Part B – non-evaluated substances. As these substances have not been subject to scientific tests to assess transfer, they may only be used if there is no transfer to food in line with the Swiss Ordinance (detection limit 10 μg/kg food).

Together with the Federal Institute for Risk Assessment (BfR), the German Federal Ministry of Food and Agriculture is working on a nation-wide, binding regulation for printing inks and mineral oils.

Furthermore, there is the Resolution ResAP(2005)3 by the European Council on packaging inks and the latest amendment of a directive for paper and cardboard, which also deals with the issue of recycling qualities in detail. (see Resolution ResAP (2005)2)

The European Printing Ink Association (EuPIA) has developed the EuPIA “Guideline on Printing Inks Applied to the Non-Food Contact Surface of Food Packaging Materials and Articles” and the document “Good Manufacturing Practices (GMP) : Printing Inks for Food Contact Materials Applied to the Non-Food Contact Surface of Food Packaging Materials and Articles”. The guideline includes a blacklist of printing inks and related products and is updated on a regular basis.

Activities in Austria

The BMG has initiated tighter checks on foods in respect to printing ink components and mineral oils primarily via focused measures. AGES has carried out tests specifically targeting the contamination of foods with printing ink components as part of these measures in recent years:

  • Examining cardboard-packed foods with regards to the migration of 4 Methylbenzophenon, 4 Hydroxybenzophenon and Benzophenon into foods. A total of 31 cardboard-packed foods were tested on the migration of these substances into the actual food product. The samples were taken in Vienna and Lower Austria and included 10 breakfast cereal products (e.g. muesli, muesli bars), 11 frozen vegetable products and 10 chocolates/praline products. Measurements showed that the concentration levels in all samples were lower than the regulation limit of 0.05 mg/kg food and, thus, clearly below the specific migration limit of 0.6 mg/kg food (tests carried out in 2009). 
  • Examining cardboard-packaged foods with regards to the migration of 4-Methylbenzophenon, 4-Hydroxybenzophenon, 4-Phenylbenzophenon and Benzophenon into foods. This campaign included samples taken from all provinces and tested 53 colour-printed, cardboard-packed food products (breakfast cereals and frozen cakes) for the migration of photoinitiators. The measurements showed that the concentration levels in all samples were lower than the regulation limit 0.05 mg/kg food and, thus, below the specific migration limit of 0.6 mg/kg food (tests carried out 2010-2011).
  • Additionally, a method was developed at AGES as part of a Master’s Thesis including 22 photoinitiators, 10 of which are Benzophenes. This method was used to examine 21 breakfast cereal and 24 fruit juice samples, as well as their packaging. All the packaging materials tested positive for at least one photoinitiator (2 to 13 different substances per sample), as was expected. While all food samples tested positive for at least one type of photoinitiator, Benzophenon was the most commonly found substance (in ca. 97 % of the samples). However, all the concentration levels found for Benzophenon were (much) lower that the specific migration limit of 0.6 mg/kg food and for other photoinitiatiors below 0.01 mg/kg food (tests carried out 2012).
  • Furthermore, Umweltinstitut Vorarlberg ran the focus campaign “Migration of mineral oils from packaging materials” in 2011. Forty food samples and 9 cardboard-packaging material samples were taken in Austria and tested for MOSH and MOAH as part of the most recent screening. “Migration of mineral oils from packaging materials”
  • A focus campaign carried out in 2015 tested 60 samples for barrier layers in recycled cardboard, differentiating between cardboard packaging material designed for long-term use (rice, pasta, muesli etc.) and that for short-term use (sandwiches, fast food, cakes, pizza etc.). Not all the products that were wrapped in recycled cardboard material and intended for longer storage (e.g. cocoa powder, rice, pasta etc.) met the requirements for effective barriers. More information: AGES Check – Mineral oils in recycled cardboard.

CODE Commission Mitigation Strategy

The Sub-Commission for Utility Articles of the Austrian Code Commission already issued a guideline on the use of recycled cardboard at GZ: BMG-75210/0018-II/B/13/2012 in 2012.

This guideline states that the migration of numerous substances – even substances not evaluated from a toxicologically perspective – must be expected when using recycled cardboard in food packaging materials. This is also because the raw materials for making recycled cardboard do not comply with the requirements for food packaging material use. Additionally, the use of printing inks may also contribute to the migration of undesired substances. The manufacturer cannot assume that the requirements are met should the food product be wrapped unprotected in recycled cardboard. This means that if foods are wrapped in recycled cardboard, appropriate precautions such as barriers or additional internal packaging, must be used to ensure that substance migration from the recycled cardboard will conform to Article 3 of Regulation (EC) No 1935/2004.

Mineralöl in Recyclingkarton

AGES Check: Mineralöl in Recyclingkarton

Mineralöle in Lebensmitteln sind unerwünscht und der Eintrag über Verpackungsmaterialien bzw. Druckfarben ist zu vermeiden. Laut europäischem Lebensmittelrecht müssen Verpackungen, die für Lebensmittel gedacht sind, sicher sein. Verpackungen dürfen keine Bestandteile auf Lebensmittel in Mengen abgeben, die die Gesundheit gefährden oder das Lebensmittel nachteilig beeinflussen. Eine wesentliche Quelle von Mineralölverunreinigungen in Lebensmitteln stellen Recyclingkartons aus bedrucktem Zeitungspapier dar. Diese sind im Herstellungsprozess ursprünglich nicht für den Lebensmittelkontakt vorgesehen. Auf die Verwendung von Recyclingpapier soll im Sinne der Nachhaltigkeit auch im Lebensmittelbereich nicht gänzlich verzichtet werden.

Österreich macht sich für europäische Regelung stark

Auf europäischer Ebene werden Wege zur Vermeidung der Verunreinigung von Lebensmitteln durch Druckfarbenbestandteile und Mineralöle in verschiedenen Gremien diskutiert. Es geht um die wissenschaftliche Klärung der gesundheitlichen Auswirkungen auf den Konsumenten/in, die  Erhebungen aller Eintragsquellen aber auch um technische Möglichkeiten zur Verbesserung von Verpackungssystemen. Grundlage hierfür sind anerkannte Analysenverfahren, die die Vielzahl an Substanzen hinsichtlich Menge und Art bestimmbar und technologische Fortschritte messbar machen. Zusätzlich wird an Listen von erlaubten (mineralölfreien) Druckfarben- und Papierbestandteilen und an einer Leitlinie für Papier und Kartonqualitäten gearbeitet, in der auch Grenzwerte für Mineralöl im Lebensmittel vorgesehen sind. (EFSA Gutachten)

Österreich hat Vorreiter-Rolle im vorsorglichen VerbraucherInnenschutz!

Eine Übertragung in Lebensmittel kann durch ein entsprechendes Verpackungsdesign vermieden werden, zum Beispiel durch den Einbau einer sogenannten „Barriere“ (Sperrschicht) in das Verpackungsmaterial. In Österreich gibt es bereits seit 2012 eine Fachempfehlung zur Verwendung von Recyclingkarton. Diese Empfehlung im österreichischen Lebensmittelcodex ist einzigartig in Europa. Zur Vermeidung von Stoffmigration aus Recyclingkarton empfiehlt die Lebensmittel Codex-Kommission des österreichischen Gesundheitsministeriums (BMG) Barrieren oder zusätzliche Innenverpackungen (Link zur Empfehlung BMG-75210/0018-II/B/13/2012).

Regelmäßige Kontrollen und gezielte Untersuchungen durch die AGES

Damit diese Empfehlung auch umgesetzt wird, hat das Gesundheitsministerium verstärkte Kontrollen von Lebensmitteln hinsichtlich Druckfarbenbestandteilen und Mineralölen veranlasst. (Siehe Aktivitäten in Österreich) Bei der aktuellsten Schwerpunktaktion wurden 2015 insgesamt 60 Proben untersucht - wobei zwischen Kartons zum Langzeitgebrauch (Reis, Nudeln, Müsli etc.) und Kurzzeitverwendung (Sandwich, Fast Food, Torten, Pizza etc.) unterschieden wird. Alle Verpackungen und gegebenenfalls auch die enthaltenen Lebensmitteln wurden gezielt nach Indikatorsubstanzen untersucht, die als eindeutiger Nachweis für das Vorhandensein von Recyclingfasern und somit auch von Mineralölen und anderen Recycling bedingten Verunreinigungen herangezogen werden können. Hierbei handelt es sich um Lösungsmittel für Farbstoffe in Selbstdurchschreibepapieren, die beim Recyclingprozess nicht entfernbar sind.

Ergebnisse der Schwerpunktaktion Recyclingkarton

Auch bei den Produkten, die mit Recycling-Karton verpackt und für eine lange Aufbewahrung (z.B. Kakao, Reis, Nudeln etc.) vorgesehen waren, wurde die Anforderung einer wirksamen Barriere noch nicht durchgängig erfüllt. Von 30 untersuchten Langzeitverpackungen waren 21 aus Recycling-Karton. In 10 von 30 Proben bestand ein direkter Kontakt mit dem Lebensmittel und in einem Fall wurde nur ein unbeschichteter Papiersack verwendet. In den Lebensmitteln aus diesen mangelhaft geschützten Recycling-Verpackungen, wurden in 6 der 11 Proben jene Indikatorsubstanzen nachgewiesen. Eine Ausnahme stellt Kochsalz dar, welches offensichtlich aufgrund der kristallinen Struktur generell solche Kontaminanten nicht aufnimmt. Tiefkühlprodukte waren nicht Bestandteil dieser Aktion – allerdings liegen auch hierzu Daten vor, die belegen, dass in diesem Temperaturbereich tatsächlich keine merkbaren Stoffübergänge mehr stattfinden.

Auch bei einem Großteil der für eine kurze Aufbewahrung (z. B. Pizza, Fast Food, Sandwich, Torten) vorgesehen Verpackungen wurden Recyclingqualitäten ohne zusätzliche Barriere eingesetzt (19 von 30). Aufgrund der kurzen Kontaktdauer ist bei diesen Verpackungen eine Kontamination des Lebensmittels jedoch eher unwahrscheinlich.

Im Falle festgestellter Mängel werden von den Lebensmittelaufsichtsbehörden der Bundesländer Nachkontrollen durchgeführt, um eine erfolgreiche Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen zu prüfen.

Weitere Infos: FAQ zu Schadstoffübergängen in Lebensmitteln verursacht durch Verpackungen

Links

Links

BMG (Bundesministerium für Gesundheit), 2012: Empfehlung Verwendung von Recyclingkarton zur Lebensmittelverpackung BMG-75210/0018-ll/B/13/2012, vom 21.12.2010; Erfasst am 09.11.2016

BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), 2015: Fragen und Antworten zu Mineralölbestandteilen in Schokolade aus Adventskalendern und anderen Lebensmitteln, aktualisiert am 26.11.2015; Erfasst am 31.10.2016.

BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft), 2016: Reduzierung von Mineralöl-und Druckfarben-Rückständen in Lebensmittelverpackungen; Stand 06.07.2016. Erfasst am 31.10.2016

EFSA (European Food Safety Authority), 2012: Scientific Opinion on Mineral Oil Hydrocarbons in Food. Panel on Contaminants in the Food Chain. EFSA Journal 2012;10(6):2704 [185 pp.]. doi: 10.2903/j.efsa.2012.2704; Erfasst am 08.11.2016

EFSA (European Food Safety Authority), 2012: Mineralöl-Kohlenwasserstoffe: EFSA veröffentlicht Gutachten zu diesen komplexen Verbindungen; Stand 06.06.2012. Erfasst am 31.10.2016

EuPIA (Verband der Druckfarbenindustrie) Leitlinie, 2009: „Druckfarben zur Verwendung auf der vom Lebensmittel abgewandten Oberfläche von Lebensmittelverpackungen und Gegenständen“; Erfasst am 16.11.2016

EuPIA (Verband der Druckfarbenindustrie), 2016: Gute Herstellungspraxis für die Produktion von Verpackungsdruckfarben zur Verwendung auf der vom Lebensmittel abgewandten Oberfläche von Lebensmittelverpackungen und Gegenstände; Erfasst am 16.11.2016 

Europarat Resolution, 2005: ResAP(2005)2 on packaging inks

LGL (Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit), 2016: Bestimmung von Mineralölbestandteilen in Adventskalendern – Untersuchungsergebnisse 2015; Stand 15.01.2016. Erfasst am 31.10.2016.

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