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Tolerierbare wöchentliche Aufnahme

Für anorganisches Quecksilber und Methylquecksilber wurden von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) TWI-Werte abgeleitet. TWI bedeutet tolerable weekly intake bzw. tolerierbare wöchentliche Aufnahme. Darunter versteht man jene Menge eines Stoffes, die über die gesamte Lebenszeit pro Woche aufgenommen werden kann, ohne dass es zu gesundheitlichen Auswirkungen kommt.

Der TWI-Wert für anorganisches Quecksilber beträgt 4 µg/kg Körpergewicht (KG) und der TWI-Wert für Methylquecksilber beträgt 1,3 µg/kg Körpergewicht. Ein 70 kg schwerer Mensch darf in der Woche 91 Mikrogramm Methylquecksilber aufnehmen, ohne dass es zu gesundheitlichen Auswirkungen kommt. Ein 30 kg schweres Kind darf in der Wohe 39 Mikrogramm Methylquecksilber aufnehmen, ohne dass es zu gesundheitlichen Auswirkungen kommt.

Zur Einschätzung der Exposition gegenüber Methyquecksilber wurde die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge den Daten zum Fischverzehr der österreichischen Bevölkerung gegenübergestellt (Österreichischer Ernährungsbericht 2012).

Ausschöpfung der täglich duldbaren Aufnahmemenge

  • Zieht man die Daten des österreichischen Ernährungsberichts zum Fischkonsum heran, nehmen Erwachsene durchschnittlich 9 % des TWI-Wertes für Methylquecksilber auf (circa 111 Gramm Fisch & Meeresfrüchte pro Woche). Kinder nehmen durchschnittlich 18 % des TWI-Wertes (circa 124 Gramm Fisch & Meeresfrüchte pro Woche) auf.

  • Erwachsene mit hohem Fischverzehr (circa 750 Gramm Fisch & Meeresfrüchte pro Woche) schöpfen den TWI-Wert zu 66 % aus. Kinder mit hohem Fischverzehr (circa 570 Gramm Fisch & Meeresfrüchte pro Woche) schöpfen den TWI-Wert zu 116 % aus. Es kommt also zu einer Überschreitung. Es spielt allerdings eine große Rolle, welche Fischart konsumiert wird. Wenn ausschließlich wenig belasteter Fisch wie Forelle, Saibling, Karpfen, Lachs oder Fischstäbchen verzehrt werden, führt auch sehr hoher Verzehr zu keiner Überschreitung. Bei stark belasteten Arten wie Thunfisch kann bei Kindern bereits eine 150 g-Thunfisch-Dose wöchentlich zu einer Überschreitung führen.

Quecksilber und Fischkonsum

Vergleicht man die durschnittlichen Quecksilbergehalte von Fischen, können folgende Beispiele für die wöchentlich tolerierbare Aufnahme für Kinder und Erwachsene berechntet werden:

Tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge
Fischart bzw. ProduktDurchschnittlicher QuecksilbergehaltKind mit 30 kg
max. 39 µg
Erwachsener mit 70 kg
max. 91 µg
Forelle20 µg/kg1,3 kg4,6 kg
Lachs23 µg/kg1,7 kg4 kg
Karpfen26 µg/kg1 kg3,5 kg
Hering36 µg/kg722 g2,5 kg
Makrele51 µg/kg510 g1,7 kg
Zander93 µg/kg279 g978 g
Thunfisch290 µg/kg*90 g314 g
Butterfisch677 µg/kg38 g134 g

Daten auf Basis der Mittelwerte von Methylquecksilber aus den österreichischen Lebensmitteluntersuchungen der Jahre 2007-2015.

* Mittelwert für Thunfisch aus der aktuellen Stellungnahme EFSA (EFSA, 2012). Beim Thunfisch zeigte sich ein großer Unterschied zwischen dem österreichischen (184 µg/kg) und dem europäischen Mittelwert (290 µg/kg). Vorsichtshalber wurde für diese Berechnung der höhere europäische Wert verwendet.

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