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Coronavirus

Coronavirus

Changed on: 18.01.2022
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Animal disease categories:

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In Österreich wurde am 3. Jänner 2021 erstmals bei vier Personen die britische Variante des SARS-CoV-2-Virus (B.1.1.7) und bei einer Person die südafrikanische Varante (B.1.351) bestätigt. Seitdem werden Untersuchungsverfahren (PCR-basiert) in den Laboratorien der Bundesländer zur Auffindung von Fällen einer Infektion mit verdächtigten SARS-CoV2-Virusvarianten etabliert. Die bundesländerspezifischen Meldungen werden in der AGES validiert und laufend aktualisiert.

Situation in Österreich


Österreich: 7-Tage Inzidenz der SARS-CoV-2 Infektionen nach Kategorie des Immunschutzes, angenommen auf Basis des Impfstatus oder/und Genesen-Status

Tageweise 7-Tage Inzidenz der SARS-CoV-2-Infektion (inkludiert asymptomatische, symptomatische Fälle sowie Fälle mit unbekannter klinischer Manifestation) per 100.000 Individuen nach Kategorie des mutmaßlichen Immunschutzes (siehe Definition) in den Altersgruppen 12-17, 18-59 und 60+ Jahre der Bevölkerung Österreichs, von 01.07.2021 bis 13.01.2022; die Immunschutz-Kategorie der Bezugs-Bevölkerung wird bestimmt durch den Immunschutz-Status der Bevölkerung am Tag 4 der jeweilig beobachteten 7-Tage-Periode (Mid-term Population-Immunschutz).

Für die grau markierte Zeitperiode ist in den Folgetagen noch mit Nachmeldungen betreffend laborbestätigende SARS-CoV-2-Diagnose und Impfdaten für die Fälle zu rechnen. Aufgrund dessen sind Änderungen der Impfstatus-Einstufung dieser Fälle und damit verbunden Änderungen im rezenten Verlauf der 7-Tage-Inzidenz nach Immunstatus nicht auszuschließen.

Definition der Kategorien des Immunschutzes basierend auf Impfstatus oder/und Genesen-Status

Die Definition der Kategorien des Immunschutzes, basierend auf Impfstatus und Genesen-Status, leitet sich aus den Evidenz-basierten Impfempfehlungen des NIG, gemäß Dokument "COVID-19-Impfungen: Anwendungsempfehlungen des Nationalen Impfgremiums" (Version 6.1, Stand 22.11.2021), ab. Die Kategorisierung des vermuteten Immunschutzes bezieht sich auf den Status zum Zeitpunkt der aktuellen Labordiagnose der SARS-CoV-2-Infektion.

Die Kategorie „Kein Impf-induzierter oder natürlich-erworbener Immunschutz“ wird angenommen

  • bei Personen, bei denen nach vorliegender Information keine COVID-19-Impfung stattgefunden hat und die vor aktueller SARS-CoV-2-Infektion niemals PCR-positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden

Die Kategorie „Impf-induzierter Immunschutz, unzureichend“ wird angenommen

  • bei Geimpft mit 1 Dosis (jeder Impfstoff: J&J-, AZ-, BioNTec/Pfizer-, Moderna-Vakzin)
  • bei Geimpft mit 2 Dosen (Impfschema homolog, heterolog), wobei Dosis 2 ≤ 14 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft mit 2 Dosen (Impfschema homolog, heterolog), wobei Dosis 2 > 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft mit 3 Dosen (Impfschema, homolog, heterolog), wobei Dosis 3 ≤ 7 Tage UND Dosis 2 > 180 Tage zurückliegt

Die Kategorie „Natürlich-erworbener Immunschutz (+/- Impfung), unzureichend“ wird angenommen

  • bei Genesen (1x), wobei vorgehende Labordiagnose > 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 1 ≤ 7 Tage zurückliegt und die vorgehende Labordiagnose > 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 1 > 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 2 ≤ 7 Tage UND Dosis 1 > 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 2 > 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen, wobei vorgehende Labordiagnose > 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 2 ≤ 7 Tage zurückliegt und die vorgehende Labordiagnose > 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 2 > 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 3 ≤ 7 Tage UND Dosis 2 > 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 3 > 180 Tage

Die Kategorie „Impf-induzierte Immunschutz, ausreichend“ wird angenommen

  • bei Geimpft mit 2 Dosen (Impfschema homolog, heterolog), wobei Dosis 2 > 14 Tage und ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft mit 3 Dosen (Impfschema, homolog, heterolog), wobei Dosis 3 ≤ 7 Tage UND Dosis 2 ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft mit 3 Dosen (Impfschema, homolog, heterolog), wobei Dosis 3 > 7 Tage zurückliegt

Die Kategorie „Natürlich-erworbene Immunschutz (+/- Impfung), ausreichend“ wird angenommen

  • bei Genesen (1x), wobei vorgehende Labordiagnose ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 1 ≤ 7 Tage zurückliegt und die vorgehende Labordiagnose ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 1 > 7 Tage und ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 2 ≤ 7 Tage UND Dosis 1 ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 2 > 7 Tage und ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen, wobei vorgehende Labordiagnose ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 2 ≤ 7 Tage zurückliegt und die vorgehende Labordiagnose ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (1x), wobei Dosis 2 > 7 Tage und ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 3 ≤ 7 Tage UND Dosis 2 ≤ 180 Tage zurückliegt
  • bei Geimpft (1x) + Genesen + Geimpft (2x), wobei Dosis 3 > 7 Tage und ≤ 180 zurückliegt
  • bei Genesen (2x)

Generell weisen wir daraufhin, dass diese Kategorisierung auf Basis neu verfügbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse jederzeit adaptiert werden kann; das inkludiert auch die Intervalle zwischen den immunologischen Ereignissen (d. h. Intervall zwischen zurückliegender Infektion oder Impfung und aktueller Infektion).

Österreich: 7-Tage Inzidenz der symptomatischen SARS-CoV-2 Infektionen nach Kategorie des Immunschutzes, angenommen auf Basis des Impfstatus oder/und Genesen-Status

Tageweise 7-Tage Inzidenz der symptomatischen SARS-CoV-2-Infektion per 100.000 Individuen nach Kategorie des mutmaßlichen Immunschutzes (siehe Definition) in den Altersgruppen 12-17, 18-59 und 60+ Jahre der Bevölkerung Österreich, von 01.07.2021 bis 13.01.2022.

Für die grau markierte Zeitperiode ist in den Folgetagen noch mit Nachmeldungen betreffend laborbestätigende SARS-CoV-2-Diagnose und Impfdaten für die Fälle zu rechnen. Aufgrund dessen sind Änderungen der Impfstatus-Einstufung dieser Fälle und damit verbunden Änderungen im rezenten Verlauf der 7-Tage-Inzidenz nach Immunstatus nicht auszuschließen.

Definition der Kategorien des Immunschutzes basierend auf Impfstatus oder/und Genesen-Status wie oben.

Limitationen der Darstellung 7-Tage-Inzidenz nach Kategorien des Immunschutzes

    Inzidenz Immunschutz Erkrankte 12 17 Jahre (15.23 K)
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    Inzidenz Immunschutz Erkrankte 18 59 Jahre (14.01 K)
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    Inzidenz Immunschutz Erkrankte 60 Jahre (15.65 K)
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7-Tage-Inzidenz der vergangenen Kalenderwoche

Tabelle 1: Kumulative Anzahl der Fälle von SARS-CoV 2-Infektionen nach Altersgruppe der vergangenen Kalenderwoche (10.01.2022 –16.01.2022)

AltersgruppeFällein Prozentpro 100.000 Einwohner
<63.5463,2680,5
6-1415.10413,71.975,8
15-2421.50219,42.282,6
25-3422.25520,11.840,8
35-4418.81917,01.587,9
45-5415.86914,31.212,4
55-648.9468,1695,7
65-742.9522,7338,5
75-841.1801,1190,2
85+4710,4210,4

Berichte Symptomatische Fälle nach Kategorie des vermuteten Immunschutzes

Da der Immunschutz bei geimpften Personen mit der Zeit nachlässt soll eine dritte Impfung nach 4 bzw. 6 Monaten durchgeführt werden. Auch bei Genesenen nimmt der Immunschutz mit der Zeit ebenfalls ab. Deshalb ist auch für Personen, die schon einmal an COVID 19 erkrankt waren, die Impfung notwendig.

Mit der Darstellung der symptomatischen Fälle nach Kategorien des Immunschutzes (kein/unzureichend/ausreichend) gehen wir auf diesen nachlassenden Immunschutz ein: Die laborbestätigten (symptomatischen) Fälle werden nach den Kategorien "kein Immunschutz" (keine Impfung, bisher keine Infektion), "unzureichender Immunschutz" (der Immunschutz hat sowohl nach Impfung als auch nach Erkrankung bereits nachgelassen) sowie "ausreichender Immunschutz" (durch Impfung bzw. nach Erkrankung wieder genesen) dargestellt.

AGES wissen aktuell: Symptomatische Fälle nach Kategorie des vermuteten Immunschutzes

Impfeffektivität

In einer aktuellen Studie hat die AGES die Impfeffektivität der in Österreich zugelassenen COVID 19-Impfstoffe auf Bevölkerungsebene ermittelt. Für die Studie wurden nationale Surveillance-Daten zu den SARS-CoV-2-Fällen (Quelle: EMS) und die Impfstoffdaten aus dem nationalen Impfstoffregister im Zeitraum Kalenderwoche 5 bis Kalenderwoche 35 herangezogen. Die Ergebnisse der Studie liefern deutlich genauere Aussagen zur Impfeffektivität gegenüber der bisher verwendeten Screeningmethode. Mit der Studie wurde die Impfeffektivität in Bezug auf die Verhinderung der Infektion (unabhängig vom Auftreten von Symptomen) und der symptomatischen Infektion (Erkrankung) nach Altersgruppen, eingesetzten Impfstoffen und vorherrschender Virusvarianten (Alpha, Delta) berechnet.

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Impfeffektivität in Bezug auf die Verhinderung einer symptomatischen Infektion, KW05 bis KW35 nach Altersgruppen und Impfstoff (gelb: AZ=Astra Zeneca, türkis: J&J=Johnson & Johnson, lila: mRNA=Biontech/Pfizer bzw. Moderna).
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Impfeffektivität in Bezug auf die Verhinderung einer symptomatischen Infektion, Delta-Periode (KW 27 bis KW 35) nach Altersgruppen und Impfstoff (gelb: AZ=Astra Zeneca, türkis: J&J=Johnson & Johnson, lila: mRNA=Biontech/Pfizer bzw. Moderna)

Die höchste Effektivität in Bezug auf den Schutz gegen die Infektion (unabhängig vom Auftreten von Symptomen) über alle Altersgruppen zeigen die mRNA-Impfstoffe, sowohl über den gesamten Studienzeitraum als auch gegenüber der Delta-Variante. Bei den über-60-Jährigen war die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astra Zeneca in der Delta-Periode annähernd gleich hoch. Am wenigsten effektiv bezogen auf die Verhinderung einer Infektion (unabhängig vom Auftreten von Symptomen) und auf die Verhinderung einer symptomatischen Infektion (Erkrankung) erwies sich der Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem gemäß Zulassung nur eine einmalige Impfung vorgesehen ist.
 
Die Wirksamkeit der Impfstoffe in Bezug auf die Verhinderung einer schweren COVID-19-Erkrankung (z. B. einer Behandlung im Krankenhaus) sowie des tödlichen Ausgangs einer SARS-CoV-2-Infektion wurde in der Studie nicht berechnet, da der AGES derzeit noch keine verlässlichen Daten zum Schweregrad der COVID 19-Erkrankung bzw. keine Information über Hospitalisierung oder erforderliche Intensivpflege der COVID 19-Erkrankten vorliegen.

    Impfeffektivität in Bezug auf SARS-CoV-Infektion der in Österreich eingesetzten COVID19-Impfstoffe: Ergebnisse einer populationsbasierten Kohortenstudie, Kalenderwoche 05-35, 2021 (482 K)
    Zusammenfassung der Ergebnisse
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Abgeklärte Fälle und Zuordnung zu Clustern

Erste Studie über Re-Infektionsrisiko in ganz Österreich

In Österreich wurden bis zum 21.2.2021 über 440.000 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. AGES, Medizinische Universität Graz und die Standford University haben erstmals für Österreich in einer Studie erhoben, wie sehr diese Menschen vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV-2 geschützt sind. Ergebnis: Das Risiko, sich nach durchlaufener Infektion erneut mit SARS-CoV-2 anzustecken ist um 91 Prozent niedriger als das Risiko, sich erstmalig mit SARS-CoV-2 zu infizieren.

Die Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen verläuft aufgrund der schwerwiegenden Folgen der Pandemie in beschleunigter Form. Dabei fließt umfassendes bereits vorhandenes Wissen über Coronaviren und Impfstoffentwicklung ein.

SARS-CoV-2 und Tiere

Haus-, Heim- und Wild- bzw. Zootierarten, wie Katzenartige (inklusive Großkatzen wie Tiger, Löwen etc.), Hunde, Frettchen, Marderhunde, Hirsche, Goldhamster, Kaninchen und Primaten (z. B. Gorillas) können mit SARS-CoV-2 infiziert werden. In allen bekannten Fällen einer natürlichen Infektion erfolgte diese höchstwahrscheinlich über infizierte Menschen. Geflügel, Pferde, Rinder und Schweine können nicht oder nur sehr ineffizient infiziert werden.

Ausführliche Information zu SARS-CoV-2 und Tieren

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu SARS-CoV-2 und COVID19

Infoline Coronavirus: 0800 555 621

Allgemeine Informationen zu Übertragung, Symptomen, Vorbeugung und Impfung (7 Tage in der Woche, 0 bis 24 Uhr).

Wenn Sie Symptome aufweisen oder befürchten, erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte 1450 oder kontaktieren Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt.

Contact Tracing 0720 506000

Die Contact Tracing Taskforce (CTTF) der AGES unterstützt die lokalen Gesundheitsbehörden bei der Kontaktpersonennachverfolgung. Die dabei verwendete Telefonnummer lautet: 0720 506000.

Epidemiologie

Die Zahl der abgeklärten Fälle und ihre Zuordnung zu Clustern ändern sich mit dem Fortschreiten der epidemiologischen Abklärung. Für die Zuordnung zu einem Cluster wird jenes Setting gewählt, in dem die meisten Übertragungen innerhalb der jeweiligen Fallhäufung erfolgten:

Clusteranalyse im Rahmen der SARS-CoV-2-Epidemie, Österreich 2020

Analyse der in das österreichische Elektronische Meldesystem (EMS) eingepflegten, neu aufgetretenen (inzidenten) COVID19-Fälle. Die Auswertung wird wöchentlich aktualisiert.

Epidemiologische Parameter des COVID19 Ausbruchs, Österreich, 2020

Zentrum für Virologie, medizinische Universität Wien: SARS-CoV-2 (Neues Coronavirus-2019) – Überwachung in Österreich (Anzahl an getesteten Sentinel-Proben pro Woche)

Reservoir, Übertragungsart und Erkrankung

Seit Dezember 2019, beobachten die Gesundheitsbehörden eine Häufung von Fällen von Pneumonie in der chinesischen Stadt Wuhan. Die gemeinsame Verbindung der Patienten war der Aufenthalt auf einem Markt für Meeresfrüchte und exotische Wildtiere (Füchse, Krokodile, Schlangen, Pfaue) in Wuhan City, Provinz Hubei 2 bis 14 Tage vor Auftreten der Krankheits-symptome. Als verursachendes Agens wurde ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV, seit 11.02.2020 SARS-CoV-2) identifiziert, das mit dem SARS Coronavirus eng verwandt ist.


Vertreter der Familie der Coronaviren können bei einer Reihe von Wirbeltieren wie Säugetiere, Vögel und Fischen Erkrankungen verursachen. Die häufigsten humanpathogenen Coronaviren, das Alphacoronavirus 229E und das Betacoronavirus OC43, die via Sekrettröpfchen oder kontaminierte Hände bzw. Oberflächen von Mensch-zu-Mensch übertragen werden, führen üblicherweise zu einer milden Infektion des oberen Respirationstraktes.

Hingegen sind die hauptsächlich tierpathogenen Coronarviren, die auch von Tier zu Mensch übertragbar sind (zoonotische CoV), wie das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) und das MERS-Coronavirus (MERS-CoV), assoziiert mit schwerer respiratorischer Erkrankung. Das SARS Coronavirus, ausgehend von China, verursachte 2002/2003 eine Pandemie. Die Zibetkatze wurde als der natürliche Wirt identifiziert. Das MERS Coronavirus, bekannt seit 2012, hat als Wirt das Dromedar; Tier-zu-Mensch Übertragungen kommen sporadisch, und diese vor allem auf der arabischen Halbinsel vor.

Klinische Manifestation assoziiert mit einer SARS-CoV-2-Infektion

  • milde Erkrankung der oberen Atemwege
  • milde Erkrankung der unteren Atemwege, gekennzeichnet durch milde Pneumonie 
  • schwere Erkrankung der unteren Atemwege ("SARI, severe acure respiratory infection“), gekennzeichnet durch schwere Pneumonie, ARDS und Sepsis.

WHO: Dokumente zu Surveillance, Prävention, Kontrolle und Behandlung

Informationen des ECDC

Informationen des China CDC

Robert Koch Institut: Epidemiologie, Diagnostik und Umgang mit Probenmaterial, Prävention und Bekämpfungsmaßnahmen

Probenahme und Diagnostik

Vergleich unterschiedlicher Nukleinsäure-Amplifikationssysteme für SARS-CoV-2

Serologische Schnelltests sind zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 ungeeignet.
Zum gesicherten Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 kommt stattdessen eine andere, auch von der WHO empfohlene Methode in Frage: Diese basiert auf dem Nachweis von Nucleinsäuren durch Polymerasekettenreaktion (PCR-Tests). Mehr Informationen dazu beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Der Virusnukleinsäure-Nachweis ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich. Es werden keine privaten Untersuchungen für gesunde Personen durchgeführt!
Das Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien wurde vom Gesundheitsministerium als Referenzzentrale für respiratorische Viren, darunter auch SARS-CoV-2, benannt und fungiert als nationales Bestätigungslabor für SARS-CoV-2-positive Laborbefunde.

Die Untersuchung von Proben (Abstrichtupfer), die durch Amtsärztinnen und Amtsärzte veranlasst wurden, erfolgt am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien, Zentrum für anthropogene Infektionen, Währingerstraße 25a, 1090 Wien. Es werden keine privaten Untersuchungen für gesunde Personen durchgeführt!

Wir bitte Sie, von Fragen zu Befundergebnissen an unserem Institut Abstand zu nehmen. Aus Datenschutzgründen ist weder eine telefonische noch schriftliche Auskunft zu Analysenergebnissen möglich. Befunde werden an die einsendende Stelle übermittelt und können dort angefordert werden.
Die MA15 (Ärztfunkdienst) hat für Auskünfte die Mailadresse Covidno@Spam@ma15.wien.gvno.Spam.at eingerichtet. Das Wiener Rote Kreuz gibt Auskunft über negative Testergebnisse und kann über C19-sampling-ccno@Spam@w.roteskreuzno.Spam.at kontaktiert werden.

Probenannahme: Mo-Fr 8.00 – 16.00 Uhr, Sa/So 8.00 – 12.00 Uhr

Probenmaterial für die PCR-Diagnostik:

  • Nasopharyngealabstrich
  • Oropharyngealabstrich
  • Sputum
  • BAL (Lungenspülflüssigkeit)
  • Endotracheales Aspirat

Gesundheitsministerium: Liste von Labors, die SARS-CoV-2 Tests durchführen

Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP):
Empfehlungen zum Umgang mit Untersuchungsmaterial von Covid-19-positiven/-verdächtigen Patienten im Labor

Video: Probenahme bei Coronavirus-Verdacht

Antikörpernachweise

Antikörpernachweise werden an Blutproben durchgeführt. Es wird davon abgeraten, das Ergebnis eines einmaligen Antikörpertests als Kriterium für die Diagnosestellung COVID-19 einzusetzen. Wenn jemand aber früher COVID-19 ähnliche Krankheitszeichen hatte und damals kein PCR-Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wurde, so kann ein Antikörpernachweis nachträglich die Diagnose einer stattgefundenen SARS-CoV-2-Infektion stützen. Generell macht ein Antikörpertest frühestens 14 Tage nach Infektion oder 10 Tage nach Auftreten erster Krankheitszeichen Sinn, vorher sind im Blut keine Antikörper nachzuweisen.

Für einen sog. Schnelltest („Lateral Flow Assay”) zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 Antigen genügt im Allgemeinen die Entnahme weniger Bluttropfen aus einer Fingerkuppe. Das Ergebnis liefert eine qualitative Aussage.

Im Regelfall werden in medizinischen Laboratorien Antikörpernachweise aber maschinell abgearbeitet; sie ermöglichen zudem eine quantitative Auswertung. Neben dem ELISA-Test (enzyme linked immunosorbent assay) kommen zunehmend vollautomatische Testsysteme zur Anwendung (z.B. CLISA-Test, Chemilumineszenz-Immunoassay; CMIA-Test, Chemilumineszenz-Mikropartikel-Immunoassay; ECLIA-Test, Elektrochemilumineszenz-Immunoassay). Als Probenmaterial sind hierfür Vollblut, Serum sowie Plasma geeignet.

Der Nachweis von Antikörpern weist auf eine abgelaufene Infektion hin. Für die Feststellung einer Serokonversion – als Beleg für eine erst kürzlich erfolgte SARS-CoV-2-Infektion – sollte ein Serumpärchen im Abstand von ca. 14 Tagen gewonnen werden. Bei der Mehrzahl der Patienten findet eine Serokonversion in der 2. Woche nach Symptombeginn statt; laut Long et al. zeigten 100% ihrer Patienten am Tag 19 nach Auftreten erster Krankheitszeichen Antikörper [Long Q-X et al. Nat Med 2020], bei To et al. waren 100% ihrer Patienten bereits 14 Tage nach Auftreten erster Krankheitszeichen seropositiv [To KK-W et al. Lancet Infect Dis 2020]. Die Schwere des klinischen Verlaufs korreliert nicht mit Zeitpunkt und Menge der Antikörperbildung [Yongchen Z et al. Emerg Microbes Infect 2020]. Individuen ohne Krankheitszeichen können sogar trotz positiver PCR-Befunde seronegativ bleiben [Lee YL et al. J Infect 2020].

Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt ein serologischer Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder dem Immunstatus eines Probanden zu. Der Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern schließt deshalb eine Infektiosität eines Patienten nicht mit Sicherheit aus. Das Vorhandensein neutralisierender Antikörper, die auf eine protektive Immunität hindeuten, kann in Speziallaboren mittels Serumneutralisationstest bestätigt werden.

SARS-CoV-2 Neutralisationstest

Im Neutralisationstest (NT) wird das Vorhandensein und die Anzahl der SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper bestimmt. Die meisten neutralisierenden Antikörper binden an die Oberflächenproteine des Virus und verhindern somit den Eintritt des Virus in empfängliche Wirtszellen, dadurch wird eine Infektion unterbunden. Die AGES verwendet (in einem BSL3 Labor) ein infektiöses SARS-CoV-2 Virus für den NT. Dabei wird eine definierte Virusmenge mit einer Verdünnungsreihe des zu untersuchenden Serums gemischt und nach Inkubationszeit auf empfängliche Zellen inokuliert (Zellkultur). Nach 4 Tagen wird der NT lichtmikroskopisch ausgewertet, dabei wird der Neutralisationstiter bestimmt. Der Titer ist der reziproke Wert der höchsten Verdünnungsstufe des untersuchten Serums, bei dem über 50 % aller empfänglichen Zellen intakt sind. Je höher der Titer, umso höher ist die Konzentration an SARS-CoV-2 neutralisierenden Antikörpern.

Material:

Trenngelröhrchen, sonstige Serumröhrchen, bzw. bereits abgefülltes Serum, Mindestmenge 0.5ml Serum. Die Proben sind als UN3373 der Kategorie B eingestuft.

Einsendeadresse:
AGES Mödling
z. H. Dr. Barbara Holzer/Mag. Julia Figl
Robert Koch Gasse 17
2340 Mödling

Untersuchungsdauer:

Nach Erhalt der Proben mindestens 4 Arbeitstage (falls unschlüssig/grenzwertig wird eine Wiederholung zur Abklärung angesetzt).

Befunderstellung:

Die AGES übermittelt dem einsendenden Labor das Ergebnis: positiv/negativ für neutralisierende SARS-CoV-2 Antikörper, inkl. Titer, Nachweisgrenze: Titer > 4; Befunderledigung erfolgt über das einsendende Labor.

Kosten: 70 € (ohne USt)/Einzelprobe (bei Einsendung über Labor)

Achtung: beschränkte BSL3 Laborkapazität

Informationen zu Arbeitsrecht, Reiserecht, Schulen, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, Unterstützung

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