Content currently only available in German

African Swine Fever

ASF = African Swine Fever, ASP = Afrikanische Schweinepest

Changed on: 28.02.2020
Icon

Disease categories: A D E

Steckbrief

caption
Übertragungswege Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hoch ansteckende Tierseuche der Wild- und Hausschweine. Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Reisende, die aus Gebieten mit Afrikanischer Schweinepest kommen, können die Krankheit aber übertragen!

Die Krankheit wird durch ein Virus verursacht, es gibt keinen Impfstoff. Für Hausschweine und Wildschweine ist sie tödlich. Das Virus kann in Blut, Fleisch, Knochen und Lebensmitteln monatelang ansteckend bleiben und über verunreinigte Schuhe, Kleidung, Werkzeuge und Behältnisse übertragen werden. Hunde und andere Tiere können nicht daran erkranken.

Darauf müssen Sie achten:

  • Das Mitnehmen von Fleisch, Wurst, Speck usw. aus Nicht-EU-Ländern in Länder der Europäischen Union ist verboten. Bringen Sie grundsätzlich keine Lebensmittel aus Schweinefleisch und Wildschweinfleisch aus Hausschlachtung mit
  • Werfen Sie Fleisch- und Wurstreste nur in verschließbare Müllbehälter
  • Das Verfüttern von Lebensmittelresten an Haus- und Wildschweine ist verboten
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit jeglichen Kontakt mit Haus- und Wildschweinen

Situation in Österreich

In Österreich ist die Afrikanische Schweinepest bisher noch nicht aufgetreten. Die Gefahr einer Einschleppung ist aber sehr hoch.

In Österreich werden Haus- und Wildschweine im Rahmen eines Überwachungsprogramms auf Afrikanische Schweinepest untersucht. Alle Ergebnisse waren negativ.

Überwachung Haus- und Wildschweine, 2017 und 2018
JahrHausschweineWildschweine
2018
Hausschweine
2.264
Wildschweine
162
20171.55268

Situation in Europa

Anfang 2014 wurden erstmals in der EU Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in Polen, Litauen, Lettland und Estland festgestellt. Die Afrikanische Schweinepest bei Wild- und Hausschweinen wurde auch in weiteren europäischen Staaten festgestellt (Belgien, Bulgarien, Moldawien, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn).

Aktuelle Information zur Seuchenlage in Europa

Seit Anfang 2014 wurden Fälle von ASP bei Wildschweinen in Polen, Litauen, Lettland und Estland festgestellt; seitdem wurden in diesen Ländern mehrere tausend Fälle von ASP sowohl in der Wildschweinepopulation, als auch in Hausschweinebeständen (große Betriebe und Kleinsthaltungen) festgestellt. In den betroffenen Regionen gelten Restriktionsmaßnahmen zur Bekämpfung gemäß der Rechtsetzung in der EU. Da die ersten Ausbrüche in den betroffenen osteuropäischen Ländern entlang der weißrussischen Grenze stattfanden, geht man davon aus, dass die Einschleppung der ASP in die baltischen Staaten und nach Polen von Weißrussland aus erfolgte. Fälle von afrikanischer Schweinepest wurden auch aus der Ukraine gemeldet. Seit Beginn des Jahres 2017 werden auch vermehrt Ausbrüche bei Hausschweinen und Wildschweinen in der Ukraine gemeldet.

  • Am 27.06.2017 wurden von den tschechischen Veterinärbehörden Fälle von ASP bei Wildschweinen in der südöstlichen Region um Zlin (80 km von Österreich entfernt) gemeldet. Aufgrund der zahlreichen Maßnahmen der tschechischen Veterinärbehörden konnten weitere Ausbrüche verhindert werden, Ende Februar 2019 wurde Tschechien für ASP-frei erklärt. Die geographisch weit entfernte Lage der Ausbruchsstelle weist auf eine Übertragung der Krankheit durch weggeworfenen kontaminierte Lebensmittel hin. Auch in Ungarn wird vermutet, dass illegal eingeführte Produkte aus Schweinefleisch die Ansteckungsquelle darstellen.
  • Am 23. April 2018 meldeten auch die Ungarischen Veterinärbehörden den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Ungarn. Das tote Tier wurde im Bezirk Heves, nordöstlich von Budapest und ca. 50 km von der Slowakischen Grenze entfernt, aufgefunden. Seitdem wurden auch in Ostungarn nahe der Ukrainischen Grenze weitere, an ASP verendete Wildschweine gefunden. Große Teile Ungarns sind bereits als Restriktionszonen ausgewiesen.
  • In Rumänien, welches bis Juni 2018 nur vereinzelte Fälle in sogenannten „Hinterhofhaltungen“ verzeichnete, kam es beginnend mit Juni zu einem starken Anstieg der ASP Ausbrüche. Betroffen sind sowohl die Wildschweinpopulation, als auch kommerzielle Schweinehaltungen.
  • Am 13.9.2018 wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, Afrikanische Schweinepest festgestellt.
  • Am 25.07.2019 haben die slowakischen Behörden den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Hausschweinen im Osten des Landes an der Grenze zu Ungarn gemeldet.
  • Mit 14. August 2019 bestätigte Serbien erstmalig mehrere Ausbrüche von ASP in Kleinhaltungen in der Nähe Belgrads.

Ein Hotspot der ASP-Epidemiologie nahe bzw. in Europa ist die Region zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, die sogenannte Trans-Kaukasus Region. Hier treten seit dem Jahr 2007 regelmäßig ASP-Ausbrüche auf, die unter anderem die Staaten Georgien, Armenien, Azerbaijan und Russland betreffen. Seit 2007 breitet sich die Seuche weiter nach Norden bzw. Nordwesten aus. Weitere ASP-Ausbrüche wurden nahe an der EU-Mitgliedstaatengrenze 2012 in der Ukraine und 2013 in Belarus festgestellt. Von einem Vorkommen in zahlreichen nicht EU Staaten Osteuropas (die nicht an das Europäische Meldesystem angeschlossen sind) kann ausgegangen werden. 

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde das erste Mal in Kenia im Jahre 1921 beschrieben. Kurze Zeit später tauchten die ersten Fälle in Südafrika und Angola auf. Seit 1996 hat das ASP-Virus Westafrika erreicht (Elfenbeinküste (1996), Benin, Nigeria und Togo (1997) und Ghana (1999)). Es folgten weitere west- und ostafrikanische Länder sowie auch die Insel Madagaskar (1998).

1957 und 1959 kam die ASP von Angola nach Europa. Auf der Iberischen Halbinsel dauerte die Ausrottung der ASP über 30 Jahre. Auf der Mittelmeerinsel Sardinien (Italien) ist die Seuche bereits seit 1978 präsent.

Fachinformation

Veterinärmedizin

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus und gehört zur Virusfamilie Asfarviridae. Infizieren sich Schweine und Wildschweine mit dem Virus, so verläuft die Krankheit, abhängig von der Virulenz des Erregers, oft tödlich. Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende, meist fieberhaft verlaufende Seuche. Das Wirtsspektrum umfasst Schweine aller Rassen und Altersstufen, auch Wildschweine. Für den Menschen oder andere Tierarten ist das Virus ungefährlich.
Das Afrikanische Schweinepestvirus (ASP-Virus, african swine fever virus ASFV) ist ein DNA-Virus, das als einziges Virus zur Familie Asfarviridae, Genus Asfivirus, gehört. Das ASP-Virus ist ein doppelsträngiges behülltes DNA-Virus (ds DNA), das ca. 170.000 bis 192.000 Basenpaare lang ist. Derzeit gibt es nur einen Serotyp, jedoch werden basierend auf dem viralen p72-Gen22 verschiedene Genotypen unterschieden.

Videoaufzeichnung Webinar 29.6.2017: Vortrag von Univ. Prof. Friedrich Schmoll (AGES) zur ASP-Diagnose und Krankheitsverlauf

EFSA Journal 2018; 16(7):5344: African swine fever in wild boar

Übertragung

Die Afrikanische Schweinepest wird direkt durch infizierte Haus- und Wildschweine, aber auch indirekt übertragen:

Direkte Übertragung:
durch Kontakt zwischen gesunden und ASP-infizierten Haus- bzw. Wildschweinen

Indirekte Übertragung:
über infizierte Abfallprodukte (Futter, Wasser)

durch kontaminierte Fahrzeuge, Geräte und Bekleidung

durch lebende Vektoren: Zecken der Gattung Ornithodoros (z. B. Ornithodoros moubata). Die Infektion kann mit dem Zeckenbiss starten und dann in der Schweinepopulation weitergehen (Zecke → Schwein → Zecke → Schwein → Schwein → Schwein etc).

Infografik Übertragungswege (PDF)

Symptome

Die Inkubationszeit beträgt 3-19 Tage (ASForce Flyer: 3-15 Tage, OIE: 4-19 Tage). Meist ist die ganze Herde betroffen (alle Rassen und Altersstufen). Die wichtigsten Symptome sind Fieber (40,5 °C bis 42 °C) und Apathie. Nach Eindringen des Erregers in den Wirt kommt es zuerst zu einer Virämie mit Fieber. 

Viele afrikanische Wildschweine (z. B. Warzenschweine) sind inapparent mit dem Virus infiziert. Schweine können den Erreger auch ohne klinische Symptome in sich tragen (asymptomatische Träger). Schweine mit Symptomen zeigen typische klinische Symptome, die abhängig vom Virusstamm sind. Es gibt es mehrere Verlaufsformen – je nach Virulenz des Erregers:

Perakute - akute Form (meist bedingt durch hoch virulentes ASP-Virus)

  • Fieber (40,5 °C bis 42 °C)
  • Leukopenie und Thrombozytopenie (48 bis 72 Stunden)
  • Erytheme = Hautrötung: Ohren, Schwanz, distaler Extremitätenbereich, Bauch und Brust
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Erbrechen
  • Durchfall (meist auch blutig)
  • Aborte

Überlebende Tiere sind meist lebenslange Virusträger (v. a. in afrikanischen Wildschweinen und bei Hausschweinen in endemischen Gebieten). Der Tod tritt innerhalb von 6-13 Tagen (bis zu 20 Tagen) ein. Die Mortalitätsrate liegt bei Hausschweinen bei annähernd 100 %.

Subakute Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASP-Virus)

Symptome sind nicht so stark ausgeprägt wie bei der akuten Form (Aborte). Der Krankheitsverlauf dauert 5–30 Tage. Der Tod tritt innerhalb von 15–45 Tagen ein. Die Mortalitätsrate ist geringer als bei der akuten Form (30-70 %).

Chronische Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASP-Virus)

Symptome sind nicht so stark wie bei der akuten Form ausgeprägt

  • Gewichtsverlust
  • unregelmäßige Temperaturschwankungen
  • Atemprobleme
  • Arthritis
  • chronische Hautulzera z. T. Hautnekrosen
  • Pericarditis
  • Adhäsion der Lunge
  • Gelenksschwellung
  • Krankheitsverlauf dauert ca. mehr als 2–15 Monate
  • geringe Mortalitätsrate (< 20 %)

Kontakt, Formulare

Die klinische Diagnostik ist erschwert, da die Afrikanische Schweinepest sich klinisch nicht von der Europäischen Schweinepest (= Klassischen Schweinepest) unterscheidet.

Die Untersuchung der Organproben von Tieren erfolgt mittels PCR an der AGES Mödling; das Ergebnis liegt innerhalb von 24 Stunden nach Einlangen der Proben im Labor vor. Tiere sind bis zum Vorliegen des Ergebnisses unter amtlicher Sperre zu halten.

Differentialdiagnostisch kommen unter anderem Europäische Schweinepest, Schweineinfluenza, Porcines Reproduktives und Respiratorisches Syndrom, Bakterien und Parasiten in Betracht.

Nationales Referenzlabor:
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Robert Koch-Gasse 17
A-2340 Mödling
Tel.Nr.: +43 50 555-38112
vetmed.moedling@ages.at

Ansprechpartner:
Dr. Adi Steinrigl, adi.steinrigl@ages.at
Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schmoll, friedrich.schmoll@ages.at
Dr. Peter Schiefer, peter.schiefer@ages.at

Downloads

    Informationsblatt für Saisonarbeiter bulgarisch (740 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter deutsch (654 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter polnisch (743 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter rumänisch (739 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter russisch (741 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter serbisch (775 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter slowakisch (746 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter tschechisch (745 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter ukrainisch (742 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

    Informationsblatt für Saisonarbeiter ungarisch (747 K)
    Afrikanische Schweinepest
    download file  | open PDF

zur Übersicht
x