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Viruserkrankungen an Rubus ssp.

Arabis mosaic virus (ARMV), Strawberry latent ringspot virus (SLRSV), Raspberry ringspot virus (RRSV), Tomato black ring virus (TBRV)

Changed on: 23.08.2021
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Animal disease categories:

Steckbrief

Die Gattung Rubus beinhaltet etliche für die Wirtschaft bedeutende Arten, z.B. Himbeere und Brombeere. Sie können von den verschiedensten Virusarten befallen werden, zu den wichtigsten gehören Arabis mosaic virus (ARMV), Strawberry latent ringspot virus (SLRSV), Raspberry ringspot virus (RRSV) und Tomato black ring virus (TBRV). Auftretende Symptome können sich sehr unterschiedlich und virenspezifisch bemerkbar machen.

Schadsymptome

Art und Stärke der durch Viren verursachten Symptome sind von der Anfälligkeit der verwendeten Sorte und der Aggressivität des jeweiligen Virusstamms abhängig und können stark variieren. Mischinfektionen mit anderen Viren treten auf und können die Symptomausprägung verstärken bzw. verändern. Weiters sind die Symptome auch von der Jahreszeit bzw. der Temperatur und vom Abstand zwischen Infektion und Inspektion abhängig. Generell können hohe Temperaturen und Trockenheit zu einer Maskierung von Virussymptomen führen. Eine genaue Zuordnung der visuell sichtbaren Symptome auf ein einzelnes Virus ist daher nur bedingt möglich. Stattdessen sollte auf allgemeine Virussymptome geachtet werden. Im Verdachtsfall ist eine Laboruntersuchung unerlässlich.

Folgende Virussymptome können an Rubus-Arten auftreten:

  • Wachstumshemmungen an Jungruten, Tragruten mit schwach entwickelten Seitenachsen, die Ruten können zur Brüchigkeit neigen
  • Früchte verkleinert oder fehlend, Krümelfrüchtigkeit, etc.
  • Anomalien des Chlorophyllapparates: z.B. Mosaike, Ringflecken, Vergilbungen, Adernaufhellung, und Nekrosen an den Blättern
  • Formveränderungen, z.B. Rollen, Kräuseln der Blätter, Reduktion der Blattfläche oder Gewebewucherungen (Enationen, blattähnliche Ausstülpungen), Sprossdeformationen

Wirtspflanzen

Die Viren haben einen sehr großen Wirtspflanzenkreis, unterscheiden sich aber in Hinblick auf ihre Hauptwirte.

Die Hauptwirte des Arabis mosaic virus sind Himbeere, Erdbeere, Hopfen, Wein und Holunder.

Das Strawberry latent ringspot virus ist im Obstbau an Erdbeere, Johannisbeere, Himbeere und Brombeere, Holunder, Pfirsich, Zwetschke, Kirsche sowie an Wein zu finden.

Hauptwirte des Raspberry ringspot virus sind Himbeere, Erdbeere, Kirsche, Hopfen, Wein und Holunder.

Das Tomato black ring virus verursacht Ertragseinbußen von wirtschaftlicher Bedeutung an Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere und Pfirsich.

Verbreitung

Die genannten Viren sind in Europa weit verbreitet.

Ausbreitung und Übertragung

Arabis mosaic virus (ARMV), Strawberry latent ringspot virus (SLRSV), Raspberry ringspot virus (RRSV) und Tomato black ring virus (TBRV) sind Nepoviren. Sie werden durch Fadenwürmer (Nematoden) der Gattungen Longidorus sp. und Xiphinema sp. übertragen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Von wirtschaftlicher Bedeutung sind Raspberry ringspot virus (Himbeerringfleckenvirus), Arabis mosaic virus und Strawberry latent ringspot virus. Sie führen vor allem bei Mischinfektionen zu hohen Ertragseinbußen und können bei manchen Sorten erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Präventive Maßnahmen

  • Zukauf von zertifizierten Jungruten als Ausgangsmaterial für die Vermehrung
  • Untersuchung von Pflanzgut auf latente Infektionen mittels Laboranalyse
  • Standorte, auf denen in der Vergangenheit bereits Obstbau betrieben wurde, sind aufgrund der möglichen Übertragung von Nepoviren zu meiden bzw. sollten die Böden auf das Vorhandensein der virusübertragenden Nematodenarten (Longidorus sp., Xiphinema sp.) untersucht werden
  • Bei Himbeeren sollte der Abstand der Vermehrungsfläche zwischen Anlagen für die Fruchtproduktion mindestens 25 m betragen.

Maßnahmen bei Verdacht

  • Probenahme und Einsendung von Pflanzen mit typischen Symptomen an ein Untersuchungslabor
  • Ermittlung des Befalls im gesamten Betrieb
  • Entfernen und schadloses Vernichten erkrankter Pflanzen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern
  • Ursprung des Befalls eruieren (z.B. Zukauf)
  • Bei positivem Nachweis von virenübertragenden Nematoden sollte das Feldstück für die Pflanzgutproduktion nicht mehr herangezogen werden

Phytosanitärer Status

Alle genannten Viren sind unionsgeregelte Nicht-Quarantäneschädlinge.

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