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Tomatenminiermotte

Tuta absoluta

Changed on: 23.07.2019
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Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) ist eine Kleinschmetterlingsart, die hauptsächlich an Tomatenpflanzen schädigt. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie als wichtigster Schädling an Tomatenkulturen eingestuft wird.
Durch die versteckte Lebensweise der adulten Schmetterlinge und der minierenden Larven sowie ihr enorm hohes Vermehrungspotential ist Tuta absoluta ein sehr schwer zu kontrollierender Schädling. An Tomaten werden durch den Minierfraß der Larven sowohl Blätter als auch Früchte geschädigt.
Das höchste Risiko der Einschleppung in Nichtbefallsgebiete erfolgt durch den Import von Tomatenfrüchten, Jung- und Zierpflanzen der Familie Solanaceae aus Befallsgebieten sowie deren Verpackungs- und Transportmaterial.

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Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) ist eine Kleinschmetterlingsart, die hauptsächlich an Tomatenpflanzen schädigt. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie als wichtigster Schädling an Tomatenkulturen eingestuft wird.
Durch die versteckte Lebensweise der adulten Schmetterlinge und der minierenden Larven sowie ihr enorm hohes Vermehrungspotential ist Tuta absoluta ein sehr schwer zu kontrollierender Schädling. An Tomaten werden durch den Minierfraß der Larven sowohl Blätter als auch Früchte geschädigt.
Das höchste Risiko der Einschleppung in Nichtbefallsgebiete erfolgt durch den Import von Tomatenfrüchten, Jung- und Zierpflanzen der Familie Solanaceae aus Befallsgebieten sowie deren Verpackungs- und Transportmaterial.

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Schadorganismus

Tuta absoluta ist eine hauptsächlich an Tomatenpflanzen vorkommende Miniermotte aus der Familie der Gelechiidae (Palpenmotten) mit einer hohen Vermehrungsrate (bis zu 260 Eier/Weibchen) und bis zu 10 – 12 Generationen pro Jahr.
Die Motten sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber zwischen den Blättern der Pflanzen. Die Weibchen legen ihre Eier frei auf Blätter und Stängel der Wirtspflanzen, bevorzugt aber auf der Blattunterseite ab. Die Entwicklung erfolgt über ein Eistadium, 4 Larvenstadien (minieren in Blättern und Früchten), einem Puppenstadium bis hin zum adulten, geschlechtsreifen Tier.
Die Entwicklungsdauer beträgt bei 27°C 24 und bei 14°C 76 Tage. Bei vorhandenem Nahrungsangebot (Wirtspflanzen) für die Larven wird keine Diapause erreicht. Die Miniermotte benötigt für ihre Entwicklung eine Mindesttemperatur von 9°C. In Glashäusern kann T. absoluta in allen Entwicklungsstadien überwintern.
Adulte:
Die erwachsenen Tomatenminiermotten sind eher unscheinbar gefärbt. Die Flügel sind silbrig-grau in ihrer Grundfarbe mit charakteristischen dunklen Flecken in den Vorderflügeln. Das lässt die Motte auch grau-braun erscheinen. Sie ist 6-8 mm groß mit einer Flügelspannweite von 8-10 mm. Typisch sind die fast körperlangen, fadenförmigen Fühler, deren einzelne Fühlerglieder perlschnurartig aufgereiht sind.
Eier:
Die abgelegten Eier sind zylindrisch und klein (0,36 mm lang), cremig-weiß bis gelb in ihrer Farbe. Bereits 4 -5 Tage nach der Eiablage beginnt der Larvenschlupf.
Larven:
Die Larven des ersten Larvenstadiums sind nach dem Schlüpfen cremefarben gefärbt mit einer dunklen Kopfkapsel und ca. 0,9 mm lang. Die Larven des zweiten bis vierten Larvenstadium sind anfangs grünlich, dann leicht rosa gefärbt. Die Larven des vierten Larvenstadiums haben eine Länge von 7,5 mm. Allen Larvenstadien gemein ist ein dunkles prothorakales Schild hinter der Kopfkapsel. Dauer des Larvenstadium: 13 – 15 Tage. Die Larvenstadien stellen das Stadium mit dem höchsten Schadpotential dar.
Puppe:
Die Verpuppung kann im Boden, auf der Pflanze, in den Minengängen, in von der Larve gewebten Gespinsten (Kokon), aber auch in der Glashauskonstruktion oder anderen Gegenständen (z.B. gelagerten Kisten) erfolgen. Die Puppenruhe dauert 9 –11 Tage.

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T.absoluta - Adulte-Miniermotte
T.absoluta - Adulte-Miniermotte
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Eier von T.absoluta
Eier von T.absoluta
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Ausgewachsene Larve von T.absolute in einer Tomatenfrucht
Ausgewachsene Larve von T.absolute in einer Tomatenfrucht
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Larve von T.absoluta auf Blattunterseite
Larve von T.absoluta auf Blattunterseite
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Puppe von T.absoluta
Puppe von T.absoluta
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In Kokon eingesponnene Puppe
In Kokon eingesponnene Puppe

Schadsymptome und Schäden

Schadsymptome und Schäden

Nachdem die Larven aus den Eiern geschlüpft sind, dringen diese bevorzugt in Blätter ein. Die Weiterentwicklung erfolgt im Pflanzengewebe, wobei durch die Fraßtätigkeit charakteristische fleckenförmige Minengänge in den Blättern entstehen. Die Larve ernährt sich nur vom Mesophyll (Grundgewebe) der Blätter. Die Epidermis (äußerste Blattschicht) bleibt unbeschadet bestehen, wodurch die Fraßstellen durchsichtig erscheinen. Die Larven können die Blattminen verlassen und Stängel und Früchte befallen. Werden Früchte befallen, kann der Ertrag als auch die Fruchtqualität signifikant reduziert werden, durch die direkten (Fraß-) Schäden, aber auch durch weitere Besiedelungen der verwundeten Pflanzenorgane mit Krankheitserregern.
Werden Stängel und Stämme befallen, treten Missbildungen und Wuchshemmungen an den Pflanzen auf.
Ein starker Befall mit T. absoluta führt zu komplettem Blattsterben und kann den Totalausfall einer Kultur zur Folge haben.

Verwechslungsmöglichkeiten

Schadbild an Blättern

Verwechslungen könnten mit Minierfliegen (Agromytidae, Diptera) auftreten, deren Larven ebenfalls in den Blättern fressen und dadurch schlangenförmig gewundene bis zu fleckenartige Minen erzeugen.
Die Minengänge von Tuta absoluta sind charakteristisch fleckenförmig.

Larve und Puppe

Die Larven von Minierfliegen sind Maden ohne erkennbare Beinpaare und Kopfkapsel. In ihrer Färbung bleiben diese bis zur Verpuppung (Tönnchenpuppe) weisslich-cremig. Die Larven von T. absoluta haben als Vertreter der Schmetterlinge deutlich erkennbare Beinpaare und eine abgesetzte Kopfkapsel und ändern während ihrer Entwicklung ihre Farbe. Die Verpuppung findet in einem von der Larve gesponnenen Kokon statt.

Schadbild an Früchten

Die Ausbohrlöcher an Tomatenfrüchten könnten mit den Ausbohrlöchern des Baumwollkapselwurmes Helicoverpa armigera verwechselt werden. Diese haben einen Durchmesser von 5-10 mm.
Die Austrittslöcher, die durch T. absoluta verursacht werden, haben einen Durchmesser von 2 bis 3 mm, und sind somit deutlich kleiner.

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Schaden an Tomatenkulturen
Schaden an Tomatenkulturen
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Schaden an Tomatenkultur
Schaden an Tomatenkultur
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Schaden von T.absoluta an Tomatenfrucht
Schaden von T.absoluta an Tomatenfrucht
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Blattminen von T. absoluta
Blattminen von T. absoluta
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Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
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Larve von T.absoluta in einem Tomatenstängel
Larve von T.absoluta in einem Tomatenstängel

Wirtspflanzen

Hauptwirtspflanze für T. absoluta ist die Tomate (Lycopersicon esculentum). Schäden wurden auch an anderen Vertretern aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) bei Kultur-, Zier- wie auch verschiedenen Wildpflanzen beobachtet:

•    Kartoffel (Solanum tuberosum): Schäden nur an oberidischen Teilen der Pflanze, befällt nicht die Knollen
•    Aubergine (S. melongena): Befall unter Laborbedingungen
•    Melonenbirne (S. muricatum)
•    Schwarzer Nachtschatten (S. nigrum)
•    Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium)
•    Wildtomatenarten: Lycopersicon hirsutum, L. peruvianum,
•    Wildpflanzen: S. lyratum, S. elaeagnifolium, S. puberulum, Datura ferox, Nicotiana glauca

Aus Sizilien wurde erstmalig ein Befall an Bohne (Phaseolus vulgaris) bekannt, einer Wirtspflanze, die nicht zur Familie der Nachtschattengewächse gehört.

Verbreitung und Verbreitungswege:

Ursprünglich stammt die Tomatenminiermotte (T. absoluta) aus Südamerika und wird dort als der wichtigste Tomatenschädling im Freiland sowie im geschützten Anbau (Folientunnel und Gewächshaus) angesehen. Seit den Anfängen der 80er Jahre ist sie als Schädling in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela bekannt.

Seit T. absoluta das erste Mal in Spanien 2006 gefunden wurde, breitete sie sich sehr schnell in den Ländern der Mittelmeerregion und Nord-Afrika aus, erhebliche Schäden an Tomatenkulturen verursachend. Bis heute sind weitere Vorkommen in Italien, Frankreich, Niederlande, Malta, Großbritannien, Griechenland, Schweiz, Portugal, Lybien, Albanien, Russland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Slowenien, Zypern, Ungarn sowie Ländern des Nahen Ostens bekannt. In Österreich konnte das Erstauftreten im Burgenland 2010 nachgewiesen werden.

Einschleppung:

Nach einer Risikoanalyse über die phytosanitäre Bedeutung, die in Holland durchgeführt wurde, ist das höchste Risiko einer Einschleppung in ein Nichtbefallsgebiet über den Import von Tomatenfrüchten inklusive deren Verpackungs- und Transportmaterial gegeben. Dabei können alle Entwicklungsstadien von T. absoluta eingeschleppt werden. Tomatenimporte, insbesondere aus Spanien, den Niederlanden, Italien und Marokko stellen somit ein besonders hohes Risiko dar.
Als gering wird das Risiko der Einschleppung durch den Import von Tomaten- und Auberginenpflanzen zum Anpflanzen sowie Pflanzen zum Anpflanzen von Zierpflanzen aus der Familie der Solanaceae gesehen. Bei günstigen Bedingungen kann sich T. absoluta einige Kilometer durch Verdriftung mit Wind auf natürlichem Wege ausbreiten.

Etablierung:

In Gewächshäusern ist die Wahrscheinlichkeit einer Etablierung von T. absoluta sehr hoch, wenn eine ganzjährige Kultur mit Tomaten oder anderen Wirtspflanzen geführt wird und somit permanent Nahrung für den Schädling vorhanden ist.
Im Freiland ist eine Etablierung in unseren Breiten aufgrund eines relativ strengen Winters mit Frosten und den Kenntnissen über die Biologie des Schädlings eher unwahrscheinlich. Allerdings können sich im Sommer einige Generationen in einem Freilandbestand aus Tomaten und Wirtspflanzen durchentwickeln.

Vorbeugung und Bekämpfung:

•    Verwendung von Insektennetzen an den Lüftungen und im Eingangsbereich von Glashäusern
•    auf Hygiene in und um die Betriebe ist zu achten (Pflanzenmaterial und Unkräuter, v.a. aus der Familie der Solanaceae, entfernen)
•    keine Wirtspflanzen im Glashaus überwintern
•    bei Zukauf sofortige Kontrolle von Wirts- und Jungpflanzen im Betrieb auf allfälligen Befall
•    Anbringen von Pheromonfallen mit Tuta absoluta-spezifischen Lockstoff, um ein Auftreten im Betrieb frühzeitig zu erkennen.
•    abgeerntete Kulturen aus Glashäusern entfernen
•    befallene Pflanzenteile aus dem Glashaus entfernen und schadlos vernichten
•    regelmäßige Befallskontrolle in der Kultur
•    Einsatz von Pflanzenschutzmittel:

Derzeit gibt es in Österreich keine chemischen Pflanzenschutzmittel, die spezifisch zur Bekämpfung von T. absoluta eingesetzt werden können, sondern nur Präparate mit der allgemeinen Indikation „beißende Insekten“ und "minierende Insekten", siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel

Als natürliche Gegenspieler von T. absoluta sind sowohl Parasitoide (z.B. Trichogramma spp.), als auch räuberische Insekten, wie z.B. die Raubwanzen Nesidiocoris tenuis und Macrolophus caliginosus bekannt.

Weitere Infos:

www.eppo.org/QUARANTINE/listA2.htm#TUTAAB

www.tutaabsoluta.com

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Blattminen von Liromyca sp. (weisse Pfeile) und Tuta absoluta (roter Pfeil) an Tomatenblättern
Blattminen von Liromyca sp. (weisse Pfeile) und Tuta absoluta (roter Pfeil) an Tomatenblättern
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Ausbohrloch des Baumwollkapselwurms
Ausbohrloch des Baumwollkapselwurms
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Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
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Blattminen an Solanum melongena
Blattminen an Solanum melongena
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Blattminen an Solanum nigrum
Blattminen an Solanum nigrum
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Verteilungskarte Tomatenminiermote
Verteilungskarte Tomatenminiermote
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