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Tomatenbronzefleckenvirus

Tomato spotted wilt virus [TSWV]

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Changed on: 14.05.2020
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Tomatenbronzefleckenvirus auf Paprikafrucht
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Verfärbungen an einer Paprikafrucht bedingt durch das TSWV

Durch das Tomato spotted wilt virus (TSWV) können große wirtschaftliche Schäden entstehen, da es sowohl in Gemüsekulturen als auch bei Zierpflanzen zu starken Ertags- bzw. Produktionsverlusten führen kann.
Das TSWV gehört zur Gruppe der Tospoviren, und hat einen sehr breiten Wirtspflanzenkreis. Es können über 350 unterschiedliche Pflanzenarten befallen werden (beispielsweise Tomaten, Paprika, Melanzani, Salat, verschiedenste Leguminosen, aber auch zahlreiche Zierpflanzen wie Gerbera, Zinnien, Ranunkeln, Verbenen etc.). Das Virus ist weltweit verbreitet.

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Tomatenbronzefleckenvirus auf Paprikafrucht
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Verfärbungen an einer Paprikafrucht bedingt durch das TSWV

Durch das Tomato spotted wilt virus (TSWV) können große wirtschaftliche Schäden entstehen, da es sowohl in Gemüsekulturen als auch bei Zierpflanzen zu starken Ertags- bzw. Produktionsverlusten führen kann.
Das TSWV gehört zur Gruppe der Tospoviren, und hat einen sehr breiten Wirtspflanzenkreis. Es können über 350 unterschiedliche Pflanzenarten befallen werden (beispielsweise Tomaten, Paprika, Melanzani, Salat, verschiedenste Leguminosen, aber auch zahlreiche Zierpflanzen wie Gerbera, Zinnien, Ranunkeln, Verbenen etc.). Das Virus ist weltweit verbreitet.

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Bronzefärbungen an Blättern können Symptome für das TSWV an Tomate sein.
Tomatenbronzefleckenvirus auf Tomatenblatt, Bronzefärbung
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Dunkle Verfärbungen an Tomatenstängeln bedingt durch das TSWV
Tomatenbronzefleckenvirus auf Tomatenstängel
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Typische Ringzeichnungen bedingt durch das TSWV an Paprika: zu sehen sind konzentrische, chlorotische Ringe auf den Blättern.
Tomatenbronzefleckenvirus auf Paprikablatt, Ringzeichnung
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TSWV an Chilli: zu sehen sind eine abgestorbene Triebspitze und dunkle Verfärbungen
Tomatenbronzefleckenvirus an Chilli
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TSWV an Ranunkeln: Zu sehen ist eine chlorotische Ringzeichnung
Tomatenbronzefleckenvirus auf Ranunkeln

Symptome

Wie bei Infektionen mit anderen Virenarten kann es auch durch das TSWV zu Stauchungen, Verformungen, Nekrosen, Chlorosen an verschiedenen Pflanzenteilen kommen. Ein relativ typisches Symptom für Infektionen mit dem TSWV auf vielen Wirtspflanzen sind chlorotische oder braune Ringe, oft auch konzentrisch angeordnet.

Diese können auf Blättern, Früchten, Stängeln auftreten. Weiters kommt es zu Braunfärbungen („Bronzeflecken“) oder schwarzen Strichen auf Blättern, Früchten und Stängeln. Triebspitzen können absterben, was bei jungen Pflanzen zum Absterben der Pflanzen, bei älteren Pflanzen zur vermehrten Seitentriebbildung führen kann.

Die durch das Virus bedingten Verfärbungen und Verformungen der Früchte machen diese vermarktungsunfähig. Je nach Pflanzenart und -sorte und dem Entwicklungszustand der Pflanze kann die Symptomausprägung unterschiedlich sein.

Übertragung

Die Übertragung des TSWV erfolgt durch tierische Vektoren, nämlich Thripse, aber auch mechanisch.

Bei der Verbreitung kommt dem Kalifornischen Blütenthrips (Frankliniella occidentalis) die größte Bedeutung zu, wobei auch andere Thripsarten, wie z. B. Thrips tabaci und T. fusca das Virus übertragen können.

Die Virusaufnahme erfolgt durch Saugen, wobei nur die Larvenstadien L1 und L2 das Virus aufnehmen können, und eine Saugdauer (Akquisitionszeit) von etwa 30 Minuten nötig ist. Die Inkubationszeit (Zeit, bis der Thrips das Virus weitergeben kann) beträgt zwischen 3 und 10 Tage, wobei die maximale Infektiosität erst 22 bis 30 Tage nach der Virusaufnahme erreicht wird.

Ein infizierter Thrips kann das Virus sein ganzes Leben lang übertragen. Die Infektion neuer Pflanzen erfolgt nur durch erwachsene Thripse. Auch hierbei ist eine Saugzeit von etwa 15 Minuten notwendig. Es erfolgt keine Weitergabe des Virus an die Nachkommen.
Das TSWV kann auch mechanisch übertragen werden, wie z.B. bei Kulturarbeiten.

Laut EPPO (European and Mediterranean Plant Protection Organization) wird das TSWV als nicht saatgutübertragbar betrachtet.

Verbreitet wird das Virus über Bewässerungssysteme, rezirkulierende Nährlösungen, infizierte Pflanzenreste im Substrat, Unkräuter oder durch Durchwuchs im Kompost. Als weiterer Verbreitungsweg gelten infizierte Jungpflanzen oder Stecklinge.

Diagnose

Konzentrische helle oder braune Ringe und ein Befall mit Thripsen können ein erster Hinweis auf eine Infektion mit TSWV sein. Da auch andere Viren ähnliche Symptome verursachen, ist eine Untersuchung in einem diagnostischen Labor notwendig, um eine Infektion mit dem TSWV bestätigen zu können.

An der AGES werden das TSWV und andere Tospoviren molekularbiologisch nachgewiesen. Eine Analyse dauert in der Regel 2 Werktage.

Bekämpfung

Sind Pflanzen bereits mit Viren befallen, sind keine kurativen Maßnahmen möglich.

Wichtig sind deshalb vorbeugende Maßnahmen, um das Virus nicht in die Kulturen zu bekommen und nicht in den Beständen zu verbreiten. Dazu gehört unter anderem eine achtsame Kontrolle der Kulturen auf Vektoren und deren Bekämpfung, die strenge Einhaltung sämtlicher Hygienemaßnahmen bei allen Kulturmaßnahmen, eine räumliche Trennung unterschiedlicher Kulturen bzw. Sorten, die Bekämpfung von Unkräutern in/um Folientunnel und Glashäuser, der Zukauf von gesunden Jungpflanzen aus sicheren Quellen, die Entfernung von symptomatischen Pflanzen aus den Beständen.

Kontakt

Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion
Abteilung für molekularbiologische Analyse von Pflanzenkrankheiten
Telefon: +43(0)5 0555 34200
Spargelfeldstraße 191
1220 Wien
office.nppno@Spam@agesno.Spam.at

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