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Staudenknöterich

Reynoutria spp.

Changed on: 23.05.2019
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Japan-Knöterich in der Blüte.
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Japan-Knöterich in der Blüte.

Pflanzenmerkmale

Es gibt werden drei Arten bei den Staudenknöterichen unterschieden:

Der Japan-Knöterich (Reynoutria  japonica [F. Schmidt] Nakai) ist eine bis zu 3 m hohe zweihäusige Staude mit kräftigen, kahlen, hohlen Stängeln, die meist dunkelrot angelaufen sind. Charakteristisch sind die dicken Rhizome. Die Pflanze bildet aus den Rhizomen zahlreiche Blatttriebe. Die Blätter sind wechselständig und haben eine familientypische Ochrea. Die Blätter sind breit-eiförmig (max. 20 cm lang), am Ende schmal zugespitzt und am Grunde rechtwinklig gestutzt oder leicht gerundet. Die Blütenstände sind vielblütig, die Blüten klein und weiß. Die Früchtchen sind dreikantig und geflügelt.

Der Sachalin-Knöterich (Reynoutria sachalinensis [F. Schmidt] Nakai) wird  bis zu 4 m hoch. Im Gegensatz zum Japan-Knöterich sind die Blätter bis zu 30 cm groß und die Blattspreite ist am Grunde herzförmig abgerundet.

Der Bastard-Knöterich (Reynoutria × bohemica Chrtek & Chrtková) nimmt in vielen Merkmalen eine Zwischenstellung ein.

Standort und Verbreitung

Große Bestände entwickeln sich vor allem an gehölzfreien Uferabschnitten oder unter dem Schirm von uferbegleitenden Gehölzen. Der Staudenknöterich dringt in Staudenfluren ein. Häufig ist er auch auf urban-industriellen Brachflächen (Bahnanlagen), an Straßenrändern, Böschungen. In Wäldern ist er weniger starkwüchsig, kann hier aber auch bei genügend Licht dauerhaft vorkommen. Der Japan-Staudenknöterich und Sachalin-Knöterich stammt aus den ozeanisch geprägten Gebieten in Ostasien (in China, Japan und Korea weit verbreitet, Russland -Ferner Osten). Die Art wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in  Europa als Zierpflanze eingeführt. Seit etwa 1950 erfolgt eine sprunghafte Ausbreitung. Immer häufiger dringt der Staudenknöterich auch in Ackerflächen ein.  Die Verbreitung der Staudenknöteriche erfolgt vorwiegend vegetativ, indem Rhizomstücke durch Fliessgewässer oder den Menschen verschleppt werden.

Auswirkungen

Für den Naturschutz sind vor allem die Bestände an den Ufern kleinerer Fließgewässer bedeutend. Die Bestände der Staudenknöteriche sind sehr geschlossen und lassen das Wachstum anderer Pflanzen nur sehr begrenzt zu. Dies führt zu einer gewissen Veränderung des Landschaftsbildes und zu punktueller Verdrängung einheimischer Arten (u.a. Pestwurz, Brennnessel und Zaunwinde). Auch kommt es zu einer Erhöhung der Erosionsgefahr an Uferabschnitten, denn die Staudenknöteriche sterben im Winter ab und durch die geringe Feinwurzelbildung wird das Erdreich bei Überschwemmungen nur ungenügend abgesichert. Die wirtschaftlichen Folgen der Staudenknöterich-Arten betreffen direkte Schäden an Gebäuden und Uferbefestigungen und Bekämpfungskosten an Ufern, auf Gleisanlagen und in Bauland und in der Landwirtschaft.

Vorbeugung und Bekämpfung

Zur Prävention sollte auf jede Anpflanzung der ostasiatischen Knöterich-Arten verzichtet werden. Dies gilt vor allem für Flächen, die in der Nähe von Gewässern liegen. Das unbeabsichtigte Ausbringen mit Erde, Baumaterial und –maschinen, Gartenabfällen sollte vermieden werden. Das Ausgraben von Rhizomen ist wenig sinnvoll, da die Rhizome bis zu 2 m tief in den Boden wachsen.

Laut Fachliteratur und Erfahrungsberichten gibt es Folgende Bekämpfungsmöglichkeiten:

1. Durch Mahd (Ausreißen) kann der Knöterich geschwächt und zurückgedrängt werden. Empfohlen werden mindestens 3-5 (oder mehr) Schnitte pro Jahr bei einer Höhe von 40 cm während 4-7 Jahren. Wird nur ein Schnitt durchgeführt, so erfolgt dieser am besten im Juli (nicht früher). Wegen der hohen Regenerationsfähigkeit des Staudenknöterichs muss das Schnittgut vor allem bei feuchter Witterung sofort abgeführt werden. Das Material kann kompostiert werden, wenn eine Temperatur von 70°C gewährleistet ist (Kompostieranlage). Sonst empfiehlt sich das Trocknen auf versiegeltem Untergrund während mindestens 3 Monaten oder die Verbrennung (nur in dafür vorgesehene Anlagen; Bundesluftreinhaltegesetz §3).

2. Regelmäßiges Mähen mit nachfolgender Herbizidanwendung ist am wirkungsvollsten (beim Herbizideinsatz sind die Anwendungsbestimmungen und Auflagen zu beachten! (Siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel)

  • Glyphosathaltige Herbizide im Spritzverfahren: Die Anwendung sollte bei ca. 30-60 cm Wuchshöhe im Spritzverfahren erfolgen. Der günstigste Zeitpunkt für eine Behandlung des neuen Austriebs nach der Mahd (Juli/Anfang August) ist Mitte August bis Anfang September.

  • Glyphosathaltige Herbizide im Abstreichverfahren: Bei kleineren Beständen ist das Abstreichverfahren der glyphosathaltigen Mittel (33% Lösung) mit einem handgeführten Docht-Abstreichgerät zu empfehlen. Es sollte ein intensives Bestreichen der Pflanze erfolgen.

3. Wichtig sind Nachkontrollen im Juli und September während mindestens 2 Jahren. Wird im Juli ein Austreiben festgestellt, kann der Knöterich noch einmal bekämpft werden. Um Neubestände zu verhindern, ist es generell sinnvoll, den Boden mit einer dichten, Schatten spendenden Vegetation zu bedecken. Sowohl Gräser als auch Holzpflanzen wirken als Konkurrenten für den Staudenknöterich.

Japan-Knöterich in der Blüte.
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Japan-Knöterich in der Blüte.

Pflanzenmerkmale

Es gibt werden drei Arten bei den Staudenknöterichen unterschieden:

Der Japan-Knöterich (Reynoutria  japonica [F. Schmidt] Nakai) ist eine bis zu 3 m hohe zweihäusige Staude mit kräftigen, kahlen, hohlen Stängeln, die meist dunkelrot angelaufen sind. Charakteristisch sind die dicken Rhizome. Die Pflanze bildet aus den Rhizomen zahlreiche Blatttriebe. Die Blätter sind wechselständig und haben eine familientypische Ochrea. Die Blätter sind breit-eiförmig (max. 20 cm lang), am Ende schmal zugespitzt und am Grunde rechtwinklig gestutzt oder leicht gerundet. Die Blütenstände sind vielblütig, die Blüten klein und weiß. Die Früchtchen sind dreikantig und geflügelt.

Der Sachalin-Knöterich (Reynoutria sachalinensis [F. Schmidt] Nakai) wird  bis zu 4 m hoch. Im Gegensatz zum Japan-Knöterich sind die Blätter bis zu 30 cm groß und die Blattspreite ist am Grunde herzförmig abgerundet.

Der Bastard-Knöterich (Reynoutria × bohemica Chrtek & Chrtková) nimmt in vielen Merkmalen eine Zwischenstellung ein.

Standort und Verbreitung

Große Bestände entwickeln sich vor allem an gehölzfreien Uferabschnitten oder unter dem Schirm von uferbegleitenden Gehölzen. Der Staudenknöterich dringt in Staudenfluren ein. Häufig ist er auch auf urban-industriellen Brachflächen (Bahnanlagen), an Straßenrändern, Böschungen. In Wäldern ist er weniger starkwüchsig, kann hier aber auch bei genügend Licht dauerhaft vorkommen. Der Japan-Staudenknöterich und Sachalin-Knöterich stammt aus den ozeanisch geprägten Gebieten in Ostasien (in China, Japan und Korea weit verbreitet, Russland -Ferner Osten). Die Art wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in  Europa als Zierpflanze eingeführt. Seit etwa 1950 erfolgt eine sprunghafte Ausbreitung. Immer häufiger dringt der Staudenknöterich auch in Ackerflächen ein.  Die Verbreitung der Staudenknöteriche erfolgt vorwiegend vegetativ, indem Rhizomstücke durch Fliessgewässer oder den Menschen verschleppt werden.

Auswirkungen

Für den Naturschutz sind vor allem die Bestände an den Ufern kleinerer Fließgewässer bedeutend. Die Bestände der Staudenknöteriche sind sehr geschlossen und lassen das Wachstum anderer Pflanzen nur sehr begrenzt zu. Dies führt zu einer gewissen Veränderung des Landschaftsbildes und zu punktueller Verdrängung einheimischer Arten (u.a. Pestwurz, Brennnessel und Zaunwinde). Auch kommt es zu einer Erhöhung der Erosionsgefahr an Uferabschnitten, denn die Staudenknöteriche sterben im Winter ab und durch die geringe Feinwurzelbildung wird das Erdreich bei Überschwemmungen nur ungenügend abgesichert. Die wirtschaftlichen Folgen der Staudenknöterich-Arten betreffen direkte Schäden an Gebäuden und Uferbefestigungen und Bekämpfungskosten an Ufern, auf Gleisanlagen und in Bauland und in der Landwirtschaft.

Vorbeugung und Bekämpfung

Zur Prävention sollte auf jede Anpflanzung der ostasiatischen Knöterich-Arten verzichtet werden. Dies gilt vor allem für Flächen, die in der Nähe von Gewässern liegen. Das unbeabsichtigte Ausbringen mit Erde, Baumaterial und –maschinen, Gartenabfällen sollte vermieden werden. Das Ausgraben von Rhizomen ist wenig sinnvoll, da die Rhizome bis zu 2 m tief in den Boden wachsen.

Laut Fachliteratur und Erfahrungsberichten gibt es Folgende Bekämpfungsmöglichkeiten:

1. Durch Mahd (Ausreißen) kann der Knöterich geschwächt und zurückgedrängt werden. Empfohlen werden mindestens 3-5 (oder mehr) Schnitte pro Jahr bei einer Höhe von 40 cm während 4-7 Jahren. Wird nur ein Schnitt durchgeführt, so erfolgt dieser am besten im Juli (nicht früher). Wegen der hohen Regenerationsfähigkeit des Staudenknöterichs muss das Schnittgut vor allem bei feuchter Witterung sofort abgeführt werden. Das Material kann kompostiert werden, wenn eine Temperatur von 70°C gewährleistet ist (Kompostieranlage). Sonst empfiehlt sich das Trocknen auf versiegeltem Untergrund während mindestens 3 Monaten oder die Verbrennung (nur in dafür vorgesehene Anlagen; Bundesluftreinhaltegesetz §3).

2. Regelmäßiges Mähen mit nachfolgender Herbizidanwendung ist am wirkungsvollsten (beim Herbizideinsatz sind die Anwendungsbestimmungen und Auflagen zu beachten! (Siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel)

  • Glyphosathaltige Herbizide im Spritzverfahren: Die Anwendung sollte bei ca. 30-60 cm Wuchshöhe im Spritzverfahren erfolgen. Der günstigste Zeitpunkt für eine Behandlung des neuen Austriebs nach der Mahd (Juli/Anfang August) ist Mitte August bis Anfang September.

  • Glyphosathaltige Herbizide im Abstreichverfahren: Bei kleineren Beständen ist das Abstreichverfahren der glyphosathaltigen Mittel (33% Lösung) mit einem handgeführten Docht-Abstreichgerät zu empfehlen. Es sollte ein intensives Bestreichen der Pflanze erfolgen.

3. Wichtig sind Nachkontrollen im Juli und September während mindestens 2 Jahren. Wird im Juli ein Austreiben festgestellt, kann der Knöterich noch einmal bekämpft werden. Um Neubestände zu verhindern, ist es generell sinnvoll, den Boden mit einer dichten, Schatten spendenden Vegetation zu bedecken. Sowohl Gräser als auch Holzpflanzen wirken als Konkurrenten für den Staudenknöterich.

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Japan-Knöterich in der Blüte.
Japan-Knöterich in der Blüte.
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Immer häufiger auch in Ackerflächen.
Immer häufiger auch in Ackerflächen.
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Sachalin-Knöterich in der Blüte.
Sachalin-Knöterich in der Blüte.
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Austrieb im Frühjahr (17.04).
Austrieb im Frühjahr (17.04).

Bilder: © S. Follak/AGES, Wien

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