Content currently only available in German

Späte Rübenfäule

Rhizoctonia solani

Changed on: 29.07.2019
Icon Icon
Rübe mit Myzel von Rhizoctonia solani
caption
Rübe mit Myzel von Rhizoctonia solani

Obwohl der Krankheitserreger seit langem in zahlreichen ackerbaulichen Kulturen wie Kartoffel, Mais, Getreide oder Soja und gärtnerischen Kulturen wie Salat, Radieschen oder Karotten bekannt ist, verursacht er im Zuckerrübenbau erst seit Ende des 20. Jahrhunderts gebietsweise stärkere Schäden. Man schätzt, dass EU-weit circa 70.000 Hektar Ackerfläche betroffen sind. In Österreich erwartet man für 2013 eine Zuckerrübenanbauflache von etwa 55.000 Hektar. Waren 2003 von 45.000 Hektar Anbaufläche weniger als 1.000 Hektar und somit etwa 2% mit Rhizoctonia solani befallen, muss man heute - vor allem in den traditionellen Zuckerrübenanbaugebieten - von einem höheren Prozentsatz ausgehen.Die Ertragsverluste hängen stark vom Zeitpunkt der Infektion, dem Verseuchungsgrad der Anbaufläche und der vorherrschenden Witterung ab. Sie können zwischen 2 und mehr als 50 Prozent betragen. Auch der Zuckergehalt kann bei einem starken Befall um bis zu 60 Prozent reduziert sein. Des Weiteren sinken die Lagerfähigkeit der Rüben und die Verarbeitungsqualität. Stark befallene Rüben müssen aussortiert werden.

More information
Rübe mit Myzel von Rhizoctonia solani
caption
Rübe mit Myzel von Rhizoctonia solani

Obwohl der Krankheitserreger seit langem in zahlreichen ackerbaulichen Kulturen wie Kartoffel, Mais, Getreide oder Soja und gärtnerischen Kulturen wie Salat, Radieschen oder Karotten bekannt ist, verursacht er im Zuckerrübenbau erst seit Ende des 20. Jahrhunderts gebietsweise stärkere Schäden. Man schätzt, dass EU-weit circa 70.000 Hektar Ackerfläche betroffen sind. In Österreich erwartet man für 2013 eine Zuckerrübenanbauflache von etwa 55.000 Hektar. Waren 2003 von 45.000 Hektar Anbaufläche weniger als 1.000 Hektar und somit etwa 2% mit Rhizoctonia solani befallen, muss man heute - vor allem in den traditionellen Zuckerrübenanbaugebieten - von einem höheren Prozentsatz ausgehen.Die Ertragsverluste hängen stark vom Zeitpunkt der Infektion, dem Verseuchungsgrad der Anbaufläche und der vorherrschenden Witterung ab. Sie können zwischen 2 und mehr als 50 Prozent betragen. Auch der Zuckergehalt kann bei einem starken Befall um bis zu 60 Prozent reduziert sein. Des Weiteren sinken die Lagerfähigkeit der Rüben und die Verarbeitungsqualität. Stark befallene Rüben müssen aussortiert werden.

More information

Symptome

Wie der deutsche Name der Krankheit bereits vermuten lässt, zeigen sich die ersten Schäden nicht gleich zu Beginn der Kultur. Ab Juli/August – bei einem sehr frühen Befall auch etwas zeitiger – findet man meist nesterweise, welkende Pflanzen im Bestand. Die Blätter der betroffenen Pflanzen bleiben im Wachstum zurück und ihre Blätter vergilben. Mit Fortschreiten der Krankheit findet man knapp unter der Bodenoberfläche am Rübenkörper braun verfärbte, trockene Faulstellen. Diese dehnen sich immer weiter aus, die Rüben verfaulen und die vertrockneten Blätter liegen flach am Boden auf. Bei einer Sekundärinfektion mit Bakterien werden die Rüben nassfaul. Trockenfaule Rüben mumifizieren und bleiben häufig auf den Feldern zurück. Da die Späte Rübenfäule mit verschiedenen, den Rübenkörper befallenden, Erregern leicht verwechselt werden kann, sollte zur Absicherung eine Diagnose im Labor erfolgen. Hierfür eignet sich am besten Pflanzenmaterial aus dem Übergangsbereich zwischen gesundem und erkranktem Gewebe. Mikroskopisch ist der Pilz gut anhand seiner fast rechtwinkligen Verzweigungen und der Septen-Bildung knapp nach der Verzweigung zu erkennen.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Der Erreger Rhizoctonia solani ist weltweit verbreitet.
Zu den bevorzugten Wirtspflanzen dieser Anastomosengruppe zählen neben der Zuckerrübe, Mais. Ackerbohnen, Sojabohnen, verschiedene Gräser-Arten, Zierpflanzen und – für Österreich nicht von Bedeutung – Reis.

        

caption
Lückiger Bestand durch die Späte Rübenfäule verursacht
Lückiger Bestand durch die Späte Rübenfäule verursacht
caption
Verwelkte Pflanzen im Bestand
Verwelkte Pflanzen im Bestand
caption
Rüben mit Myzel von Rhizoctonia solani
Rüben mit Myzel von Rhizoctonia solani

Bekämpfung

Eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahme ist die Verwendung von Original-Saatgut. Bei Verdacht bzw. Befall sollten nur tolerante Sorten, wie z.B. Ilias, Flores, Nauta, Solano oder Taifun mit Ausprägungsstufe 3 bis 4, die in die Österreichische Beschreibende Sortenliste aufgenommen wurden, angebaut werden. Diese Sorten bringen, je nach Befallsdruck, bis zu 50 % mehr Ertragssicherheit gegenüber anfälligen Vergleichssorten. Ohne Befall sind sie diesen jedoch um etwa 5 bis 10 % unterlegen. Da es sich beim Erreger der Späten Rübenfäule um einen bodenbürtigen Pilz handelt, kommt der Fruchtfolge eine hohe Bedeutung zu. So sollte auf eine mindestens vierjährige Fruchtfolge geachtet werden. Man sollte außerdem darauf achten, dass Mais nicht direkt vor Zuckerrüben angebaut wird. Die Aufnahme von Getreide in die Fruchtfolge und der Anbau geeigneter Zwischenfrüchte, wie Ölrettich oder Senf, tragen zu einer Verbesserung der Befallssituation bei. Da die Krankheit vor allem in verdichteten, nassen Böden mit einem geringen pH-Wert auftritt, sollte man für eine gute Durchlüftung des Bodens sorgen. Um Strukturschäden zu vermeiden, sollten alle den Boden belastenden Arbeiten termingerecht und so schonend wie möglich durchgeführt werden. Auch auf eine ausgewogene Düngung muss geachtet werden. Ein überhöhter Stickstoffanteil kann sich befallsfördend auswirken. Bei Auftreten von Rhizoctonia solani kommt der Reinigung von Bearbeitungsgeräten, Fußbekleidung und Fahrzeugen (Maschinenring!) große Bedeutung zu, um eine Verschleppung des Erregers mit Erde auf weitere Flächen zu verhindern.          

x