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Schildläuse allgemein

Schildläuse

Changed on: 12.06.2019
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Schildläuse auf Rebtrieb
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Schildläuse auf Rebtrieb

Die Schildläuse oder Coccoidea sind eine Überfamilie der Insekten und gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha). Von den bekannten 3.000 Arten leben in Mitteleuropa etwa 90. Die Körperlänge der Tiere beträgt zwischen 0,8 und 6 mm, die größte Art Aspidoproxus maximus kann bis zu 38 mm lang werden. Alle Schildläuse ernähren sich von Pflanzensaft und sind deshalb Schädlinge.

Schadorganismus

Schildläuse sind im Erwachsenenstadium durch einen extremen Sexualdimorphismus gekennzeichnet. Die Weibchen sind flügellos und bei einigen Arten durch völlige Reduktion der Gliedmaßen unbeweglich festsitzend mit dem Rüssel am Pflanzengewebe verankert. Sie besitzen in der Regel ein hartes Rückenschild (Name!), das nach dem Absterben der Weibchen als Schutz für die Nachkommen dient. Die erheblich kleineren Männchen sind meist geflügelt.

Symptome und Schäden

Das Auftreten von Schildläusen im Weinbau ist durch die unbeweglichen Schildchen auf der befallenen Rebe leicht erkennbar. Wenn sie in Massen auftreten, kann es zu erheblichen Schädigungen kommen. Durch den Entzug von Phloëmsaft durch die Schildläuse verliert der befallene Weinstock Kohlenhydrate und Stickstoff. Langfristig kann es bei stark befallenen Stöcken zu Auszehrungserscheinungen und Kümmerwuchs kommen. Wenn sich der Kot (Honigtau) der Schildläuse auf Blättern und Trauben niederschlägt und in regenarmen Zeiten dort verbleibt, wachsen darauf Schwärzepilze - ein als ”Rußtau” bezeichnetes Phänomen, das zu Photosynthese-Verlusten und sogar zum Absterben der Blätter führt. Schildläuse können auch verschiedene Rebviren übertragen.

Wirtspflanze

Die meisten Schildläuse sind polyphag, d. h. sie saugen an mehreren Wirtspflanzen, wenige Arten sind auf eine Wirtspflanze oder auf bestimmte Pflanzenteile spezialisiert. Auf Wein vorkommende Schildläuse sind die Napfschildläuse (Pulvinaria vitis, Parthenolecanium corni, Parthenolecanium persicae) und die Wollläuse (Heliococcus bohemicus, Phenacoccus aceris).

Bekämpfung

Eine Bekämpfung von Schildläusen ist nur dann sinnvoll, wenn sie Schäden verursachen. In den Weinbergen unterliegen sie einer gut funktionierenden natürlichen Regulation. Bei ihren natürlichen Feinden handelt es sich überwiegend um kleine, zwischen 0,8 bis 2,0 mm große Wespen aus der Überfamilie der Chalcidoidea (Erzwespen). Parasitierungsraten von über 90 Prozent sind keine Seltenheit. Weitere natürliche Feinde der Rebenschildläuse sind eine Reihe von Organismen, die sich von Schildläusen ernähren. Hierzu gehören Marienkäfer, Samtmilben, Florfliegenlarven, Raubwanzen und auch die Raubmilbe Typhlodromus pyri. Bei einem starken Befall helfen systemische Pflanzenschutzmittel.

Literatur
Bernhard Klausnitzer: Coccina, Schildläuse. In Westheide, Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena 1997; Seiten 654–655.

Schildläuse auf Rebtrieb
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Schildläuse auf Rebtrieb

Die Schildläuse oder Coccoidea sind eine Überfamilie der Insekten und gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha). Von den bekannten 3.000 Arten leben in Mitteleuropa etwa 90. Die Körperlänge der Tiere beträgt zwischen 0,8 und 6 mm, die größte Art Aspidoproxus maximus kann bis zu 38 mm lang werden. Alle Schildläuse ernähren sich von Pflanzensaft und sind deshalb Schädlinge.

Schadorganismus

Schildläuse sind im Erwachsenenstadium durch einen extremen Sexualdimorphismus gekennzeichnet. Die Weibchen sind flügellos und bei einigen Arten durch völlige Reduktion der Gliedmaßen unbeweglich festsitzend mit dem Rüssel am Pflanzengewebe verankert. Sie besitzen in der Regel ein hartes Rückenschild (Name!), das nach dem Absterben der Weibchen als Schutz für die Nachkommen dient. Die erheblich kleineren Männchen sind meist geflügelt.

Symptome und Schäden

Das Auftreten von Schildläusen im Weinbau ist durch die unbeweglichen Schildchen auf der befallenen Rebe leicht erkennbar. Wenn sie in Massen auftreten, kann es zu erheblichen Schädigungen kommen. Durch den Entzug von Phloëmsaft durch die Schildläuse verliert der befallene Weinstock Kohlenhydrate und Stickstoff. Langfristig kann es bei stark befallenen Stöcken zu Auszehrungserscheinungen und Kümmerwuchs kommen. Wenn sich der Kot (Honigtau) der Schildläuse auf Blättern und Trauben niederschlägt und in regenarmen Zeiten dort verbleibt, wachsen darauf Schwärzepilze - ein als ”Rußtau” bezeichnetes Phänomen, das zu Photosynthese-Verlusten und sogar zum Absterben der Blätter führt. Schildläuse können auch verschiedene Rebviren übertragen.

Wirtspflanze

Die meisten Schildläuse sind polyphag, d. h. sie saugen an mehreren Wirtspflanzen, wenige Arten sind auf eine Wirtspflanze oder auf bestimmte Pflanzenteile spezialisiert. Auf Wein vorkommende Schildläuse sind die Napfschildläuse (Pulvinaria vitis, Parthenolecanium corni, Parthenolecanium persicae) und die Wollläuse (Heliococcus bohemicus, Phenacoccus aceris).

Bekämpfung

Eine Bekämpfung von Schildläusen ist nur dann sinnvoll, wenn sie Schäden verursachen. In den Weinbergen unterliegen sie einer gut funktionierenden natürlichen Regulation. Bei ihren natürlichen Feinden handelt es sich überwiegend um kleine, zwischen 0,8 bis 2,0 mm große Wespen aus der Überfamilie der Chalcidoidea (Erzwespen). Parasitierungsraten von über 90 Prozent sind keine Seltenheit. Weitere natürliche Feinde der Rebenschildläuse sind eine Reihe von Organismen, die sich von Schildläusen ernähren. Hierzu gehören Marienkäfer, Samtmilben, Florfliegenlarven, Raubwanzen und auch die Raubmilbe Typhlodromus pyri. Bei einem starken Befall helfen systemische Pflanzenschutzmittel.

Literatur
Bernhard Klausnitzer: Coccina, Schildläuse. In Westheide, Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena 1997; Seiten 654–655.

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