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Bakterienringfaeule der Kartoffel

Bakterienringfaeule der Kartoffel

Changed on: 24.07.2019
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Clavibacter michiganensis ssp. sepedonicus ist als Schadorganismus gelistet

Schadbild an infizierten Kartoffelpflanzen

Unter europäischen Klimabedingungen zeigen sich Symptome in Feldbeständen meist gegen Ende der Saison. Die Symptome sind außerdem oft verschleiert und können daher leicht übersehen werden. Welkesymptome unterscheiden sich stark von Schleimkrankheitssymptomen, der Welkeprozess ist gewöhnlich langsam und zunächst auf die Blattränder beschränkt. An Blättern entstehen häufig Chlorosen.

Schadbild an infizierten Kartoffelknollen

Erste Symptome sind eine leichte Glasigkeit, Gelbfärbung oder Durchsichtigkeit des Gewebes insbesondere um das Nabelende. Wenn auf die Knolle ein leichter Druck ausgeübt wird, tritt aus den Gefäßen eine käsige Substanz aus. Mit fortschreitender Infektion wird das Gefäßgewebe zerstört. Später erscheinen auf der Oberfläche der Knolle Risse, die an den Rändern oft eine gelblich-braune Färbung aufweisen.

Übertragung

Eine der wichtigsten Infektionsquellen ist krankes bzw. vor allem latent infiziertes und damit augenscheinlich gesundes Pflanzgut. Die Übertragung von Pflanze zu Pflanze erfolgt über das Bodenwasser. Besonders günstige Bedingungen für die Ausbreitung im Bestand herrschen bei stauender Nässe. Bei enger Fruchtfolge (weniger als drei bis vier Jahre) kann der Erreger auch an Pflanzenrückständen im Boden überdauern. Bei mechanischer Belastung fauler Knollen während des Legens, der Ernte, der Sortierung, des Transportes oder auch infolge von Lagerdruck werden diese Knollen zerdrückt, und das breiige Innere wird über die Oberflächen von Lege- und Erntemaschinen, Sortieranlagen, Transporteinrichtungen, Fahrzeugen und Lagerbehältern verschmiert. Beim Waschen von Knollen für Konsumzwecke gelangen die Bakterien aus den kranken Knollen ins Waschwasser.

Wirtspflanzen

Die Kartoffel ist vermutlich der natürliche Wirt des Bakteriums. Darüber hinaus werden auch zahlreiche andere Arten der Gattung Solanum  befallen, z. B. Tomaten, Auberginen; gelegentlich auch Rüben.

Vorkommen und wirtschaftliche Bedeutung

Europa: Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Schweden, Tschechische Republik, Ukraine, Vereinigtes Königreich, Weißrussland, Zypern, Asien, Amerika

Bekämpfung

Präventivmaßnahmen

  • Verwendung zertifizierten Pflanzguts
  •  Befallskontrolle gegen Ende der Vegetationsperiode (günstigster Zeitpunkt: ab Mitte Juli bis zur Vollreife)
  • Kartoffeldurchwuchs auf möglicherweise befallenen Flächen vernichten
  • Errichtung geschlossener Kreisläufe in der Kartoffel verwertenden Industrie

Clavibacter michiganensis ssp. sepedonicus ist als Schadorganismus gelistet

Schadbild an infizierten Kartoffelpflanzen

Unter europäischen Klimabedingungen zeigen sich Symptome in Feldbeständen meist gegen Ende der Saison. Die Symptome sind außerdem oft verschleiert und können daher leicht übersehen werden. Welkesymptome unterscheiden sich stark von Schleimkrankheitssymptomen, der Welkeprozess ist gewöhnlich langsam und zunächst auf die Blattränder beschränkt. An Blättern entstehen häufig Chlorosen.

Schadbild an infizierten Kartoffelknollen

Erste Symptome sind eine leichte Glasigkeit, Gelbfärbung oder Durchsichtigkeit des Gewebes insbesondere um das Nabelende. Wenn auf die Knolle ein leichter Druck ausgeübt wird, tritt aus den Gefäßen eine käsige Substanz aus. Mit fortschreitender Infektion wird das Gefäßgewebe zerstört. Später erscheinen auf der Oberfläche der Knolle Risse, die an den Rändern oft eine gelblich-braune Färbung aufweisen.

Übertragung

Eine der wichtigsten Infektionsquellen ist krankes bzw. vor allem latent infiziertes und damit augenscheinlich gesundes Pflanzgut. Die Übertragung von Pflanze zu Pflanze erfolgt über das Bodenwasser. Besonders günstige Bedingungen für die Ausbreitung im Bestand herrschen bei stauender Nässe. Bei enger Fruchtfolge (weniger als drei bis vier Jahre) kann der Erreger auch an Pflanzenrückständen im Boden überdauern. Bei mechanischer Belastung fauler Knollen während des Legens, der Ernte, der Sortierung, des Transportes oder auch infolge von Lagerdruck werden diese Knollen zerdrückt, und das breiige Innere wird über die Oberflächen von Lege- und Erntemaschinen, Sortieranlagen, Transporteinrichtungen, Fahrzeugen und Lagerbehältern verschmiert. Beim Waschen von Knollen für Konsumzwecke gelangen die Bakterien aus den kranken Knollen ins Waschwasser.

Wirtspflanzen

Die Kartoffel ist vermutlich der natürliche Wirt des Bakteriums. Darüber hinaus werden auch zahlreiche andere Arten der Gattung Solanum  befallen, z. B. Tomaten, Auberginen; gelegentlich auch Rüben.

Vorkommen und wirtschaftliche Bedeutung

Europa: Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Schweden, Tschechische Republik, Ukraine, Vereinigtes Königreich, Weißrussland, Zypern, Asien, Amerika

Bekämpfung

Präventivmaßnahmen

  • Verwendung zertifizierten Pflanzguts
  •  Befallskontrolle gegen Ende der Vegetationsperiode (günstigster Zeitpunkt: ab Mitte Juli bis zur Vollreife)
  • Kartoffeldurchwuchs auf möglicherweise befallenen Flächen vernichten
  • Errichtung geschlossener Kreisläufe in der Kartoffel verwertenden Industrie
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