Content currently only available in German

Rübenzystennematoden

Heterodera schachtii

Changed on: 05.06.2019
Icon

Rübenzystennematoden

Rübenzystennematoden
caption
Rübenzystennematoden

Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) sind wirtschaftlich die wichtigsten Nematoden im Zuckerrübenanbau. Bei intensivem Rüben- bzw. Rapsanbau können sie bis zu 50% Ernteverlust verursachen.

Schadorganismus (incl. Biologie)

Die Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) werden, wie die Kartoffelzystennematoden, unter den Fadenwürmern (Nematoda) zur Familie der Heteroderidae gezählt.

Rübenzystennematoden leben im Boden und können in ihrer Dauerform, den mit Eiern bzw. Larven gefüllten Zysten, auch ohne Wirtspflanzen jahrelang überleben. Reife Zysten sind mit bis zu 500 Larven gefüllt, die sich so lange im Ruhezustand befinden, bis sie durch äußere Einflüsse (im wesentlichen klimatisch bedingt) zum Schlüpfen aktiviert werden. Die Larven wandern zu jungen, wachsenden Wurzeln und dringen in das Pflanzengewebe ein und entwickeln sich zu Männchen und Weibchen. Während die Männchen wurmförmig und beweglich sind, sind die Weibchen zitronenförmig und sitzen an den Wurzeln fest und setzen ihre Saugtätigkeit fort. Nach der Befruchtung und Reifung der Eier sterben die Weibchen ab und bleiben jahrelang lebensfähig als Zyste im Boden.

Sie treten besonders auf mittelschweren Böden und bei zu häufigem Anbau von Rübe und Kreuzblütlern (z.B. Raps) auf.

Symptome

Befallene Pflanzen welken und kümmern nesterweise (etwa ab Juni bei warmem Wetter). Der Rübenkörper bleibt klein und verzweigt sich, und es kommt zur Ausbildung eines sogenannten Wurzelbartes (Bärtigkeit der Rübe). An den Wurzeln findet man etwa stecknadelkopfgroße, weiße Weibchen.

Wirtspflanzen

Die Wirtspflanzen von Rübenzystennematoden sind vor allem Kreuzblütler (Brassicaceae) und Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae), z.B. Zucker- und Futterrübe, Raps, Rübsen, alle Kohlarten, Kohlrabi, Rettich, Radieschen, Spinat, Mangold sowie zahlreiche Unkräuter, wie z.B. Melde-Arten, Gänsefuß-Arten, Ackersenf, Hirtentäschelkraut, Vogelmiere usw.

Verbreitung

Rübenzystennematoden gibt es in fast allen intensiven Rübenanbaugebieten Europas, weltweit gesehen sind sie auch in Nordamerika, Asien und Australien vorzufinden.

Nachweismethode

Bodenextraktion mit MEKU-Bodenprobenextraktor

Zweck der Untersuchung:

Feststellung der Befallsfreiheit von Rübenanbauflächen

Prinzip:

Extraktion von zystenbildenden Nematoden aus Bodenproben durch einen Schwemmtest mit Hilfe des MEKU-Bodenprobenextraktors.

Vorbeugung und Bekämpfung

Zystennematoden sind aufgrund ihrer widerstandsfähigen Zysten nur schwer zu bekämpfen. Zu beachten ist auch die Verfrachtung der Zysten durch Wind und Wasser von nicht sanierten Flächen sowie die Verbreitung durch gemeinsame Erntemaschinen usw.
Die Sanierung befallener Flächen ist nur langfristig möglich. Erfolgreiche Sanierung erfordert ein gemeinschaftliches Handeln in den betroffenen Anbaugebieten.

Vorbeugende Maßnahmen

Verwendung nur von amtlich anerkanntem Pflanzgut, welches aufgrund phytosanitärer Vorschriften auf Befallsfreiheit mit Nematoden kontrolliert wurde.
Rechtzeitige Feststellung eines Befalls durch Bodenuntersuchung auf Rübenzystennematoden vor dem geplanten Anbau

 Betriebshygiene

Bei Nematodenbefall im Betrieb kommt der Reinigung von Bearbeitungsgeräten, Fußbekleidung und Fahrzeugen große Bedeutung zu, um eine Verschleppung der Zysten mit Erde auf weitere Flächen zu verhindern. Abfallerde vom Sortieren soll auf keinen Fall auf Ackerflächen oder auf den Misthaufen ausgebracht werden (Gefahr einer Nematodenverschleppung mit der Mistausbringung).

 Auch die Verschleppung von befallenen Pflanzen ist zu vermeiden; bei Zuckerrüben ist noch zusätzlich auf die Verschleppungsgefahr durch Seideschlamm aus der Zuckerfabrik zu achten.

Fruchtfolge

Bei Rübenzystennematoden ist ein Fruchtwechsel (alle 4 Jahre) wesentlich. Der Anbau von Zwischenfruchtpflanzen, wie Mais, Roggen, Luzerne, Zichorie, Lein und Zwiebel, veranlasst die Nematodenlarven zum Schlüpfen und verhindert aber die weitere Entwicklung. Auch Neutralpflanzen, wie Getreide, Kartoffel, Mohn, Erbse, Klee, Sonnenblume und Hanf, sind in der Fruchtfolge empfehlenswert.

Anbau nematodenresistenter Pflanzen:

(vorbeugend und kurativ)

Zur Bekämpfung von Rübenzystennematoden können nematodenresistente Ölrettichsorten bzw. Senfsorten als Zwischenfrucht angebaut werden.

Rübenzystennematoden
caption
Rübenzystennematoden

Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) sind wirtschaftlich die wichtigsten Nematoden im Zuckerrübenanbau. Bei intensivem Rüben- bzw. Rapsanbau können sie bis zu 50% Ernteverlust verursachen.

Schadorganismus (incl. Biologie)

Die Rübenzystennematoden (Heterodera schachtii) werden, wie die Kartoffelzystennematoden, unter den Fadenwürmern (Nematoda) zur Familie der Heteroderidae gezählt.

Rübenzystennematoden leben im Boden und können in ihrer Dauerform, den mit Eiern bzw. Larven gefüllten Zysten, auch ohne Wirtspflanzen jahrelang überleben. Reife Zysten sind mit bis zu 500 Larven gefüllt, die sich so lange im Ruhezustand befinden, bis sie durch äußere Einflüsse (im wesentlichen klimatisch bedingt) zum Schlüpfen aktiviert werden. Die Larven wandern zu jungen, wachsenden Wurzeln und dringen in das Pflanzengewebe ein und entwickeln sich zu Männchen und Weibchen. Während die Männchen wurmförmig und beweglich sind, sind die Weibchen zitronenförmig und sitzen an den Wurzeln fest und setzen ihre Saugtätigkeit fort. Nach der Befruchtung und Reifung der Eier sterben die Weibchen ab und bleiben jahrelang lebensfähig als Zyste im Boden.

Sie treten besonders auf mittelschweren Böden und bei zu häufigem Anbau von Rübe und Kreuzblütlern (z.B. Raps) auf.

Symptome

Befallene Pflanzen welken und kümmern nesterweise (etwa ab Juni bei warmem Wetter). Der Rübenkörper bleibt klein und verzweigt sich, und es kommt zur Ausbildung eines sogenannten Wurzelbartes (Bärtigkeit der Rübe). An den Wurzeln findet man etwa stecknadelkopfgroße, weiße Weibchen.

Wirtspflanzen

Die Wirtspflanzen von Rübenzystennematoden sind vor allem Kreuzblütler (Brassicaceae) und Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae), z.B. Zucker- und Futterrübe, Raps, Rübsen, alle Kohlarten, Kohlrabi, Rettich, Radieschen, Spinat, Mangold sowie zahlreiche Unkräuter, wie z.B. Melde-Arten, Gänsefuß-Arten, Ackersenf, Hirtentäschelkraut, Vogelmiere usw.

Verbreitung

Rübenzystennematoden gibt es in fast allen intensiven Rübenanbaugebieten Europas, weltweit gesehen sind sie auch in Nordamerika, Asien und Australien vorzufinden.

Nachweismethode

Bodenextraktion mit MEKU-Bodenprobenextraktor

Zweck der Untersuchung:

Feststellung der Befallsfreiheit von Rübenanbauflächen

Prinzip:

Extraktion von zystenbildenden Nematoden aus Bodenproben durch einen Schwemmtest mit Hilfe des MEKU-Bodenprobenextraktors.

Vorbeugung und Bekämpfung

Zystennematoden sind aufgrund ihrer widerstandsfähigen Zysten nur schwer zu bekämpfen. Zu beachten ist auch die Verfrachtung der Zysten durch Wind und Wasser von nicht sanierten Flächen sowie die Verbreitung durch gemeinsame Erntemaschinen usw.
Die Sanierung befallener Flächen ist nur langfristig möglich. Erfolgreiche Sanierung erfordert ein gemeinschaftliches Handeln in den betroffenen Anbaugebieten.

Vorbeugende Maßnahmen

Verwendung nur von amtlich anerkanntem Pflanzgut, welches aufgrund phytosanitärer Vorschriften auf Befallsfreiheit mit Nematoden kontrolliert wurde.
Rechtzeitige Feststellung eines Befalls durch Bodenuntersuchung auf Rübenzystennematoden vor dem geplanten Anbau

 Betriebshygiene

Bei Nematodenbefall im Betrieb kommt der Reinigung von Bearbeitungsgeräten, Fußbekleidung und Fahrzeugen große Bedeutung zu, um eine Verschleppung der Zysten mit Erde auf weitere Flächen zu verhindern. Abfallerde vom Sortieren soll auf keinen Fall auf Ackerflächen oder auf den Misthaufen ausgebracht werden (Gefahr einer Nematodenverschleppung mit der Mistausbringung).

 Auch die Verschleppung von befallenen Pflanzen ist zu vermeiden; bei Zuckerrüben ist noch zusätzlich auf die Verschleppungsgefahr durch Seideschlamm aus der Zuckerfabrik zu achten.

Fruchtfolge

Bei Rübenzystennematoden ist ein Fruchtwechsel (alle 4 Jahre) wesentlich. Der Anbau von Zwischenfruchtpflanzen, wie Mais, Roggen, Luzerne, Zichorie, Lein und Zwiebel, veranlasst die Nematodenlarven zum Schlüpfen und verhindert aber die weitere Entwicklung. Auch Neutralpflanzen, wie Getreide, Kartoffel, Mohn, Erbse, Klee, Sonnenblume und Hanf, sind in der Fruchtfolge empfehlenswert.

Anbau nematodenresistenter Pflanzen:

(vorbeugend und kurativ)

Zur Bekämpfung von Rübenzystennematoden können nematodenresistente Ölrettichsorten bzw. Senfsorten als Zwischenfrucht angebaut werden.

x