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Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer

Cryptolestes ferrugineus

Changed on: 09.05.2019
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Rotbraune Leistenkopfplattkäfer Cryptolestes ferrugineus (Stephens 1831) gehört zur Familie der Plattkäfer (Cucujidae). Er stammt aus warmen Gegenden und wird mit Getreideimporten immer wieder eingeschleppt. Daneben gibt es noch weitere, nahe verwandte Arten mit ähnlicher Lebensweise, wie C. pusillus, C. turcicus, C. capensis und C. ugandae. Darüber hinaus kommen auch noch bei uns im Freien überwinternde Arten wie C. ater, C. duplicatus und andere vor, die früher wohl mit eingeschleppten Leistenkopf-plattkäfern verwechselt wurden, aber keine Vorratsschädlinge darstellen. Meist tritt der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer als Sekundärschädling an gelagertem Getreide gemeinsam mit anderen Vorratsschädlingen auf.

Schadorganismus

Die etwa 1,5 bis 2,0 mm großen Käfer sind rotbraun gefärbt und zeigen eine schlanke, flache Körperform, welche es ihnen erleichtert, sich in den Hohlräumen zwischen den Getreidekörnern fortzubewegen. Ihr Kopf trägt verhältnismäßig lange Fühler, der Halsschild zeigt auf beiden Seiten eine feine Längslinie. Die Käfer und Larven meiden das Licht, weshalb oft nur ein Bruchteil der Käfer an der Oberfläche des gelagerten Getreides zu finden ist, die Hauptmasse dagegen im Inneren. Die Käfer fliegen bei höheren Temperaturen, ihre Weibchen legen bis zu 350 Eier in kleinen Spalten oder an Getreidekörnern ab. Die bis 4 mm großen, weißlichen bis cremefarbenen Larven tragen an ihrem Hinterende 2 dornartige Fortsätze und durchlaufen in ihrer Entwicklung 4 Stadien. Sie verpuppen sich anschließend in Spalten und Ritzen ihres Lagers oder des Nahrungssubstrats. Ihre Entwicklung ist zwischen 20 °C und 38 °C möglich. Unter optimalen Bedingungen
(32 °C und 70-90% rel. F.) dauert die Entwicklung einer Generation 4-5 Wochen, bei 21 °C etwa 2,5 Monate. Eine Entwicklung ist selbst unter sehr trockenen Bedingungen und einer Getreidefeuchte von unter 12% noch möglich. Die Lebensdauer der Käfer kann auch bei höheren Temperaturen bis zu einem Jahr betragen, wobei sie bis zu etwa 17 Tagen lang hungern können. Gegen tiefe Temperaturen ist Cryptolestes ferrugineus unempfindlich und selbst -5,5 °C werden von den Käfern einige Wochen lang ertragen. Eine Überwinterung in ungeheizten Lagerräumen ist daher in Mitteleuropa durchaus möglich. Oberhalb von 42 °C sterben sämtliche Stadien rasch ab.

Schadsymptome und Schäden

Der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer erzeugt kein typisches Fraßbild. Ein hoher Anteil an Bruchgetreide oder bereits angefressenen Körnern begünstigt seine Massenvermehrung, wobei der Embryo bevorzugt angenagt wird. Durch seine verborgene Lebensweise wird der Befall im Getreidelager oft sehr spät bemerkt. Bei hoher Befallsdichte und enormer Fraßtätigkeit von Käfern und Larven und den damit verbundenen Stoffwechselvorgängen kommt es zur Bildung von Wärmenestern (40 °C, hot spots) und einer Erhöhung der Feuchtigkeit im Lagergut. Dadurch siedeln sich Pilze und Bakterien leichter an. Das Lagergut wird ungenießbar und nimmt einen jaucheähnlichen Geruch an. Durch die hohen Temperaturen im Lagergut entsteht an der Oberfläche des Lagergutes Kondenswasser und das gelagerte Getreide beginnt dort unter Umständen auszuwachsen.

Nahrung

Die Imagines und Larven des Rotbraunen Leistenkopfplattkäfers fressen an Bruchgetreide, Getreideprodukten aller Art, Nüssen, Drogen, Gewürzen, Ölsaaten und Futtermitteln. Die Entwicklung der Larven ist auch in losen Substraten wie Mehl möglich.

Verbreitung

Die Art ist weltweit verbreitet und vor allem in gelagerten Getreidevorräten anzutreffen. Häufig wird sie in Lagerhäusern, Silos, bäuerlichen Betrieben, Lebensmittel verarbeitenden Betrieben und Haushalten gefunden.

Vorbeugung

• Allgemeine Hygienemaßnahmen, wie periodische, gründliche Reinigung der Vorratslager, Schädlingsmonitoring, Temperaturmessung, Kühlung, Trocknung, Entsorgung von Gerümpel und Putzabfällen, Vernichtung bereits befallener Vorräte, mechanische Abhaltung der Käfer durch Abdichtung von Fenstern und Türen (Insektengitter), Isolierung von Decken, Wänden und Leitungen (Vermeidung von Kondenswasserbildung), Verputzen von Spalten, Rissen und porösen Wänden.
• Gründliche Reinigung von Ernte- und Transportmaschinen sowie von Lagerräumen vor Einlagerung der Ernte.
• Leerraumbehandlung mit einem anerkannten Insektizid oder Wärmebehandlung.
• Kühlung des Lagergutes auf 10-13 °C
Nachweis
• Periodische Temperaturmessung: ein Anstieg der Temperatur im Lagergut gibt Auskunft über das Vorhandensein von Vorratsschädlingen
• Probennahme mit einem Getreidestecher (Abb. links)
• Siebung der Proben mit einem Durchlaufsieb (Abb. rechts)
• Geräuschmessung: Feststellung der Fraßgeräusche der Larven durch Einbringen eines empfindlichen Mikrophons in die gelagerten Vorräte

Bekämpfung

• Inerte Stäube (Kieselgur) und Kontaktinsektizide ermöglichen bei entsprechender Verteilung im Lagergut eine erfolgreiche Bekämpfung adulter Käfer und Larven. In den Vorräten bereits abgelegte Eier werden jedoch nicht erfasst und führen bei Temperaturen über 15 °C zu einem neuerlichen Befall durch den Rotbraunen Leistenkopfplattkäfer.
• Eine sichere Abtötung gelingt mit gasförmigen Mitteln (Phosphorwasserstoff, s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) einschließlich inerter Gase (Stickstoff, Kohlenstoffdioxid) bei Einhaltung der zur Behandlung vorgegebenen Dosierungen, Temperaturen, Einwirkungszeiten und bei entsprechender Gasdichtheit der zu behandelnden Vorratslager.
• Thermische Behandlungen (60 °C für 3 Minuten) bzw. Kältebehandlungen (unter -10 °C) sind möglich aber aufgrund des Energieaufwandes nur für kleinere Partien zielführend.

Rotbraune Leistenkopfplattkäfer Cryptolestes ferrugineus (Stephens 1831) gehört zur Familie der Plattkäfer (Cucujidae). Er stammt aus warmen Gegenden und wird mit Getreideimporten immer wieder eingeschleppt. Daneben gibt es noch weitere, nahe verwandte Arten mit ähnlicher Lebensweise, wie C. pusillus, C. turcicus, C. capensis und C. ugandae. Darüber hinaus kommen auch noch bei uns im Freien überwinternde Arten wie C. ater, C. duplicatus und andere vor, die früher wohl mit eingeschleppten Leistenkopf-plattkäfern verwechselt wurden, aber keine Vorratsschädlinge darstellen. Meist tritt der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer als Sekundärschädling an gelagertem Getreide gemeinsam mit anderen Vorratsschädlingen auf.

Schadorganismus

Die etwa 1,5 bis 2,0 mm großen Käfer sind rotbraun gefärbt und zeigen eine schlanke, flache Körperform, welche es ihnen erleichtert, sich in den Hohlräumen zwischen den Getreidekörnern fortzubewegen. Ihr Kopf trägt verhältnismäßig lange Fühler, der Halsschild zeigt auf beiden Seiten eine feine Längslinie. Die Käfer und Larven meiden das Licht, weshalb oft nur ein Bruchteil der Käfer an der Oberfläche des gelagerten Getreides zu finden ist, die Hauptmasse dagegen im Inneren. Die Käfer fliegen bei höheren Temperaturen, ihre Weibchen legen bis zu 350 Eier in kleinen Spalten oder an Getreidekörnern ab. Die bis 4 mm großen, weißlichen bis cremefarbenen Larven tragen an ihrem Hinterende 2 dornartige Fortsätze und durchlaufen in ihrer Entwicklung 4 Stadien. Sie verpuppen sich anschließend in Spalten und Ritzen ihres Lagers oder des Nahrungssubstrats. Ihre Entwicklung ist zwischen 20 °C und 38 °C möglich. Unter optimalen Bedingungen
(32 °C und 70-90% rel. F.) dauert die Entwicklung einer Generation 4-5 Wochen, bei 21 °C etwa 2,5 Monate. Eine Entwicklung ist selbst unter sehr trockenen Bedingungen und einer Getreidefeuchte von unter 12% noch möglich. Die Lebensdauer der Käfer kann auch bei höheren Temperaturen bis zu einem Jahr betragen, wobei sie bis zu etwa 17 Tagen lang hungern können. Gegen tiefe Temperaturen ist Cryptolestes ferrugineus unempfindlich und selbst -5,5 °C werden von den Käfern einige Wochen lang ertragen. Eine Überwinterung in ungeheizten Lagerräumen ist daher in Mitteleuropa durchaus möglich. Oberhalb von 42 °C sterben sämtliche Stadien rasch ab.

Schadsymptome und Schäden

Der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer erzeugt kein typisches Fraßbild. Ein hoher Anteil an Bruchgetreide oder bereits angefressenen Körnern begünstigt seine Massenvermehrung, wobei der Embryo bevorzugt angenagt wird. Durch seine verborgene Lebensweise wird der Befall im Getreidelager oft sehr spät bemerkt. Bei hoher Befallsdichte und enormer Fraßtätigkeit von Käfern und Larven und den damit verbundenen Stoffwechselvorgängen kommt es zur Bildung von Wärmenestern (40 °C, hot spots) und einer Erhöhung der Feuchtigkeit im Lagergut. Dadurch siedeln sich Pilze und Bakterien leichter an. Das Lagergut wird ungenießbar und nimmt einen jaucheähnlichen Geruch an. Durch die hohen Temperaturen im Lagergut entsteht an der Oberfläche des Lagergutes Kondenswasser und das gelagerte Getreide beginnt dort unter Umständen auszuwachsen.

Nahrung

Die Imagines und Larven des Rotbraunen Leistenkopfplattkäfers fressen an Bruchgetreide, Getreideprodukten aller Art, Nüssen, Drogen, Gewürzen, Ölsaaten und Futtermitteln. Die Entwicklung der Larven ist auch in losen Substraten wie Mehl möglich.

Verbreitung

Die Art ist weltweit verbreitet und vor allem in gelagerten Getreidevorräten anzutreffen. Häufig wird sie in Lagerhäusern, Silos, bäuerlichen Betrieben, Lebensmittel verarbeitenden Betrieben und Haushalten gefunden.

Vorbeugung

• Allgemeine Hygienemaßnahmen, wie periodische, gründliche Reinigung der Vorratslager, Schädlingsmonitoring, Temperaturmessung, Kühlung, Trocknung, Entsorgung von Gerümpel und Putzabfällen, Vernichtung bereits befallener Vorräte, mechanische Abhaltung der Käfer durch Abdichtung von Fenstern und Türen (Insektengitter), Isolierung von Decken, Wänden und Leitungen (Vermeidung von Kondenswasserbildung), Verputzen von Spalten, Rissen und porösen Wänden.
• Gründliche Reinigung von Ernte- und Transportmaschinen sowie von Lagerräumen vor Einlagerung der Ernte.
• Leerraumbehandlung mit einem anerkannten Insektizid oder Wärmebehandlung.
• Kühlung des Lagergutes auf 10-13 °C
Nachweis
• Periodische Temperaturmessung: ein Anstieg der Temperatur im Lagergut gibt Auskunft über das Vorhandensein von Vorratsschädlingen
• Probennahme mit einem Getreidestecher (Abb. links)
• Siebung der Proben mit einem Durchlaufsieb (Abb. rechts)
• Geräuschmessung: Feststellung der Fraßgeräusche der Larven durch Einbringen eines empfindlichen Mikrophons in die gelagerten Vorräte

Bekämpfung

• Inerte Stäube (Kieselgur) und Kontaktinsektizide ermöglichen bei entsprechender Verteilung im Lagergut eine erfolgreiche Bekämpfung adulter Käfer und Larven. In den Vorräten bereits abgelegte Eier werden jedoch nicht erfasst und führen bei Temperaturen über 15 °C zu einem neuerlichen Befall durch den Rotbraunen Leistenkopfplattkäfer.
• Eine sichere Abtötung gelingt mit gasförmigen Mitteln (Phosphorwasserstoff, s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) einschließlich inerter Gase (Stickstoff, Kohlenstoffdioxid) bei Einhaltung der zur Behandlung vorgegebenen Dosierungen, Temperaturen, Einwirkungszeiten und bei entsprechender Gasdichtheit der zu behandelnden Vorratslager.
• Thermische Behandlungen (60 °C für 3 Minuten) bzw. Kältebehandlungen (unter -10 °C) sind möglich aber aufgrund des Energieaufwandes nur für kleinere Partien zielführend.

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