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Reiskäfer

Sitophilus oryzae

Changed on: 23.05.2019
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Durch den Reiskäfer angefressene Körner
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Durch den Reiskäfer angefressene Körner

Der Reiskäfer ist mit dem Kornkäfer eng verwandt und ihm in Aussehen und Lebensweise sehr ähnlich. Er ist ein typischer Schädling des Lagergetreides in Lagerhäusern und bäuerlichen Betrieben. Der Reiskäfer stammt aus südlichen Ländern und wird bei uns immer wieder mit Reis oder Getreide eingeschleppt.

Schadorganismus

Der Reiskäfer gehört zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) und zeichnet sich durch seinen rüsselartig verlängerten Kopf aus. Die etwa 2,5 bis 3,5 mm rotbraunen Käfer sind durch vier undeutlich begrenzte, gelbbraune Flecken an den Flügeldecken und dem grob punktierten Halsschild leicht erkennbar. Der Reiskäfer ist im Gegensatz zum Kornkäfer flugfähig. Die Weibchen können bis zu 300 weißlich glänzende Eier ablegen und nagen dazu jeweils ein Loch in ein Getreidekorn, legen ein Ei hinein und verschließen die Höhlung anschließend mit einem Sekrettropfen. Die daraus schlüpfenden beinlosen Käferlarven sind weißlich gefärbt mit hellbrauner Kopfkapsel und verbringen ihr gesamtes Leben im Getreidekorn. Sie durchlaufen dabei 4 Larvenstadien, zuletzt verpuppen sie sich im Korn. Die Entwicklung von der Eiablage bis zum fertigen Insekt dauert bei 18° C 90 Tage, bei 26° C 33 Tage, ab 34° C findet kein Wachstum mehr statt.
Das Temperaturoptimum liegt bei 30° C. Die Lebensdauer der erwachsenen Käfer beträgt bei normalen mitteleuropäischen Temperaturen 3 bis 4 Monate. Das Hungervermögen der Käfer ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig und beträgt bei Zimmertemperatur 1-2 Wochen, bei Kälte entsprechend länger. Sämtliche Entwicklungsstadien sind in der Lage, Temperaturen um den Gefrierpunkt etwa eine Woche lang auszuhalten, daher ist eine Überwinterung in ungeheizten Lagerräumen bei niedrigen Temperaturen meistens möglich.

Schadsymptome

Erwachsene Reiskäfer sind als Primärschädlinge in der Lage, gesunde, unversehrte Getreidekörner zu befallen. Oft sind sie auch Wegbereiter für Sekundärschädlinge, welche bereits beschädigte Getreidekörner nutzen. Charakteristisch für Befall mit dem Reiskäfer sind durch die Fraßtätigkeit ausgehöhlte Getreidekörner. Bei hoher Befallsdichte sind Gewichtsverluste des Getreides zu verzeichnen. Bei starkem Befall kommt es durch die Fraßtätigkeit und den damit verbundenen Stoffwechselvorgängen zu einer Erhöhung der Temperatur im Lagergut, auch siedeln sich Pilze und Bakterien an. Das Lagergut verklumpt, wird ungenießbar und nimmt einen muffigen, zuletzt jaucheähnlichen Geruch an. Infolge der Kondenswasserbildung beginnt das gelagerte Getreide an der Oberfläche auszuwachsen.

Nahrung

Die Entwicklung der Larven ist nur im ganzen Getreidekorn möglich und daher in losen Substraten, wie Mehl auszuschließen. Die erwachsenen Käfer fressen hingegen auch an Getreideprodukten, wie Mehl, Grieß und Teigwaren.

Verbreitung

Reiskäfer leben in den Tropen im Freiland und befallen dort Reiskörner direkt auf den Feldern.
In Mitteleuropa vermögen sie allerdings ausschließlich in beheizten Gebäuden zu überleben.
Sie kommen in Lagern und Vorräten aller Art vor und können auch verschleppt im Haushalt auftreten.
In den Tropen fliegen Reiskäfer regelmäßig von den Speichern ins Freiland, wo sie die Halme direkt auf den Reisfeldern befallen.
Nach der Ernte gelangen sie von dort aus wieder zurück in die Speicher.
Durch die Globalisierung ist der Reiskäfer weltweit verbreitet. In vielen Ländern ist er einer der bedeutendsten Schädlinge an lagerndem Getreide. 

Vorbeugung

Nachweis

• Periodische Temperaturmessung: ein Anstieg der Temperatur im Lagergut gibt Auskunft über das Vorhandensein von Vorratsschädlingen
• Probennahme mit einem Getreidestecher (Abb. links)
• Siebung der Proben mit einem Durchlaufsieb (Abb. rechts)
• Schwimmtest: befallene, ausgehöhlte Getreidekörner des mittels Getreidestecher bemusterten Getreides schwimmen auf der Oberfläche des Wassers und können auf Reiskäferlarven untersucht werden
• Geräuschmessung: Feststellung der Fraßgeräusche der Larven durch Einbringen eines empfindlichen Mikrophons in die gelagerten Vorräte

Bekämpfung

Die Bekämpfung des Reiskäfers und seiner Larvenstadien erfordert aufgrund der geschützten Larvenentwicklung im Inneren des Getreidekorns einen erhöhten Aufwand.

• Inerte Stäube (Kieselgur) und Kontaktinsektizide ermöglichen bei entsprechender Verteilung im Lagergut eine erfolgreiche Bekämpfung adulter Käfer. Larven und im Korn abgelegte Eier werden jedoch nicht erfasst und können sich im Inneren des Getreidekorns ungehindert weiterentwickeln.

• Eine sichere Abtötung aller Stadien gelingt mit gasförmigen Mitteln (Phosphorwasserstoff, s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) einschließlich inerter Gase (Stickstoff, Kohlenstoffdioxid) bei Einhaltung der zur Behandlung vorgegebenen Dosierung, Temperatur, Einwirkungszeit und bei entsprechender Gasdichtheit der zu behandelnden Vorratslager.

• Thermische Behandlungen (60° C für 3 Minuten) bzw. Kältebehandlungen (unter -10° C) sind möglich, aber aufgrund des Energieaufwandes nur für kleinere Partien zielführend.

• Biologische Bekämpfung durch Freilassung der Erzwespe Lariophagus distinguendus. Dieses nützliche Insekt findet die verborgen im Getreide lebenden Reiskäferlarven und Puppen dank seines guten Geruchsinns. Die etwa 3 mm großen Weibchen paralysierendie im Substrat aufgefundene Käferlarve durch Einbohren ihres Legebohrers in den Körper der Käferlarve. Anschließend wird ein Ei neben der Käferlarve abgelegt. Die innerhalb von 1-2 Tagen schlüpfende Larve der Schlupfwespe frisst die Käferlarve auf. Ein erfolgreicher Einsatz dieser Nützlinge erfordert Lagertemperaturen zwischen 15 und 30° C, eine fachgerechte Lagerung, Hygienemaßnahmen sowie ein Schädlingsmonitoring. Die Ausbringung der Nützlinge sollte vorbeugend etwa 4 Wochen nach Einlagerung der Ernte erfolgen. Die Aufwandmenge beträgt 2 Weibchen/Tonne. Dieser Nützling zur Bekämpfung des Reiskäfers ist derzeit in Österreich nicht zugelassen. • Allgemeine Hygienemaßnahmen, wie periodische, gründliche Reinigung der Vorratslager, Schädlingsmonitoring, Temperaturmessung, Kühlung, Trocknung, Entsorgung von Gerümpel und Putzabfällen, Vernichtung bereits befallener Vorräte, mechanische Abhaltung der Käfer durch Abdichtung von Fenstern und Türen (Insektengitter), Isolierung von Decken, Wänden und Leitungen (Vermeidung von Kondenswasserbildung), Verputzen von Spalten, Rissen und porösen Wänden.

• Gründliche Reinigung von Ernte- und Transportmaschinen sowie von Lagerräumen vor Einlagerung der Ernte.

• Leeraumbehandlung mit einem anerkannten Insektizid oder Wärmebehandlung.

• Kühlung des Lagergutes auf 10-13°C Die Käfer stammen aus den Tropen und leben dort auch im Freiland. Bei uns werden sie immer wieder eingeschleppt, sind jedoch auf alle Arten von Lagern beschränkt.

Durch den Reiskäfer angefressene Körner
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Durch den Reiskäfer angefressene Körner

Der Reiskäfer ist mit dem Kornkäfer eng verwandt und ihm in Aussehen und Lebensweise sehr ähnlich. Er ist ein typischer Schädling des Lagergetreides in Lagerhäusern und bäuerlichen Betrieben. Der Reiskäfer stammt aus südlichen Ländern und wird bei uns immer wieder mit Reis oder Getreide eingeschleppt.

Schadorganismus

Der Reiskäfer gehört zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) und zeichnet sich durch seinen rüsselartig verlängerten Kopf aus. Die etwa 2,5 bis 3,5 mm rotbraunen Käfer sind durch vier undeutlich begrenzte, gelbbraune Flecken an den Flügeldecken und dem grob punktierten Halsschild leicht erkennbar. Der Reiskäfer ist im Gegensatz zum Kornkäfer flugfähig. Die Weibchen können bis zu 300 weißlich glänzende Eier ablegen und nagen dazu jeweils ein Loch in ein Getreidekorn, legen ein Ei hinein und verschließen die Höhlung anschließend mit einem Sekrettropfen. Die daraus schlüpfenden beinlosen Käferlarven sind weißlich gefärbt mit hellbrauner Kopfkapsel und verbringen ihr gesamtes Leben im Getreidekorn. Sie durchlaufen dabei 4 Larvenstadien, zuletzt verpuppen sie sich im Korn. Die Entwicklung von der Eiablage bis zum fertigen Insekt dauert bei 18° C 90 Tage, bei 26° C 33 Tage, ab 34° C findet kein Wachstum mehr statt.
Das Temperaturoptimum liegt bei 30° C. Die Lebensdauer der erwachsenen Käfer beträgt bei normalen mitteleuropäischen Temperaturen 3 bis 4 Monate. Das Hungervermögen der Käfer ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig und beträgt bei Zimmertemperatur 1-2 Wochen, bei Kälte entsprechend länger. Sämtliche Entwicklungsstadien sind in der Lage, Temperaturen um den Gefrierpunkt etwa eine Woche lang auszuhalten, daher ist eine Überwinterung in ungeheizten Lagerräumen bei niedrigen Temperaturen meistens möglich.

Schadsymptome

Erwachsene Reiskäfer sind als Primärschädlinge in der Lage, gesunde, unversehrte Getreidekörner zu befallen. Oft sind sie auch Wegbereiter für Sekundärschädlinge, welche bereits beschädigte Getreidekörner nutzen. Charakteristisch für Befall mit dem Reiskäfer sind durch die Fraßtätigkeit ausgehöhlte Getreidekörner. Bei hoher Befallsdichte sind Gewichtsverluste des Getreides zu verzeichnen. Bei starkem Befall kommt es durch die Fraßtätigkeit und den damit verbundenen Stoffwechselvorgängen zu einer Erhöhung der Temperatur im Lagergut, auch siedeln sich Pilze und Bakterien an. Das Lagergut verklumpt, wird ungenießbar und nimmt einen muffigen, zuletzt jaucheähnlichen Geruch an. Infolge der Kondenswasserbildung beginnt das gelagerte Getreide an der Oberfläche auszuwachsen.

Nahrung

Die Entwicklung der Larven ist nur im ganzen Getreidekorn möglich und daher in losen Substraten, wie Mehl auszuschließen. Die erwachsenen Käfer fressen hingegen auch an Getreideprodukten, wie Mehl, Grieß und Teigwaren.

Verbreitung

Reiskäfer leben in den Tropen im Freiland und befallen dort Reiskörner direkt auf den Feldern.
In Mitteleuropa vermögen sie allerdings ausschließlich in beheizten Gebäuden zu überleben.
Sie kommen in Lagern und Vorräten aller Art vor und können auch verschleppt im Haushalt auftreten.
In den Tropen fliegen Reiskäfer regelmäßig von den Speichern ins Freiland, wo sie die Halme direkt auf den Reisfeldern befallen.
Nach der Ernte gelangen sie von dort aus wieder zurück in die Speicher.
Durch die Globalisierung ist der Reiskäfer weltweit verbreitet. In vielen Ländern ist er einer der bedeutendsten Schädlinge an lagerndem Getreide. 

Vorbeugung

Nachweis

• Periodische Temperaturmessung: ein Anstieg der Temperatur im Lagergut gibt Auskunft über das Vorhandensein von Vorratsschädlingen
• Probennahme mit einem Getreidestecher (Abb. links)
• Siebung der Proben mit einem Durchlaufsieb (Abb. rechts)
• Schwimmtest: befallene, ausgehöhlte Getreidekörner des mittels Getreidestecher bemusterten Getreides schwimmen auf der Oberfläche des Wassers und können auf Reiskäferlarven untersucht werden
• Geräuschmessung: Feststellung der Fraßgeräusche der Larven durch Einbringen eines empfindlichen Mikrophons in die gelagerten Vorräte

Bekämpfung

Die Bekämpfung des Reiskäfers und seiner Larvenstadien erfordert aufgrund der geschützten Larvenentwicklung im Inneren des Getreidekorns einen erhöhten Aufwand.

• Inerte Stäube (Kieselgur) und Kontaktinsektizide ermöglichen bei entsprechender Verteilung im Lagergut eine erfolgreiche Bekämpfung adulter Käfer. Larven und im Korn abgelegte Eier werden jedoch nicht erfasst und können sich im Inneren des Getreidekorns ungehindert weiterentwickeln.

• Eine sichere Abtötung aller Stadien gelingt mit gasförmigen Mitteln (Phosphorwasserstoff, s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) einschließlich inerter Gase (Stickstoff, Kohlenstoffdioxid) bei Einhaltung der zur Behandlung vorgegebenen Dosierung, Temperatur, Einwirkungszeit und bei entsprechender Gasdichtheit der zu behandelnden Vorratslager.

• Thermische Behandlungen (60° C für 3 Minuten) bzw. Kältebehandlungen (unter -10° C) sind möglich, aber aufgrund des Energieaufwandes nur für kleinere Partien zielführend.

• Biologische Bekämpfung durch Freilassung der Erzwespe Lariophagus distinguendus. Dieses nützliche Insekt findet die verborgen im Getreide lebenden Reiskäferlarven und Puppen dank seines guten Geruchsinns. Die etwa 3 mm großen Weibchen paralysierendie im Substrat aufgefundene Käferlarve durch Einbohren ihres Legebohrers in den Körper der Käferlarve. Anschließend wird ein Ei neben der Käferlarve abgelegt. Die innerhalb von 1-2 Tagen schlüpfende Larve der Schlupfwespe frisst die Käferlarve auf. Ein erfolgreicher Einsatz dieser Nützlinge erfordert Lagertemperaturen zwischen 15 und 30° C, eine fachgerechte Lagerung, Hygienemaßnahmen sowie ein Schädlingsmonitoring. Die Ausbringung der Nützlinge sollte vorbeugend etwa 4 Wochen nach Einlagerung der Ernte erfolgen. Die Aufwandmenge beträgt 2 Weibchen/Tonne. Dieser Nützling zur Bekämpfung des Reiskäfers ist derzeit in Österreich nicht zugelassen. • Allgemeine Hygienemaßnahmen, wie periodische, gründliche Reinigung der Vorratslager, Schädlingsmonitoring, Temperaturmessung, Kühlung, Trocknung, Entsorgung von Gerümpel und Putzabfällen, Vernichtung bereits befallener Vorräte, mechanische Abhaltung der Käfer durch Abdichtung von Fenstern und Türen (Insektengitter), Isolierung von Decken, Wänden und Leitungen (Vermeidung von Kondenswasserbildung), Verputzen von Spalten, Rissen und porösen Wänden.

• Gründliche Reinigung von Ernte- und Transportmaschinen sowie von Lagerräumen vor Einlagerung der Ernte.

• Leeraumbehandlung mit einem anerkannten Insektizid oder Wärmebehandlung.

• Kühlung des Lagergutes auf 10-13°C Die Käfer stammen aus den Tropen und leben dort auch im Freiland. Bei uns werden sie immer wieder eingeschleppt, sind jedoch auf alle Arten von Lagern beschränkt.

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Reiskäfer adult
Reiskäfer adult
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Erzwespe Lariophagus distinguendus) ist ein Parasit
Erzwespe Lariophagus distinguendus) ist ein Parasit
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Durch den Reiskäfer angefressene Körner
Durch den Reiskäfer angefressene Körner
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