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Rapsstängelrüssler

Ceutorhynchus napi

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Changed on: 08.07.2019
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Rapsstängelrüssler
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Rapsstängelrüssler

In Rapsfeldern werden mehrere Arten von Rüsselkäfern angetroffen, deren Larven in den Rapsstängeln leben. Der Rapsstängelrüssler (Ceutorhynchus napi) richtet die größten Schäden an. Daneben wird auch noch der Kleine oder Gefleckte Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus pallidactylus) gefunden. Im Folgenden wird aber lediglich der Rapsstängelrüssler behandelt.

Schadorganismus

Der Kopf des nur 4 mm messenden Rapsstängelrüsslers ist rüsselförmig verlängert und trägt gekniete, 7-gliedrige Fühler. Seine dunkle Körperoberfläche ist stark sklerotisiert und von regelmäßig angeordneten weißlichen Schuppenhaaren bedeckt, sodass er grau gestreift erscheint.

Die erwachsenen Käfer überwintern fertig entwickelt teils noch in den Puppenwiegen des Vorjahres, aber auch an geschützten Stellen, wie der Bodenstreu von Gebüschen, Waldrändern oder Hecken. Sobald die Lufttemperaturen 12°C übersteigen, beginnen die Weibchen Rapsfelder anzufliegen. Dies ist meist ab März der Fall.

Nach einem etwa 10-tägigen Reifungsfraß nagt das Weibchen zur Eiablage Löcher in den Rapsstängel und sondert dabei einen chemischen Stoff ab, der das Pflanzengewebe zu Gewebswucherungen anregt. Im Anschluss daran wendet sich das Weibchen und legt jeweils ein Ei in jede dieser Höhlungen - danach verheilt das Gewebe wieder. Die durchsichtigen Eier sind völlig im Blattgewebe verborgen.

Jedes Weibchen legt auf diese Weise durchschnittlich 150 Eier. Nach ca. 6 Tagen schlüpfen beinlose Larven, welche eine hellbraune Kopfkapsel tragen und beginnen im Inneren der Stängel zu fressen. Dabei legen sie Fraßgänge an, in denen sie sich langsam Richtung Boden vorarbeiten.
Zur Verpuppung verlassen die Larven ihre Wirtspflanze und verwandeln sich in einer kleinen, selbst gegrabenen Erdhöhle zur Puppe. Erwachsene Käfer verlassen diese Puppenwiege jedoch teilweise erst im nächsten Frühjahr.

Während sich die Hauptmasse der Käferlarven im Frühjahr an Raps entwickelt, können Nachzügler etwas später im Jahr auch an Kohlgemüse, Radieschen oder Kren gefunden werden. Der ebenfalls in Rapsfeldern lebende bis 3,5 mm messende Kohlschotenrüssler erlangt durch feine weiße Schuppenhaare ebenfalls ein graues Aussehen, zeigt aber eine zarte Mittellinie am Halsschild. Da er erst ab der Blütezeit von Raps fliegt, besteht aber keine Verwechslungsgefahr.

Schadbild

An Rapsstängeln sind im April und Mai Fraßgänge samt Käferlarven zu finden. Oft leben in jedem Stängel zahlreiche Larven, sodass solche Triebe dann richtiggehend ausgehöhlt erscheinen. Oft kommt es auch zu einer Verkrümmung des Triebes und einem Aufplatzen des Stängels. Solche Pflanzen wachsen schlecht und bleiben im Ertrag stark zurück.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Rapsstängelrüssler sind in allen Anbaugebieten von Raps, Kohlgemüse oder Kren meist sehr häufig.
Der Schädling lebt an verschiedensten Arten von Kreuzblütlern. Welche davon befallen werden, hängt in erster Linie von deren Verfügbarkeit ab: beispielsweise sind im zeitigen Frühjahr nach der Überwinterung hauptsächlich Winterraps und Kohlsamenträger vorhanden. Kohlgemüse, Kren oder Radieschen werden hingegen erst später durch Nachzügler befallen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bekämpfungsmaßnahmen an Raps erfolgen durch chemische Bekämpfung der erwachsenen Käfer mit Mitteln gegen Rapsstängelrüssler oder Beißende Insekten an Raps. Dies sind derzeit verschiedene Pyrethroide.

Der beste Applikationszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr sobald die ersten Käfer fliegen, aber noch keine Eier abgelegt wurden. Eier oder Larven in den Rapsstängeln sind sehr gut geschützt und chemisch nicht bekämpfbar. Wenn die Behandlung zu früh erfolgt und der Zuflug von den Winterquartieren noch nicht abgeschlossen ist, muss unter Umständen eine zweite Behandlung durchgeführt werden.

Um den Flug des Rapsstängelrüsslers zu ermitteln, stellt man gelbe wassergefüllte Farbschalen im Rapsfeld auf. Diese „Gelbschalen“ müssen im Rapsbestand an einer warmen Stelle stehen und täglich nach den Käfern kontrolliert werden. Es empfiehlt sich, einige Tropfen Spülmittel hinzuzufügen und auch etwas Spiritus, um das Frieren nach kalten Nächten zu verhindern. Während die Käfer beim Zuflug gut in Gelbschalen gefangen werden können, ist dies mit Einsetzen der Eiablage nicht mehr der Fall.

Als Schwellenwert für Spritzmaßnahmen wird in der Literatur etwa drei Käfer je Gelbschale und Tag angeführt. Der lokal angepasste Schwellenwert kann davon aber abweichen und wesentlich höher liegen. Es empfiehlt sich, genaue Aufzeichnungen auch über den Erfolg der Maßnahme zu führen, damit Erfahrungen für die nächsten Jahre erhalten bleiben.

Rapsstängelrüssler
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Rapsstängelrüssler

In Rapsfeldern werden mehrere Arten von Rüsselkäfern angetroffen, deren Larven in den Rapsstängeln leben. Der Rapsstängelrüssler (Ceutorhynchus napi) richtet die größten Schäden an. Daneben wird auch noch der Kleine oder Gefleckte Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus pallidactylus) gefunden. Im Folgenden wird aber lediglich der Rapsstängelrüssler behandelt.

Schadorganismus

Der Kopf des nur 4 mm messenden Rapsstängelrüsslers ist rüsselförmig verlängert und trägt gekniete, 7-gliedrige Fühler. Seine dunkle Körperoberfläche ist stark sklerotisiert und von regelmäßig angeordneten weißlichen Schuppenhaaren bedeckt, sodass er grau gestreift erscheint.

Die erwachsenen Käfer überwintern fertig entwickelt teils noch in den Puppenwiegen des Vorjahres, aber auch an geschützten Stellen, wie der Bodenstreu von Gebüschen, Waldrändern oder Hecken. Sobald die Lufttemperaturen 12°C übersteigen, beginnen die Weibchen Rapsfelder anzufliegen. Dies ist meist ab März der Fall.

Nach einem etwa 10-tägigen Reifungsfraß nagt das Weibchen zur Eiablage Löcher in den Rapsstängel und sondert dabei einen chemischen Stoff ab, der das Pflanzengewebe zu Gewebswucherungen anregt. Im Anschluss daran wendet sich das Weibchen und legt jeweils ein Ei in jede dieser Höhlungen - danach verheilt das Gewebe wieder. Die durchsichtigen Eier sind völlig im Blattgewebe verborgen.

Jedes Weibchen legt auf diese Weise durchschnittlich 150 Eier. Nach ca. 6 Tagen schlüpfen beinlose Larven, welche eine hellbraune Kopfkapsel tragen und beginnen im Inneren der Stängel zu fressen. Dabei legen sie Fraßgänge an, in denen sie sich langsam Richtung Boden vorarbeiten.
Zur Verpuppung verlassen die Larven ihre Wirtspflanze und verwandeln sich in einer kleinen, selbst gegrabenen Erdhöhle zur Puppe. Erwachsene Käfer verlassen diese Puppenwiege jedoch teilweise erst im nächsten Frühjahr.

Während sich die Hauptmasse der Käferlarven im Frühjahr an Raps entwickelt, können Nachzügler etwas später im Jahr auch an Kohlgemüse, Radieschen oder Kren gefunden werden. Der ebenfalls in Rapsfeldern lebende bis 3,5 mm messende Kohlschotenrüssler erlangt durch feine weiße Schuppenhaare ebenfalls ein graues Aussehen, zeigt aber eine zarte Mittellinie am Halsschild. Da er erst ab der Blütezeit von Raps fliegt, besteht aber keine Verwechslungsgefahr.

Schadbild

An Rapsstängeln sind im April und Mai Fraßgänge samt Käferlarven zu finden. Oft leben in jedem Stängel zahlreiche Larven, sodass solche Triebe dann richtiggehend ausgehöhlt erscheinen. Oft kommt es auch zu einer Verkrümmung des Triebes und einem Aufplatzen des Stängels. Solche Pflanzen wachsen schlecht und bleiben im Ertrag stark zurück.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Rapsstängelrüssler sind in allen Anbaugebieten von Raps, Kohlgemüse oder Kren meist sehr häufig.
Der Schädling lebt an verschiedensten Arten von Kreuzblütlern. Welche davon befallen werden, hängt in erster Linie von deren Verfügbarkeit ab: beispielsweise sind im zeitigen Frühjahr nach der Überwinterung hauptsächlich Winterraps und Kohlsamenträger vorhanden. Kohlgemüse, Kren oder Radieschen werden hingegen erst später durch Nachzügler befallen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bekämpfungsmaßnahmen an Raps erfolgen durch chemische Bekämpfung der erwachsenen Käfer mit Mitteln gegen Rapsstängelrüssler oder Beißende Insekten an Raps. Dies sind derzeit verschiedene Pyrethroide.

Der beste Applikationszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr sobald die ersten Käfer fliegen, aber noch keine Eier abgelegt wurden. Eier oder Larven in den Rapsstängeln sind sehr gut geschützt und chemisch nicht bekämpfbar. Wenn die Behandlung zu früh erfolgt und der Zuflug von den Winterquartieren noch nicht abgeschlossen ist, muss unter Umständen eine zweite Behandlung durchgeführt werden.

Um den Flug des Rapsstängelrüsslers zu ermitteln, stellt man gelbe wassergefüllte Farbschalen im Rapsfeld auf. Diese „Gelbschalen“ müssen im Rapsbestand an einer warmen Stelle stehen und täglich nach den Käfern kontrolliert werden. Es empfiehlt sich, einige Tropfen Spülmittel hinzuzufügen und auch etwas Spiritus, um das Frieren nach kalten Nächten zu verhindern. Während die Käfer beim Zuflug gut in Gelbschalen gefangen werden können, ist dies mit Einsetzen der Eiablage nicht mehr der Fall.

Als Schwellenwert für Spritzmaßnahmen wird in der Literatur etwa drei Käfer je Gelbschale und Tag angeführt. Der lokal angepasste Schwellenwert kann davon aber abweichen und wesentlich höher liegen. Es empfiehlt sich, genaue Aufzeichnungen auch über den Erfolg der Maßnahme zu führen, damit Erfahrungen für die nächsten Jahre erhalten bleiben.

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Larve des Rapsstängelrüsslers
Larve des Rapsstängelrüsslers
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Schadbild Rapsstängelrüsseler
Schadbild Rapsstängelrüsseler
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Rapsstängelrüssler
Rapsstängelrüssler

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