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Pfirsichwickler

Grapholita molesta

Changed on: 13.05.2019
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Der Pfirsichwickler (Grapholita molesta) ist ein bedeutender schädlicher Schmetterling an Pfirsich und Marille, befällt jedoch auch weitere Stein- und Kernobstkulturen. Die Larven zerstören die Triebspitzen und fressen in den Früchten wo sie das Fruchtfleisch zerstören und die Früchte ungenießbar machen.

Schadorganismus

Der Pfirsichwickler (auch Pfirsichtriebbohrer oder Pfirsichtriebwickler genannt) (Grapholita molesta) wird, wie der in Aussehen und Lebensweise sehr ähnliche Pflaumenwickler, der Familie der Wickler (Tortricidae) zugeordnet.
Nach der Überwinterung im letzten Larvenstadium, welches in einem Kokon geschützt in Rinden- oder in Erdspalten überdauert hat, verpuppen sich die Larven (Raupen) bei Temperaturen über 10°C. Aus den Puppen schlüpfen ca. ab Ende April die Falter (Adulte) der ersten Generation. Die gräulich-dunklen Falter halten in ruhender Position ihre Flügel dachförmig über dem Körper und ihre Antennen darüber nach hinten gerichtet. Sie erreichen geöffnet eine Flügelspannweite von 10 - 16 mm. Die Weibchen beginnen bald nach dem Schlupf mit der Eiablage welche einzeln meist an der Unterseite von Blättern nahe der Triebspitze von jungen Zweigen geschieht. Jedes Weibchen kann bis zu 200 der etwa 0,7 mm großen, anfangs transparenten, später weißlich bis gelben Eier ablegen. Die daraus schlüpfenden Raupen erreichen eine Länge von bis zu 12 mm und sind von rötlicher Farbe, wobei die Kopfkapsel braun gefärbt ist. Die Larven der hierzulande bis zu drei Generationen fressen zu Saisonbeginn zumeist in den Trieben junger Zweige, später jedoch auch an oder in den Früchten und entwickeln sich dort. Die Verpuppung erfolgt in Kokons an Früchten, in Zweigachseln oder unter Rindenstücken. Die ausgewachsenen Larven der letzten Generation jedoch positionieren die Kokons in Ritzen oder unebenen Stellen am Stamm oder an Zweigen, jedoch teilweise auch in eingetrockneten Früchten oder Ritzen am Boden unterhalb des Wirtsbaumes um dort zu überwintern.
Die Entwicklungsdauer ebenso wie die Generationenzahl ist temperaturabhängig und daher regional unterschiedlich. Die drei in Österreich (in Pfirsichanbauregionen) möglichen Generationen haben ihre Flughöhepunkte im Mai, Juni und September wobei die dritte Generation am stärksten ist und dadurch speziell für spätreifende Sorten erhöhten Befall mit sich bringen kann.

Symptome

Befallene Triebspitzen welken, trocknen ein und zeigen häufig ein charakteristisches fahnenartiges Aussehen. Teilweise reagieren die Pflanzen darauf mit verstärkter Nebentrieb-Bildung was bei starkem Befall zu einem buschigen Aussehen führen kann.
Befallene Früchte können – neben äußeren Fraßspuren - austretende und erstarrte Flüssigkeitstropfen (Gummifluss) aufweisen. In Kelch- oder Stielbuchten oder am Berührungspunkt zweier Früchte können auch bräunliche Kotkrümel oder Einbohr-Öffnungen gefunden werden. Innerhalb befallener Früchte ist das Fruchtfleisch teilweise zerstört. Eventuell kann man noch eine bis zu 12 mm lange, rötliche Raupe finden.
Die durch den Pfirsichtriebwickler verursachten Schadsymptome können mit jenen der Pfirsichmotte (Anarsia lineatella) verwechselt werden.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Der Pfirsichwickler, der ursprünglich aus dem Fernen Osten stammt, tritt mittlerweile in den gemäßigten Regionen aller Kontinente auf und ist in Europa weit verbreitet.
Hauptwirtspflanzen des Pfirsichwicklers sind Marille (Prunus armeniaca) und Pfirsich (P. persica). Der Pfirsichwickler kann jedoch auch an einer Reihe weiterer Stein- und Kernobstkulturen schädlich werden, darunter Kirsche (P. avium), Pflaume und Zwetschke (P. domestica) sowie weitere Prunus-Arten, ebenso wie an Apfel (Malus spp.) und Birne (Pyrus spp.).

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zum Feststellen des Auftretens (Monitoring, Vorbeugung) sowie zur Ermittlung von Behandlungsterminen: Fallen (z. B. Deltafallen) zum Abfangen der Adulten unter Verwendung von Lockstoffen (Pheromone oder Fraßködern). Zu beachten ist die Ähnlichkeit des Pheromons zu jenem des Pflaumenwicklers was gleichzeitige Fänge auch dieser Art bewirken kann. Die Falter des Pfirsichwicklers und des Pflaumenwicklers (Cydia funebrana) sind morphologisch in den Fallen schwer unterscheidbar (gegebenenfalls Genitalpreparation nötig)
  • Sortenwahl: Spätreifende Sorten sind häufiger von Schäden betroffen, da sie von der dritten und stärksten Generation befallen werden.
  • Hygiene in der Obstanlage kann den Befallsdruck reduzieren – regelmäßiges Entfernen und schadloses Vernichten von befallenem Pflanzenmaterial.
  • Pflanzenschutzmittel (PSM) gegen diesen Schaderreger sind im Verzeichnis der in Österreich zugelassenen/genehmigten Pflanzenschutzmittel gelistet.
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Pfirsichwickler - erwachsenes Männchen
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Pfirsichwickler - geschädigte Frucht
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Pfirsichwickler - Triebschädigung
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Pfirsichwickler - Larve in Trieb
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