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Pfirsichmotte

Anarsia lineatella

Changed on: 13.05.2019
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Pfirsichmotte

Die Pfirsichmotte (Anarsia lineatella) ist ein bedeutender schädlicher Schmetterling an Pfirsich und Marille. Die Larven (Raupen) zerstören die Triebspitzen und fressen in den Früchten wo sie das Fruchtfleisch zerstören und die Früchte ungenießbar machen.

Schadorganismus

Die Pfirsichmotte (Anarsia lineatella) gehört im Unterschied zum Pfirsichwickler (Grapholita molesta, Tortricidae) zur Familie der Palpenmotten (Gelechiidae). Die Aktivität der Pfirsichmotte beginnt im Frühjahr damit, dass die überwinternden jungen Larven (Raupen, zweites Larvenstadium) sich aus den schützenden Kokons in Zweiggabeln oder Rindenverstecken hin zu den frischen Trieben begeben. Sie bohren sich in die Triebe ein, fressen im Mark triebabwärts und zerstören dabei im Schädigungs-Verlauf mehrere Triebe. Die braunen Larven mit hellrosa gefärbten Zwischensegmentzonen und schwarzer Kopffärbung können bis zu 12 mm lang werden. Zur Verpuppung spinnen sie sich bevorzugt in zusammengefaltete Blätter ein. Ein bis zwei Wochen nach der Verpuppung erfolgt der erste Falterschlupf, was im österreichischen Pfirsichanbaugebiet etwa ab Mitte Mai der Fall sein kann. Die grauen Falter sind etwa 14 mm lang und zeichnen sich durch lanzettförmige Vorderflügel mit kleinen schwarzen Punkten sowie hellere Hinterflügel aus. Die Falter sind dämmerungs- und nachtaktiv. Der Höhepunkt der Flugphase der ersten Generation liegt etwa im Juni. Die Weibchen dieser Generation legen ihre Eier meist einzeln auf die Blattunterseite. Von dort begeben sich die schlüpfenden Larven zu den Früchten um sich einzubohren und unter der Fruchtschale zur fressen. Sind keine oder nur wenige Früchte vorhanden werden wieder Triebspitzen befallen. Die Verpuppung erfolgt an Fruchtstielen oder zwischen Blättern. Die Weibchen der nachfolgenden Generation, mit Flughöhepunkt etwa im August, legen die Eier teilweise bereits an Rindenstellen ab, da die schlüpfenden Raupen die Überwinterungsgeneration bilden.

Symptome

Befallene Triebspitzen welken, trocknen ein und zeigen häufig ein charakteristisches fahnenartiges Aussehen. Auf befallenen Früchten sind dunkle, eingesunkene Stellen auf der Fruchtschale zu erkennen, ebenso wie Tropfen erstarrter Flüssigkeit (Gummifluss) und braune Kotkrümel.
In der Frucht dicht unter der Schale ist das Fruchtfleisch zerstört, mit Kot durchsetzt und faulig; eventuell können Larven (Raupen) gefunden werden. An den Früchten oder auch zwischen Blätter eingesponnen können Kokons bzw. Puppen gesichtet werden.
Aufgrund der vermehrten Sonneneinstrahlung, welche zu früherem Heranreifen der Früchte führt, weisen die oberen Baumabschnitte häufig einen höheren Befall auf.
Verwechslungsmöglichkeit der Symptome besteht beispielsweise mit jenen des Pfirsichwicklers (Grapholita molesta).

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die Pfirsichmotte ist in Europa, im nördlichen Afrika, in Nordamerika sowie in Teilen Asiens verbreitet.

Hauptwirtspflanzen der Pfirsichmotte sind Marille (Prunus armeniaca) und Pfirsich (P. persica). Sie kann jedoch auch an einer Reihe weiterer Obstkulturen schädlich werden, darunter Pflaume und Zwetschke (P. domestica) ebenso wie Kirsche (P. avium), Apfel (Malus spp.) und Birne (Pyrus spp.).

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zum Feststellen des Auftretens (Monitoring, Vorbeugung) sowie zur Ermittlung von Behandlungsterminen: Fallen (z.B. Deltafallen) zum Abfangen der Adulten unter Verwendung von Lockstoffen (Pheromone)
  • Hygiene in der Obstanlage – regelmäßiges Entfernen und schadloses Vernichten von befallenem Pflanzenmaterial (befallene Triebe und Früchte entfernen solange die Larven noch darin sind)
  • Pflanzenschutzmittel (PSM) gegen diesen Schaderreger sind im Verzeichnis der in Österreich zugelassenen/genehmigten Pflanzenschutzmittel gelistet.

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Pfirsichmotte Schadbild
Pfirsichmotte Schadbild
Pfirsichmotte adult
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