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Orientalische Fruchtfliege

Bactrocera dorsalis

Changed on: 13.05.2019
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Orientalische Fruchtfliege

Orientalische Fruchtfliege

Bactrocera dorsalis

Einleitung

Die Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis) zählt zu den bedeutendsten schädlichen Fruchtfliegenarten weltweit. Sie kann die Früchte einer Vielzahl von Obst- und Gemüsekulturen befallen. Die in den Früchten fressenden Larven (Maden) zerstören das Fruchtfleisch und machen die Früchte ungenießbar.

Außereuropäische Populationen von Fruchtfliegen (Tephritidae) sind gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismen gelistet und unterliegen dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Schadorganismus

Die Orientalische Fruchtfliege - Bactrocera dorsalis - gehört zur Familie der Fruchtfliegen (Tephritidae). Sie ist auch unter einer Reihe von Synonymen bekannt, darunter B. invadens, B. papayae, B. philippinensis, B. variabiblis und B. ferruginea und ist die zentrale Art im gleichnamigen Artenkomplex (Bactrocera dorsalis complex) welcher eine Vielzahl teilweise kaum unterscheidbarer Arten beinhaltet.

Die erwachsenen Fliegen sind ca. 5 mm groß, schwarz-braun gefärbt mit gelbem Rückenschildchen und einem durchgängigen dunklen Streifen am vorderen Flügelrand.

Die Weibchen legen die Eier unter die Haut reifender Früchte. Aus den Eiern schlüpfen die Larven (Maden, cremefarben, bis zu 10 mm lang), welche in den Früchten fressen und sich dort entwickeln. Anschließend verlassen sie die Früchte und lassen sich zu Boden fallen. Im Boden unter der Wirtspflanze erfolgt die Verpuppung und aus den Puppen schlüpfen die erwachsenen Tiere. Der gesamte Entwicklungszyklus ist temperaturabhängig und dauert unter optimalen Bedingungen (23° - 32°C) nur wenige Wochen.

Die Möglichkeit einer Etablierung hierzulande kann nicht ausgeschlossen werden, da sich bei ungünstigen Bedingungen die Dauer der einzelnen Entwicklungsstadien deutlich verlängern kann und auf diese Weise eventuell auch hiesige Wintertemperaturen an geschützten Orten überstanden werden könnten. Aufgrund fehlender Erfahrungswerte kann die hierzulande mögliche Generationenzahl noch nicht abgeschätzt werden.

Symptome

Befallene Früchte weisen gewöhnlich punktförmige, z.T. auch nekrotische, Eiablage-Einstichstellen auf. Zusätzlich sieht man bei Früchten mit hohem Zuckergehalt, wie z.B. bei Pfirsichen, neben der Einstichstelle eine abgesonderte, erstarrte, zuckerhaltige Flüssigkeit. In den Früchten findet man die fressenden Larven (Maden), welche das Fruchtfleisch zerstören und in Folge auch das Faulen der Frucht bedingen können.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die Orientalische Fruchtfliege ist unter den verschiedenen Synonymen im tropischen Asien und Ozeanien (B. dorsalis, B. papayae, B. philippinensis) sowie in Afrika südlich der Sahara (B. invadens) vertreten. Dabei dürfte die Präsenz am afrikanischen Kontinent bereits auf Einschleppungen aus den vergangenen zwei Jahrzehnten zurückzuführen sein. Einzelne Einschleppungen sind auch für andere Regionen bzw. Kontinente bekannt, z.B. die Vereinigten Arabischen Emirate. Eine etablierte Population am europäischen Festland ist nicht bekannt.

Die Verbreitung der Orientalischen Fruchtfliege kann passiv oder aktiv erfolgen. Passiv erfolgt sie durch den Transport von befallenen Früchten (Handel, Tourismus) was zu den Hauptgründen für ihre Verbreitung zählt. Zudem kommt der aktive Flug der Adulten. Während es für B. dorsalis keine gesicherten Informationen zum Flugverhalten gibt, sind einige nah verwandte Arten dafür bekannt bis zu 100 km weit fliegen zu können, wobei durch den Einfluss von Wind noch größere Distanzen überwunden werden können.

Die Orientalische Fruchtfliege ist eine sehr polyphage Fruchtfliege und hat mit über 300 verschiedenen Pflanzenarten, an dessen Früchten eine Entwicklung möglich ist, das breiteste Wirtspflanzenspektrum aller Bactrocera-Arten. Zu den Hauptwirtspflanzen zählen etwa Mangos (Magnifera indica), Orangen (Citrus sinensi) und andere Zitrusfrüchte. Eine Vielzahl von Wild- und Kulturpflanzen würde jedoch potentiell auch in Europa zur Verfügung stehen wie etwa Pfirsich (Prunus persica), Marille (P. armeniaca), Pflaume (P. domestica),  Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus spp.) sowie Tomate (Solanum lycopersicum), Paprika (Capsicum spp.) und andere früchtetragende Pflanzenarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zum Feststellen des Auftretens (Monitoring, Vorbeugung): Fruchtfliegen-Fallen zum Abfangen der Adulten unter Verwendung von Lockstoffen, wie etwa Parapheromonen (z.B. Methyl-eugenol) zum Anlocken von männlichen Tieren oder auf Proteinbasis, zum Anlocken von weiblichen Fliegen
  • Im Hobbygarten: Einpacken oder Einnetzen der Früchte, wenn Befall zu befürchten ist, um die Eiablage mechanisch zu verhindern
  • Hygiene in der Obstanlage – regelmäßiges Entfernen und schadloses Vernichten von befallenen Früchten. Einfaches Kompostieren wird als nicht ausreichend betrachtet
  • Pflanzenschutzmittel (PSM) gegen diesen Schaderreger sind derzeit im Verzeichnis der in Österreich zugelassenen/genehmigten Pflanzenschutzmittel nicht gelistet
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