Content currently only available in German

Mittelmeerfruchtfliege

Ceratitis capitata

Changed on: 13.05.2019
Icon
Ceratitis capitata-Männchen
caption
Ceratitis capitata-Männchen

Die Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) zählt zu den bedeutendsten schädlichen Fruchtfliegenarten. Sie kann viele verschiedene Obstkulturen befallen, bevorzugt jedoch Pfirsiche, Mandarinen und Mangos. Die in den Früchten fressenden Larven (Maden) zerstören das Fruchtfleisch und machen die Früchte ungenießbar.

Schadorganismus

Die Mittelmeerfruchtfliege gehört zur Familie der Fruchtfliegen (Tephritidae). Die ca. 4 - 5 mm großen Fliegen sind gelblich-braun mit auffällig gefärbten Flügeln (gelbe und schwarze Streifen, Flecken und Punkte) und Bruststück (Thorax).
Die Weibchen legen die Eier unter die Haut reifender Früchte. Aus den Eiern schlüpfen nach einigen Tagen die Larven (Maden), die in den Früchten fressen und sich dort vom ersten bis zum dritten Larvenstadium entwickeln. Anschließend verlassen sie die Früchte und lassen sich zu Boden fallen. Im Boden unter der Wirtspflanze erfolgt die Verpuppung und aus den Puppen schlüpfen die erwachsenen Tiere (Adulte). Alle Entwicklungsstadien finden optimale Temperaturbedingungen im Bereich von etwa 25° - 30°C unter welchen ein Entwicklungszyklus in etwa drei Wochen abgeschlossen werden kann
Hierzulande benötigt die Mittelmeerfruchtfliege jedoch deutlich länger für die Entwicklung, weshalb beispielsweise im Nordosten Österreichs mit etwa zwei Generationen je Jahr zu rechnen ist. Erwachsene Mittelmeerfruchtfliegen können mehrere Monate alt werden und die Weibchen in dieser Zeit mehrere hundert Eier ablegen. Ungünstige Lebensbedingungen wie etwa Mangel an Futter, Wasser und extreme Temperaturen können diese Fruchtfliegen als Puppen überdauern. Auch die Überwinterung erfolgt geschützt im Boden als Puppenstadium, welches Temperaturen von 0°C mehrere Wochen überleben kann. Allerdings kann bei besonderen Temperaturverhältnissen wie etwa Spätfrösten die Puppenmortalität stark ansteigen.

Symptome

Bei befallenen Früchten können die punktförmigen Eiablage-Einstichstellen erkannt werden. In den Früchten findet man die fressenden Larven (Maden), welche das Fruchtfleisch zerstören und in Folge auch das Faulen der Frucht bedingen können.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die Mittelmeerfruchtfliege stammt ursprünglich aus dem tropischen Afrika, von wo sie sich in den mediterranen Raum sowie in Teile Mittel- und Südamerikas ausbreitete. Inzwischen ist sie auf allen Kontinenten vertreten, auch in Europa und Österreich. Wenn auch meist nur in geringer Anzahl, so wurden doch bereits in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts Mittelmeerfruchtfliegen etwa im Wiener Becken gefangen und Maden von C. capitata in Pfirsichen gefunden.
Die Verbreitung der Mittelmeerfruchtfliege kann aktiv oder passiv erfolgen. Die aktive Verbreitung erfolgt durch den Flug der Adulten bis zu 20 km weit, passiv durch Windverfrachtung über noch größere Distanzen. Die wichtigste passive Verbreitung erfolgt durch den Transport von befallenen Früchten (Handel, Tourismus).
Die Mittelmeerfruchtfliege ist eine sehr polyphage Fruchtfliege mit einem sehr breiten Wirtspflanzenspektrum von über 200 Pflanzenarten. In Europa zählen Zitrusfrüchte (Citrus spp.) und Pfirsich (Prunus persica), sowie eine Vielzahl weiterer fruchtender Gewächse (Kultur- und Wildpflanzen) zu den potentiellen Wirtspflanzen oder können zumindest alternativ zur Entwicklung genutzt werden. Darunter fallen andere Prunus-Arten wie die Marille (Prunus armeniaca), jedoch auch Birne (Pyrus spp.), Apfel (Malus domestica), Mispel (Mespilus germanica), Kiwi (Actinidia deliciosa), Mango (Mangifera indica) und andere früchtetragende Pflanzenarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zum Feststellen des Auftretens (Monitoring, Vorbeugung): Fruchtfliegen-Fallen zum Abfangen der Adulten unter Verwendung von Lockstoffen, wie etwa Parapheromonen (z. B. Trimedlure) zum Anlocken von männlichen Fliegen oder auf Proteinbasis, zum Anlocken von weiblichen Fliegen
  • Im Hobbygarten: Einpacken oder Einnetzen der Früchte, wenn Befall zu befürchten ist, um die Eiablage mechanisch zu verhindern
  • Hygiene in der Obstanlage – regelmäßiges Entfernen und schadloses Vernichten von befallenen Früchten. Einfaches Kompostieren wird als nicht ausreichend betrachtet
  • Pflanzenschutzmittel (PSM) gegen diesen Schaderreger sind derzeit im Verzeichnis der in Österreich zugelassenen/genehmigten Pflanzenschutzmittel nicht gelistet

Ceratitis capitata-Männchen
caption
Ceratitis capitata-Männchen

Die Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) zählt zu den bedeutendsten schädlichen Fruchtfliegenarten. Sie kann viele verschiedene Obstkulturen befallen, bevorzugt jedoch Pfirsiche, Mandarinen und Mangos. Die in den Früchten fressenden Larven (Maden) zerstören das Fruchtfleisch und machen die Früchte ungenießbar.

Schadorganismus

Die Mittelmeerfruchtfliege gehört zur Familie der Fruchtfliegen (Tephritidae). Die ca. 4 - 5 mm großen Fliegen sind gelblich-braun mit auffällig gefärbten Flügeln (gelbe und schwarze Streifen, Flecken und Punkte) und Bruststück (Thorax).
Die Weibchen legen die Eier unter die Haut reifender Früchte. Aus den Eiern schlüpfen nach einigen Tagen die Larven (Maden), die in den Früchten fressen und sich dort vom ersten bis zum dritten Larvenstadium entwickeln. Anschließend verlassen sie die Früchte und lassen sich zu Boden fallen. Im Boden unter der Wirtspflanze erfolgt die Verpuppung und aus den Puppen schlüpfen die erwachsenen Tiere (Adulte). Alle Entwicklungsstadien finden optimale Temperaturbedingungen im Bereich von etwa 25° - 30°C unter welchen ein Entwicklungszyklus in etwa drei Wochen abgeschlossen werden kann
Hierzulande benötigt die Mittelmeerfruchtfliege jedoch deutlich länger für die Entwicklung, weshalb beispielsweise im Nordosten Österreichs mit etwa zwei Generationen je Jahr zu rechnen ist. Erwachsene Mittelmeerfruchtfliegen können mehrere Monate alt werden und die Weibchen in dieser Zeit mehrere hundert Eier ablegen. Ungünstige Lebensbedingungen wie etwa Mangel an Futter, Wasser und extreme Temperaturen können diese Fruchtfliegen als Puppen überdauern. Auch die Überwinterung erfolgt geschützt im Boden als Puppenstadium, welches Temperaturen von 0°C mehrere Wochen überleben kann. Allerdings kann bei besonderen Temperaturverhältnissen wie etwa Spätfrösten die Puppenmortalität stark ansteigen.

Symptome

Bei befallenen Früchten können die punktförmigen Eiablage-Einstichstellen erkannt werden. In den Früchten findet man die fressenden Larven (Maden), welche das Fruchtfleisch zerstören und in Folge auch das Faulen der Frucht bedingen können.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die Mittelmeerfruchtfliege stammt ursprünglich aus dem tropischen Afrika, von wo sie sich in den mediterranen Raum sowie in Teile Mittel- und Südamerikas ausbreitete. Inzwischen ist sie auf allen Kontinenten vertreten, auch in Europa und Österreich. Wenn auch meist nur in geringer Anzahl, so wurden doch bereits in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts Mittelmeerfruchtfliegen etwa im Wiener Becken gefangen und Maden von C. capitata in Pfirsichen gefunden.
Die Verbreitung der Mittelmeerfruchtfliege kann aktiv oder passiv erfolgen. Die aktive Verbreitung erfolgt durch den Flug der Adulten bis zu 20 km weit, passiv durch Windverfrachtung über noch größere Distanzen. Die wichtigste passive Verbreitung erfolgt durch den Transport von befallenen Früchten (Handel, Tourismus).
Die Mittelmeerfruchtfliege ist eine sehr polyphage Fruchtfliege mit einem sehr breiten Wirtspflanzenspektrum von über 200 Pflanzenarten. In Europa zählen Zitrusfrüchte (Citrus spp.) und Pfirsich (Prunus persica), sowie eine Vielzahl weiterer fruchtender Gewächse (Kultur- und Wildpflanzen) zu den potentiellen Wirtspflanzen oder können zumindest alternativ zur Entwicklung genutzt werden. Darunter fallen andere Prunus-Arten wie die Marille (Prunus armeniaca), jedoch auch Birne (Pyrus spp.), Apfel (Malus domestica), Mispel (Mespilus germanica), Kiwi (Actinidia deliciosa), Mango (Mangifera indica) und andere früchtetragende Pflanzenarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zum Feststellen des Auftretens (Monitoring, Vorbeugung): Fruchtfliegen-Fallen zum Abfangen der Adulten unter Verwendung von Lockstoffen, wie etwa Parapheromonen (z. B. Trimedlure) zum Anlocken von männlichen Fliegen oder auf Proteinbasis, zum Anlocken von weiblichen Fliegen
  • Im Hobbygarten: Einpacken oder Einnetzen der Früchte, wenn Befall zu befürchten ist, um die Eiablage mechanisch zu verhindern
  • Hygiene in der Obstanlage – regelmäßiges Entfernen und schadloses Vernichten von befallenen Früchten. Einfaches Kompostieren wird als nicht ausreichend betrachtet
  • Pflanzenschutzmittel (PSM) gegen diesen Schaderreger sind derzeit im Verzeichnis der in Österreich zugelassenen/genehmigten Pflanzenschutzmittel nicht gelistet

caption
Ceratitis capitata-Weibchen (© A. Kahrer, AGES, Wien)
Mittelmeerfruchtfliege Weibchen
caption
Ceratitis capitata in Pfirsich
Ceratitis capitata in Pfirsich
x