Content currently only available in German

Lepto-Blattfleckenkrankheit der Luzerne

Leptosphaerulina trifolii

Changed on: 29.07.2019
Icon

An Luzerne wurde 2008 wieder verstärkt eine Blattfleckenkrankheit beobachtet, die vom Feldrand ausgehend die Pflanzenbestände befällt. Die Symptome werden in der Regel dem Pilz Pseudopezicula medicaginis zugeschrieben, der den so genannten Klappenschorf an der Luzerne verursacht. Auch Ascochyta imperfecta (nach neuerer Literatur Phoma medicaginis var. medicaginis) wird manchmal vermutet. Die Symptome sehen optisch einander sehr ähnlich. Erst die mikroskopische Diagnose stellte sicher, dass es sich um einen Befall durch den Pilz Leptosphaerulina trifolii handelt, der zuletzt in größerem Ausmaß im Jahre 2004 in Oberösterreich an Luzerne auftrat.

Schadorganismus

Der Askomyzet Leptosphaerulina trifolii (Rostr.) Petr. (syn. L. australis McAlpine, L. briosiana (Poll.) Graham & Luttrell) bildet hellbraune Pseudothecien, die 50 bis 200 µ im Durchmesser messen. Die Asci (25-50 x 10-20 µ) beinhalten 8 Ascosporen, die mauerförmig gegliedert aussehen. Sie sind 50-90 x 40-60 µ groß und haben 2 bis 6 transversale Septen und 0 bis 2 vertikale Septen. Der Pilz bildet kein imperfektes (anamorphes) Stadium aus. L. trifolii ist ein allgemein vorkommender Bodensaprophyt und nicht spezialisierter Krankheitserreger, der geschwächte, seneszente Pflanzengewebe von sehr vielen Pflanzen besiedelt. Der Pilz überdauert für ihn widrige Perioden mittels Pseudothecien oder Myzel in Pflanzenrückständen. Leptosphaerulina trifolii tritt typischerweise im späten Frühling und frühen Sommer an Luzerne auf. Der Pilz überdauert auf befallenen Pflanzenresten im Boden bzw. lebt saprophytisch im Boden. Die Sporenkeimung erfolgt bei einer optimalen Temperatur von 22-25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit bzw. Taubelag auf den Blättern. Der Pilz dringt direkt über die Kutikula in das Pflanzengewebe ein. Das Pflanzengewebe vor der Penetrationshyphe ist durch die Produktion phytotoxischer Substanzen des Pilzes ebenso geschädigt. Eine optimale Temperatur von 20 °C und feuchte Bedingungen fördern die Krankheitsentwicklung. Ist die Krankheit in einem Bestand etabliert, können Ernteausfälle besonders bei verzögerter bzw. verspäteter Ernte entstehen.

Symptome

Die Symptome dieser Krankheit sind abhängig vom Alter der Pflanzen, ihres Wachstumsstadiums und von Umweltbedingungen, vor allem der Lichtintensität. Junge Blätter werden oft sehr stark befallen. Ältere Blätter, Blattstiele und Stängel werden erst in Folge infiziert. Wie der Name der Krankheit schon besagt, sind Blattflecken die meist vorkommenden Symptome. Die Flecken auf Blättern und Blattstielen beginnen als kleine rötlichbraune bis schwarze so genannte pepper-spots. Diese können sich vergrößern, sind oval bis rundlich und ca. 1 bis 3 mm im Durchmesser. Sie haben hellbraune bis braune Zentren und eine dunklere braune Umrandung. Diese „Augenflecken“ sind oft von einem helleren Hof umgeben. Bei optimalen Bedingungen für die Krankheitsentwicklung entstehen große hellbraune Flecken. Diese Flecken fließen zusammen und erscheinen dann als große bleiche Stellen. Solch befallene Blätter sterben ab. Tote Blätter und ihre Stiele bleiben auf den Pflanzen noch für eine Weile, werden mitunter aber auch abgeworfen. Nachkommende junge Blätter zeigen ebenfalls Symptome, sterben aber meist nicht mehr ab. Zusätzlich zum Blattfall können Infektionen auch zu einer Stauchung der Pflanzen führen.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Weltweit. Der Erreger folgt der Verbreitung seiner Wirtspflanzen.
Luzerne, Klee und andere Leguminosen, Gräser, Kartoffel, Mais, Taro (in Asien), u.v.m.

Vorbeugung und Bekämpfung

Es sollte so früh wie möglich geerntet werden. In den USA werden weniger anfällige Sorten genannt, z. B. Agate und Ramsey.

An Luzerne wurde 2008 wieder verstärkt eine Blattfleckenkrankheit beobachtet, die vom Feldrand ausgehend die Pflanzenbestände befällt. Die Symptome werden in der Regel dem Pilz Pseudopezicula medicaginis zugeschrieben, der den so genannten Klappenschorf an der Luzerne verursacht. Auch Ascochyta imperfecta (nach neuerer Literatur Phoma medicaginis var. medicaginis) wird manchmal vermutet. Die Symptome sehen optisch einander sehr ähnlich. Erst die mikroskopische Diagnose stellte sicher, dass es sich um einen Befall durch den Pilz Leptosphaerulina trifolii handelt, der zuletzt in größerem Ausmaß im Jahre 2004 in Oberösterreich an Luzerne auftrat.

Schadorganismus

Der Askomyzet Leptosphaerulina trifolii (Rostr.) Petr. (syn. L. australis McAlpine, L. briosiana (Poll.) Graham & Luttrell) bildet hellbraune Pseudothecien, die 50 bis 200 µ im Durchmesser messen. Die Asci (25-50 x 10-20 µ) beinhalten 8 Ascosporen, die mauerförmig gegliedert aussehen. Sie sind 50-90 x 40-60 µ groß und haben 2 bis 6 transversale Septen und 0 bis 2 vertikale Septen. Der Pilz bildet kein imperfektes (anamorphes) Stadium aus. L. trifolii ist ein allgemein vorkommender Bodensaprophyt und nicht spezialisierter Krankheitserreger, der geschwächte, seneszente Pflanzengewebe von sehr vielen Pflanzen besiedelt. Der Pilz überdauert für ihn widrige Perioden mittels Pseudothecien oder Myzel in Pflanzenrückständen. Leptosphaerulina trifolii tritt typischerweise im späten Frühling und frühen Sommer an Luzerne auf. Der Pilz überdauert auf befallenen Pflanzenresten im Boden bzw. lebt saprophytisch im Boden. Die Sporenkeimung erfolgt bei einer optimalen Temperatur von 22-25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit bzw. Taubelag auf den Blättern. Der Pilz dringt direkt über die Kutikula in das Pflanzengewebe ein. Das Pflanzengewebe vor der Penetrationshyphe ist durch die Produktion phytotoxischer Substanzen des Pilzes ebenso geschädigt. Eine optimale Temperatur von 20 °C und feuchte Bedingungen fördern die Krankheitsentwicklung. Ist die Krankheit in einem Bestand etabliert, können Ernteausfälle besonders bei verzögerter bzw. verspäteter Ernte entstehen.

Symptome

Die Symptome dieser Krankheit sind abhängig vom Alter der Pflanzen, ihres Wachstumsstadiums und von Umweltbedingungen, vor allem der Lichtintensität. Junge Blätter werden oft sehr stark befallen. Ältere Blätter, Blattstiele und Stängel werden erst in Folge infiziert. Wie der Name der Krankheit schon besagt, sind Blattflecken die meist vorkommenden Symptome. Die Flecken auf Blättern und Blattstielen beginnen als kleine rötlichbraune bis schwarze so genannte pepper-spots. Diese können sich vergrößern, sind oval bis rundlich und ca. 1 bis 3 mm im Durchmesser. Sie haben hellbraune bis braune Zentren und eine dunklere braune Umrandung. Diese „Augenflecken“ sind oft von einem helleren Hof umgeben. Bei optimalen Bedingungen für die Krankheitsentwicklung entstehen große hellbraune Flecken. Diese Flecken fließen zusammen und erscheinen dann als große bleiche Stellen. Solch befallene Blätter sterben ab. Tote Blätter und ihre Stiele bleiben auf den Pflanzen noch für eine Weile, werden mitunter aber auch abgeworfen. Nachkommende junge Blätter zeigen ebenfalls Symptome, sterben aber meist nicht mehr ab. Zusätzlich zum Blattfall können Infektionen auch zu einer Stauchung der Pflanzen führen.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Weltweit. Der Erreger folgt der Verbreitung seiner Wirtspflanzen.
Luzerne, Klee und andere Leguminosen, Gräser, Kartoffel, Mais, Taro (in Asien), u.v.m.

Vorbeugung und Bekämpfung

Es sollte so früh wie möglich geerntet werden. In den USA werden weniger anfällige Sorten genannt, z. B. Agate und Ramsey.

caption
Die Lepto-Blattfleckenkrankheit dringt von den Feldrändern in die Bestände ein
Die Lepto-Blattfleckenkrankheit dringt von den Feldrändern in die Bestände ein
caption
Blattflecken durch Leptosphaerulina trifolii
Blattflecken durch Leptosphaerulina trifolii
x